Besuch beim Zwischenbuchhändler Umbreit

Im ›Leitstand‹ des Barsortiments; rechts der technische Betriebsleiter Claus Rehschuh
Im ›Leitstand‹ des Barsortiments; rechts der technische Betriebsleiter Claus Rehschuh
Am Förderband; rechts Nadine Tamme aus dem Marketing (Fotos: uhu)
Am Förderband; rechts Nadine Tamme aus dem Marketing (Fotos: uhu)

Der Zwischenbuchhandel stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen Verlag und Buchhandel dar. Aus diesem Grund hat sich das erste Semester des Verlagsstudiengangs Mediapublishing am 8. Mai 2018 auf den Weg nach Bietigheim gemacht, um sich das mittelständische Unternehmen Umbreit genauer anzuschauen.

Kurz vor 10 Uhr morgens stand die Exkursionsgruppe in Begleitung von Studiendekan Prof. Ulrich Huse vor dem Erweiterungsbau aus dem Jahr 2002. Nach einer freundlichen Begrüßung durch Gabriele Beintner (Veranstaltungsmanagement) und Heiko Dörr, der bei Umbreit für die Unternehmenskommunikation zuständig ist, erfuhr die Gruppe zunächst einige Eckdaten zum Unternehmen und den wichtigsten Abläufen intern wie extern. Anschließend wurden die Studierenden in drei Gruppen aufgeteilt und von Claus Rehschuh (technische Betriebsleitung), Nadine Tamme (Marketing) sowie Heiko Dörr durch den Betrieb geführt.

Interessante Betriebsbesichtigung

Drei Gruppen bedeuten auch drei unterschiedliche Wege durch das Barsortiment. Die erste Station der Rehschuh-Gruppe war der zentrale Wareneingang. Hier können bis zu 7000 Bücher/Stunde verarbeitet und verteilt werden. Dies geschieht über eine spezielle Förderanlage (2-stufiger-Cross-Dogging-Prozess). Der nächste Stopp war in der Distributionshalle für den Büchersammelverkehr. »Ihr Packstück hat soeben unser Lager verlassen«, mit diesen Worten beschrieb Claus Rehschuh den Ablauf in der Distribution und verglich dies mit dem Status »Ihr Paket wurde versandt«.

In der Barsortiments-Halle wurde dann der Aufbau der Etiketten erläutert, bevor es in den Leitstand ging, wo Hochleistungsdrucker die Begleitpapiere und Etiketten für die Versand-Boxen drucken. Von dort folgten die Studierenden den noch leeren Wannen zur Kommissionierung: Automatisch werden die Stationen angesteuert, an denen die bestellten Bücher (und Non-Books) von einer Mitarbeiterin geholt und in die Versand-Boxen gelegt werden. Dieser Vorgang wird ›Kommissionierung‹ genannt.

Hier stehen die Bücherregale dicht an dicht: Vorn am Band finden sich in großen Stückzahlen die häufig bestellten Bücher, weiter hinten die weniger gängigen Produkte - insgesamt über 400 000 verschiedenen Titel. Dann ging es weiter in die Auslieferung. In diesem Bereich werden die Bestellungen in die endgültigen Versand-Boxen verteilt und als ›bearbeitet‹ markiert (Pic-Pack-System). Vorletzte Station war die Auslieferung, in der nochmals das Gewicht (Tara- und reines Büchergewicht) kontrolliert wird, um eventuelle Kommissionierungsfehler vor dem Versand zu entdecken. Die Betriebsführung endete dann im Versand. Hier wird abschließend ein Gegenscan gemacht, um sicher zu gehen, dass das Packstück in das richtige Fahrzeug verladen wird, bevor es über Nacht zum Empfänger transportiert wird.

ABC des Zwischenbuchhandels

Nach einer kleinen Stärkung begann gegen 11.45 Uhr eine abschließende Fragerunde. Hier wurde angeregt diskutiert - nicht nur mit den Umbreit-Mitarbeitern, sondern auch unter den Studierenden. Unter anderem wurden die Themen Nachhaltigkeit, Über-Nacht-Belieferung, Einsatz von Elektro-Fahrzeugen und Amazon angesprochen. Gegen 12:10 Uhr bedankte sich Prof. Huse für die gelungene Exkursion und alle Studierenden durften sich als kleines Präsent ein Exemplar des »ABC des Zwischenbuchhandels« mitnehmen - verfasst von Thomas Bez, dem Gesellschafter des Familien-Unternehmens, das sich seinen Besuchern als ebenso leistungsstarker wie freundlicher Dienstleister präsentiert hat.

»Für Studierende in buchaffinen Studiengängen wie Mediapublishing bieten Betriebsbesichtigungen Gelegenheit, ihre künftige Arbeitswelt kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen, die für das weitere Studium, aber auch für den späteren Berufseinstieg wichtig sein können«, erklärte Prof. Huse. »Und natürlich fördert ein Besuch vor Ort das Verständnis über die Abläufe in einem Barsortiment mehr, als das jede Vorlesung könnte.«   (sl128)

 


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15. Mai 2018