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Diskutiert 13. Juli 2011

Erste Eindrücke von Google +

Seit einigen Wochen testet Google die Beta-Version der Plattform Google+. Immer mehr Nutzern gelingt es, eine der begehrten Einladungen zu bekommen, die es ermöglichen, ein Konto zu erstellen. Die Fachmedien sind voll des Lobes.

Zur Fotostrecke Screenshot: https://plus.google.com/
Screenshot: https://plus.google.com/

Circles, Sparks, Hangouts - in der Medienbranche sind diese Begriffe derzeit in aller Munde. Was sich dahinter verbirgt? Die Funktionen von Googles neuer Social-Media-Plattform Google+. Mit steigender Nutzerzahl häuft sich auch die Zahl fundierter Meinungen. Und schon stellen sich verschiedene Fragen: Brauchen wir das, ein neues soziales Netzwerk von Google? Taugt das überhaupt etwas? Und wenn ja, was wird dann jetzt aus Facebook? Alle diese Fragen sind im Moment sicherlich noch schwer zu beantworten.

Die Redaktion der Hochschulkommunikation hat sich einen ersten Eindruck verschafft. Hier die Meinungen:


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Am Nutzer orientiert

Der erste Eindruck des Netzwerks ist durchweg positiv. Überzeugend vor allem die so genannten Circles. Sie ermöglichen es dem Nutzer unkompliziert, den Freundes- und Bekanntenkreis in Gruppen einzuteilen. Das Ergebnis ist eine Abbildung der Bekanntschaften, wie im richtigen Leben - nur eben virtuell. Man hat Kollegen, Bekannte, Familie und enge Freunde. Vielleicht noch die Jungs aus dem Sportverein oder die Damen vom Kaffeekränzchen. Mit jeder dieser Gruppen spricht man über andere Themen und in jedem dieser ‚Kreise‘ tritt man anders auf. Vor allem für unerfahrene Nutzer dürfte dies von Vorteil sein, erspart es einem doch automatisch den peinlichen Moment, in dem der Chef bei Facebook liest, was man von ihm hält, weil man vergessen hat, dass man mit ihm befreundet ist. Google+ leistet damit zweierlei: Erstens kehrt es zurück zum eigentlich Sinn eines sozialen Netzwerkes -der Kontaktpflege zu verschiedenen Personen und Gruppen. Diese steht bei Google+ im Mittelpunkt. Zweitens macht es das Nutzen verschiedener Netzwerke, zumindest theoretisch, überflüssig. Der Kollegen-Circle ersetzt die Plattform XING. Das folgen von öffentlichen Profilen einzelner Nutzer ist letztlich nichts anderes als das, was Twitter bietet.

Soziale Netzwerke leben vor allem von der Zahl der Kontakte. Das konnte man schon beim Sterben der VZ-Netzwerke beobachten. Je mehr Nutzer zu Facebook emigrierten, desto geringer war der Nutzen von Studi-VZ und Co. Diese Logik begründet gleich mehrere Tatsachen. Sie verdeutlicht, wehalb vor allem kleine Netzwerkplattformen unter dem neuen, potentiellen Branchenriesen leiden werden, sie zeigt, dass Facebook auf Grund der hohen Nutzerzahlen in den nächsten Tagen und Wochen sicherlich nicht verschwinden wird und sie macht klar, dass die tatsächliche Bedeutung von Google+ sich erst dann zeigen wird, wenn das Netzwerk für alle geöffnet ist.

Corinna Kübler


Die Google+-App für Android

Auch mobil ist Google+ bereits nutzbar. Neben der mobilen Version der Webseite kann man bereits die Android-App für Google+ über den Android-Market herunter laden. Die iPhone- und iPad-Versionen sollen demnächst folgen. Google+ präsentiert sich unter Android angenehm aufgeräumt. Über den Startbildschirm erreicht man schnell den aktuellen Stream, Fotos, das eigene Profil und die Circles. Außerdem lassen sich hier so genannte „Huddles" (engl.: Haufen) starten. „Huddle" ist ein Gruppenchat, über welchen man sich mit Einzelpersonen oder auch ganzen Circles austauschen kann. Dieses Feature steht ausschließlich in der mobilen App von Google+ zur Verfügung. Über die Funktion „Instant Upload" können mit dem Smartphone aufgenommene Fotos direkt in ein privates Album auf Google+ geladen werden. Eine weitere Besonderheit der Google+-App ist die Möglichkeit sich - dank GPS oder Positionsbestimmung per WLan/UMTS - einen Stream von öffentlichen Beiträgen aus der näheren Umgebung anzeigen zu lassen. Insgesamt wirkt die Android-App von Google+ zu diesem frühen Zeitpunkt bereits etwas runder und benutzerfreundlicher als die Facebook-App. Man darf gespannt sein, welche Features zukünftig in die Anwendung integriert werden. Interessant wäre beispielsweise die mobile Nutzung von „Hangout", einer Anwendung, die Video-Chat zwischen mehreren Usern ermöglicht.

