Braun; »Grundeinkommen statt Urheberrecht? Zum kreativen Schaffen in der digitalen Welt«

 

Leseempfehlung von hg020:

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Inhalt:

Das Buch beginnt mit einer kurzen geschichtlichen Herleitung des Begriffs »Urheberrecht«. Dabei werden fundamental wichtige Begriffe wie die »Schrankenregelung« oder »Nutzungsrechte« sowie die Beziehung zwischen Urheber und Lizenznehmer beschrieben. Braun resümiert, was sich in den letzten Jahren im Urheberrecht durch die Digitalisierung verändert hat. Themen wie illegaler E-Book-Download oder Produktpiraterie werden angeschnitten. Anschließend geht der Autor dazu über, innovative Geschäftsideen, die Ungereimtheiten im Urheberrecht ausgleichen sollen, kritisch zu beleuchten. Im Folgenden zeigt Ilja Braun mögliche Entwicklungen des medialen Rechts im Zuge der Digitalisierung auf. Dies erfolgt nicht nur hinsichtlich Deutschlands, sondern auch im globalen Kontext. In der Mitte des Buches vertieft der Autor die Thematik mit dem Problem der Produktpiraterie und diskutiert mögliche Lösungsansätze, u. a. seitens der Politik. Durch schlagkräftige Argumentation legt der Autor dar, warum ein Grundeinkommen sinnvoller ist als das gegenwärtige Lizenzsystem.

Alleinstellungsmerkmal:

Eine aktuellere Zusammenfassung der gegenwärtigen Veränderung in der Medien-Branche gibt es zurzeit nicht. Da es sich nicht um ein Fachbuch handelt, ist das Buch nicht nur für Menschen, die beruflich mit dem Thema in Berührung kommen, interessant. Der Autor schafft es – trotz seiner erkennbaren persönlichen Meinung – die heikle Thematik von jedem möglichen Blickwinkel aus zu beleuchten.

Zielgruppe:

In erster Linie will der Autor mit seinem Buch Urheber selbst ansprechen. In diesem Zusammenhang stellt es eine fundierte Diskussionsgrundlage dar. Im weiteren Sinne wendet sich Braun damit nicht nur an Beschäftigte in der Branche, sondern an jeden medienaffinen Bürger der mittleren und gehobenen Bildungsschicht. Teilweise tauchen englische Zitate auf. Schwierige Begriffe werden ausreichend erklärt. Für Studierende im Medienbereich bringt das Werk die gegenwärtige Lage und die aktuelle Diskussion um Urheberrecht und Digitalisierung auf den Punkt.

Sprache:

Trotz der eher trockenen Materie liest sich das Buch locker und fließend. Die Art, wie Braun Sachverhalte erklärt und diese sprachlich ausschmückt, lässt die Lektüre nie langweilig werden. Prägnante Sätze und eine stimmige Argumentation runden das Gesamtbild ab.

Positive Kritikpunkte:

• Alle Beschreibungen sind für den Laien nachvollziehbar

• Sehr ausführlich, aber ohne Wiederholungen oder langatmige Passagen

• Trotz der Fließtexte wird der Leser durch klar strukturierte Inhalte an das Fazit herangeführt, das durch und durch nachvollziehbar ist

Negative Kritikpunkte:

• Als Nachschlagewerk völlig ungeeignet.

• Die Kapitelüberschriften sind nicht selbsterklärend und die Kapitel selbst sind im Fließtext verfasst.

• Um die Argumentation des Autors nachvollziehen zu können, sollte das Buch von Anfang bis Ende gelesen werden.

Fazit:

Am Ende des Buches verdeutlicht sich der Zusammenhang zwischen der angesprochenen Thematik und dem Plädoyer des Autors für ein Grundeinkommen. Die Argumentation ist durch Belege ausreichend fundiert. Aktuelle Themen aus dem Bereich des Medienrechts werden dabei angesprochen und verständlich beschrieben. Jedoch sollte man als Leser nie vergessen, dass es sich bei der dargelegten Sichtweise letztendlich um die subjektive Meinung des Autors handelt.

Autor:

Ilja Braun arbeitet zurzeit als freier Autor und Journalist. Er war unter anderem als Lektor für Buchverlage tätig und hat Texte für das Urheberrechtsportal iRights.info verfasst. Zudem gehört er zu der Redaktion des Medienmagazins CARTA und pendelt zwischen Köln und Berlin.

Texttyp und Anordnung der Kapitel:

Es handelt sich um eine Streitschrift, mit der der Autor die Idee eines Grundeinkommens verteidigt. Jedes Kapitel beginnt mit einem kurzen Abstract, das die Grundidee des jeweiligen Teils auf den Punkt bringt. Mehrere Unterkapitel strukturieren die jeweiligen Kapitel.

Bibliographie:

Braun, Ilja: Grundeinkommen statt Urheberrecht? Zum kreativen Schaffen in der digitalen Welt. Bielefeld: transcript Verlag 2014

187 Seiten; 21,99 Euro (Print), 19,99 Euro (E-Book); Fhb 1 BRA; ISBN 978-3-8376-2680-3 (Print), ISBN 978-3-8394-2680-7 (E-Book PDF), ISBN 978-3-7328-2680-3 (E-Book EPUB)

Schlagworte:

Recht, Medienrecht, Nutzungsrecht, Urheberrecht, Piraterie