Frankfurter Buchmesse 2017: Ein Fall für Mediapublishing

›Krimi-Ralley‹ am Mediapublishing-Stand.
›Krimi-Ralley‹ am Mediapublishing-Stand.
Krimi Autor Dieter Aurass im Gespräch auf der MP-Bühne.
Krimi Autor Dieter Aurass im Gespräch auf der MP-Bühne.
Zahlreiche Veranstaltungen und viele Besucher. (Fotos: cb150)
Zahlreiche Veranstaltungen und viele Besucher. (Fotos: cb150)

Schon zum 25. Mal präsentierten sich am Gemeinschaftsstand ›Studium rund ums Buch‹ sieben verlagsbezogene Studiengänge aus Erlangen, Leipzig, Mainz, München und Stuttgart auf der Frankfurter Buchmesse. Um dieses Jubiläum angemessen zu feiern, hatten sich die Studierenden viel Mühe gegeben, ein ebenso spannendes wie abwechslungsreiches Programm mit Podiumsdiskussionen und Vorträgen zu organisieren. Den Messeauftritt ermöglichten wie jedes Jahr großzügige Sponsoren aus der Verlagsbranche.

Unter dem Motto ›Tatort: Verlag - Ein Fall für Mediapublishing‹ luden die 16 Studierenden des Stuttgarter Projektteams dazu ein, mehr über die Studieninhalte und späteren Berufsbilder von Mediapublishern zu erfahren. Die neue, attraktive Standgestaltung sowie ein abwechslungsreiches Programm sorgten für viel Zulauf - wozu auch die unmittelbare Nachbarschaft zum Azubistro beitrug.

Ein Highlight für Fachbesucher und Bücherfreunde war die ›Krimi-Ralley‹, bei der Hobby-Ermittler jeden Alters dazu aufgerufen waren, an einer Schnitzeljagd rund um den Stand teilzunehmen, um die ›Tatwaffe‹ sicherzustellen. Die Gewinner konnten sich über ein spannendes Buch freuen. Auf verschiedenen Social-Media-Plattformen (wie ›verlegen-erleben‹ auf Facebook) berichteten die Studierenden regelmäßig über die Aktivitäten am Messestand.

Vielfältiges Veranstaltungsprogramm und Alumni-Treffen

Die Veranstaltungen fanden erstmals auf der gemeinsam mit dem Azubistro genutzten Bühne statt. So begegneten sich viele verschiedene Alters- und Zielgruppen bei anregenden Diskussionen und Präsentationen. Mit Heißgetränken und Snacks vom Bistro gestärkt, lauschten die interessierten Besucher dem abwechslungsreichen Programm.

Der Studiengang Mediapublishing präsentierte verschiedene Podiumsdiskussionen und Vorträge, unter anderem zu den Themen ›Direktmarketing im Verlag‹, ›DesignAgility‹ und ›Umgang mit Leserfeedback‹. Auch Autoren waren zu Gast: Passend zum Messestand-Thema von Mediapublishing las mit Dieter Aurass ein erfolgreicher Krimiautor aus seinem neusten Werk (›Frankfurter Kaddisch‹, erschienen im Gmeiner Verlag) und berichtete über seine Vorgehensweise beim Schreiben eines packenden Romans.

Aber auch die Zukunft der Verlagsbranche wurde thematisiert, indem Personaler aus Publikumsverlagen ihre Erwartungen an zukünftige Bewerber beschrieben und Mediapublishing-Absolventen von ihrem Berufseinstieg nach dem Hochschulabschluss berichteten.

Neben den Erfahrungsberichten der Absolventen auf der Bühne konnten sich Studierende, Professoren und Alumni beim traditionellen ›Alumni-Treffen‹ untereinander austauschen. Viele ehemalige Mediapublisher nutzten die Chance des jährlichen Treffens in Frankfurt, um sich über ihre Erfahrungen in den Verlagen auszutauschen und die Verbindung zu ›ihrem‹ Studiengang zu halten.

Über den Umgang mit Druck von Rechts

Trotz der dargebotenen Vielfalt auf der Frankfurter Buchmesse sorgte vor allem der Auftritt rechtsgesinnter Verlage in den Medien für große Wellen. Auch in der Nähe des Gemeinschaftsstands ›Studium rund ums Buch‹ befand sich solch ein rechtsorientierter Verlag - um den herum die Messeorganisatoren linksorientierte Aussteller platziert hatten. Trotz dieser spannungsgeladenen Nachbarschaft gab es bis auf einen kurzen Schlagabtausch, ein fliegendes Handy sowie energische Debatten glücklicherweise keine größeren Zwischenfälle.

Es stellt sich jedoch die Frage, wie die Veranstalter der Buchmesse künftig mit provokanten Ausstellern umgehen sollen, die das weltgrößte Treffen der Buchbranche für ihren Auftritt nutzen wollen. Die Vielzahl an negativen Schlagzeilen und Stimmen zeigt, dass hier noch intensive Diskussionen über den Umgang mit den Propagandisten rechten Gedankenguts nötig sind, um derartige Vorfälle auf kommenden Messen zu vermeiden.

 

07. November 2017