Florian Fahrbach

 

Expertenmeinungen und die Frage nach der Zukunft

Google+ ist der Heilsbringer: zumindest ist das der Eindruck, wenn man sich quer durch sämtliche Blogs und Erstberichte von Netzexperten und Social-Media-Spezialisten liest. Von der Revolution der Privatsphäre durch die Circles ist da die Rede. Oder von den vielleicht zukünftigen "Ressorts des Internets", den Sparks. "Google+ könnte Facebook von diesem vorläufigen Social-News-Thron stoßen", schreibt Sascha Lobo auf S.P.O.N. Noch ist Google Plus in der Beta-Version, aber die Zahlen scheinen Recht zu geben. Zwar gibt es noch keine offiziellen Daten, die Schätzungen belaufen sich allerdings auf 5 bis 9 Millionen User in nur zwei Wochen. Bejubelt werden von ihnen vor allem die bessere Usability, das aufgeräumte Design und die fehlende Werbung. Ob der Ansturm an dem vermeintlich besseren Angebot auf Google+ liegt oder an einer beginnenden Facebook-Verdrossenheit bleibt allerdings offen. Das Tagesgeschäft wird es zeigen. Möglicherweise genau dann, wenn Google sich dazu entschließt, Werbeanzeigen zu schalten.

Christina Walzner

 

Lohnt sich der Aufwand?

Für mich stellt sich die Frage, ob die Vorteile von Google+ den Aufwand einer neuen Profilerstellung rechtfertigen. Ein neues soziales Netzwerk bedeutet, dass das ganze Anmelde-Prozedere wieder von vorne beginnt. Der Benutzer muss viele persönliche Daten angeben. Optimaler Weise sollte auch ein neues Profilbild hochgeladen und ein neues Passwort angelegt werden. Danach sollte der User sein Profil mit weiteren Details „aufhübschen". Anschließend beginnt die Suche nach den „verlorenen" Facebook-Freuden. Das dauert mir alles zu lange. Außerdem besitze ich keinen Google Mail Account. Dieses Konto müsste ich zusätzlich noch installieren. Daher werde ich wegen ein paar neuer Funktionen und „Spielereien" nicht zu Google+ wechseln. Vorerst bleibe ich bei Facebook.

Nadine Steinhübel


Wozu überhaupt soziale Netzwerke?

Ich bin nicht bei Facebook und Co., weil ich das absolut nicht brauche. Mir ist meine Zeit zu kostbar, um sie im sozialen Netz zu verschwenden - ich nutze sie lieber für reale Dinge. Ich hasse Smalltalk und es interessiert mich auch nicht, wie andere bzw. meine "Freunde" das Wetter finden oder was sie gerade Langweiliges machen. Ebenso wenig gehen andere Menschen private Dinge über mich irgendwas an. Wem ich was erzählen oder zeigen möchte, den kann ich einfach über E-Mails, Telefonate, SMS oder persönliche Treffen direkt informieren, da brauchen dann nicht noch 100 andere Menschen mitlesen. Und hey, ich bin bis jetzt auch nicht vereinsamt. Meine Freunde schaffen es, auch ohne Facebook mit mir in Kontakt zu bleiben. Und dann nicht zufällig, weil wir gleichzeitig online sind, sondern dann, wenn sie es wollen. Wozu also Facebook beziehungsweise Google+?

Corinna Kramm

 

 

Florian Fahrbach, Corinna Kramm, Corinna Kübler, Nadine Steinhübel, Christina Walzner
Kommentare geben nicht die offizielle Haltung der Hochschule wieder, sondern nur die Meinung oder Einschätzung des kennzeichnenden Autors. Im Falle der HdM-Website sollen sie außerdem zur Diskussion über ein aktuelles Medienthema im Zeitgeschehen anregen

Google+ - die wichtigsten Fuktionen

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Kommentare zum Beitrag

naja (am 14.07.2011 um 13:28 Uhr ): wie sovieles hat auch google+ seine 2 seiten...
http://www.sueddeutsche.de/digital/gespeichterte-nutzerdaten-google-plant-die-super-datenbank-1.1119600

und umsonst gibts auch nichts


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