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Sehen und Erkennen: Kunstbetrachtung ausgesuchter Werke des Südkoreanischen Pavillions auf der Biennale, Venedig, 2017.

Kunstwerke werden gezeigt, gesehen, vergessen. Kunst wird als subjektive Vermittlungsform von kulturellen Werten verstanden. Kunst wird sehend, wahrnehmend erfasst. Und wer des Sehens mächtig ist, der traut sich auch eine Kunstbetrachtung zu. Und damit eine Meinung zur Wertigkeit einer Kunst. Wird diese Art der Anschauung dem künstlerischen Ausdruck gerecht? Ist es nicht notwendig die sehende Anschauung zu erlernen, so wie jede Sprache erlernt werden muss, um zu verstehen? Dieser Beitrag beschäftigt sich mit 2 koreanischen Künstlern und ihren Werken. Der Beitrag vermittelt vertiefend Erkenntnisse zum Verständnis für deren Kunstausdruck.

Das Kunstwerk entsteht im Auge des Betrachters

Die Sprache der Kunst ist fremd und schwer lesbar. Sie ist durch Geschlossenheit geprägt und manchmal ist es eine Verschlossenheit, wenn nicht sogar Verschlüsselung. Der Blick des Betrachters will gerne subjektiv bewerten, wird immer durch Umgebungseinflüsse wie Kultur, Trends, Stile, Überzeugungen, Erfahrungen und Politik geprägt. Dadurch wird die Interpretation unsicher, es wird subjektiv, gerne zu Verfehlungen verführend. Denn wer behauptet, das Kunstwerk entstünde im Auge des Betrachters und damit meint, dass jedermann oder -frau, egal woher und wie gebildet, eine valide Aussage zu einem Kunstwerk treffen kann, ist unrichtig. Was Marcel Duchamp meinte ist, dass sich Kunst sich im Auge des Betrachters entfaltet. Aber diese Entfaltung sollte nicht bedeuten, dass das reine Aufschlagen der Augen auch Erkenntnis und Einsicht bringt. Diese Qualitäten werden durch aktive Teilhabe, durch Wahrnehmen entwickelt. Das wiederum ist nicht nur durch den optischen Reiz im Auge machbar. Es ist ein Prozess des Lernens, des Wahrnehmens, des Zusammenfügens, des Verstehens. Ein Kunstwerk will entschlüsselt werden, um eine Botschaft zu vermitteln. Es geht nicht um das spontane Gefühl beim ersten Anblick, das schnelle Bewerten und Angleichen an die persönlichen Alltagsgedanken und –erfahrungen.  Die Qualität der ikonografischen Zeichen will gelesen werden, es entstehen kausale Zusammenhänge, das Objekt selbst trägt eine Vielzahl von Informationen in sich, die sich nicht nur auf das Material, die Beschaffenheit, die Bearbeitungsart bezieht, sondern auch auf zusätzliche Bedeutungen. Jedes Objekt und Ding veranlasst den menschlichen Geist neben dem eigentlichen auch das zusätzliche zu sehen. 



Autoren

Name:
Prof. Ursula Drees  Elektronische Visitenkarte
Forschungsgebiet:
Transmediales Storytelling für architektonische Erlebnisräume. Inszenierungschancen mit räumlichen interaktiven Medien und Interaktion. Immersion durch Spielsystematiken in Erlebnisräumen
Funktion:
Professorin
Lehrgebiet:
Mediengestaltung mit dem Schwerpunkt EventMedia, Text Ton Bild, Kreativität, Modulverantwortliche für Mediengestaltung
Studiengang:
Audiovisuelle Medien (Bachelor, 7 Semester)
Fakultät:
Fakultät Electronic Media
Raum:
312, Nobelstraße 10 (Hörsaalbau)
Telefon:
0711 8923-2292
Homepage:
http://plusinsight.de/
Ursula Drees

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Prof. Ursula Drees  Elektronische Visitenkarte


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