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Studieren. Wissen. Machen.

Veranstaltungsbeschreibung

223634b Transferprojekt Empirische Medienforschung

Zuletzt geändert:18.09.2020 / Zöllner
EDV-Nr:223634b
Studiengänge: Medienwirtschaft (Bachelor, 7 Semester), Prüfungsleistung im Modul Empirische Medienforschung in Semester 4 6 7
Häufigkeit: nur SS
Dozent:
Sprache: Deutsch
Art: P
Umfang: 2 SWS
ECTS-Punkte: 3
Workload: 2 SWS / 3 ECTS: 15 Termine zu je 2 SWS = 22,5 Zeitstunden; Vor- und Nachbereitung: 15 Termine zu je 1,5 Zeitstunden = 22,5 Zeitstunden; Konzeptionsarbeit, Feldarbeit, Auswertungen: 3 Termine zu je 5 Zeitstunden = 15 Zeitstunden; Verfassen der Studienarbeit: 5 Termine zu je 6 Stunden = 30 Zeitstunden. Gesamter Zeitaufwand (Workload) = 90 Zeitstunden
Inhaltliche Verbindung zu anderen Lehrveranstaltungen im Modul: Diese Lehrveranstaltung bietet als Transferprojekt eine praktische Umsetzung "im Feld" des zuvor bzw. parallel vermittelten theoretischen und methodologischen Wissens um die empirische Medienforschung.
Prüfungsform:
Bemerkung zur Veranstaltung: Deutsch, Teilnehmerbeschränkung
Beschreibung: Bitte registrieren Sie sich auch im Moodle-Kurs, der im Sommersemester 2020 zu diesem Seminar angeboten wird! Wir "treffen" uns virtuell via Zoom. Ich lade Sie ein. Es geht los am Montag, 20.4., um 16:00 Uhr! Ab dann immer im wöchentlichen Rhythmus.
Dies ist keine "Vorlesung", sondern ein praxis- bzw. anwendungsorientierter Workshop. In ihm vertiefen die Teilnehmer*innen die bisher erworbenen Kenntnisse auf dem Gebiet der Markt- und Medienforschung und erproben sie in einer praktischen Anwendung: dem Transferprojekt, also einer selbständig konzipierten und durchgeführten empirischen Studie (Gruppenarbeit). Hierzu werden vor allem die Erkenntnisse aus dem parallel angebotenen (und mit zu belegenden) Seminar "Empirische Medienforschung: Methoden und Theorien" herangezogen. Daher sollen beide Veranstaltungen auf ein gemeinsames Thema der Markt- und Medienforschung fokussiert werden. Eine konkrete Fallbearbeitung im Zusammenwirken mit der Praxis ist anzustreben. Wir werden quantitative und qualitative Methoden anwenden.
Das heißt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden (je nach Teilnehmerzahl: ggf. in mehreren Gruppen) ein Forschungsprojekt konzipieren und selbständig umsetzen. Am Ende präsentieren sie ihre Ergebnisse und verschriftlichen diese als (Gruppen-)Hausarbeit.

WAS MACHEN WIR IM SOMMERSEMESTER 2020?

Oberthema ist die Nutzung von Medien (speziell digitaler Plattformen) im Kontext der Familie und welche medienpädagogischen und -ethischen Herausforderungen sich hier stellen.
Wir kennen das alle: In einem familialen Kontext leben mehrere Generationen unter einem Dach (Eltern, Kinder, teils auch Großeltern u.ä.) und nutzen unterschiedliche Medien - klassische Medien, digitale Medien, Plattformen und Games - in ganz unterschiedlicher Weise. Eltern und manchmal auch Großeltern oder andere Verwandte wollen zudem den (digitalen) Mediengebrauch der Minderjährigen steuern, lenken oder gar überwachen. Auch Erwachsene untereinander tun das. Unterschiedliche Erwartungen, Hoffnungen, Nutzungsmodi und eben auch: medienpädagogische Konzepte und ethische Positionen prallen aufeinander.
Und dann ist/war da noch die Sache mit Covid-19-bedingten Kindergarten- und Schulschließungen, während die Eltern vielleicht im Home Office oder auswärts arbeiten müssen. Das sind nochmal ganz andere Herausforderungen für Familien und ihren Mediengebrauch. Schlimm wird es, wenn den Kindern langweilig ist (und den Erwachsenen vielleicht auch).
Was passiert in Familien genau? Wie schaffen es Familien, mit den oder vielleicht auch trotz der digitalen Verlockungen "Familien" zu sein? Wie gehen die einzelnen Akteure mit diesen und anderen Herausforderungen um? Welche Regeln werden auf welche Weise ausgehandelt, etwa rund um Nutzungsdauern, Programmauswahl, Datenschutz oder die Frage, was man posten darf? Braucht man gar einen Mediennutzungsvertrag? WhatsApp - ja oder nein? Netflix - wie lange und was für Inhalte? GTA 5 für 6-Jährige? Was hat das jeweils für Folgen? Wie gehen die Familienmitglieder individuell und im Familienkontext mit problematischen Verhaltensweisen um? Welche Strategien entwickeln sie hierfür? Und: Wie lässt sich all das erforschen und systematisieren?

Die Teilnehmer*innen werden bei der Suche nach Forschungsthemen eigene Schwerpunkte setzen können. Einen guten Einstieg ins Thema bieten die folgenden Studien:
Hasebrink, Uwe; Lampert, Claudia; Thiel, Kira (2019): Online-Erfahrungen von 9- bis 17-Jährigen. Ergebnisse der EU Kids Online-Befragung in Deutschland 2019. 2. überarb. Auflage. Hamburg: Verlag Hans-Bredow-Institut [Download hier].
Feierabend, Sabine; Plankenhorn, Theresa; Rathgeb, Thomas (2017): FIM-Studie 2016. Familie, Interaktion, Medien. Stuttgart: mpfs [Download hier].
Feierabend, Sabine; Rathgeb, Thomas; Reutter, Theresa (2020): JIM-Studie 2019. Jugend, Interaktion, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger. Stuttgart: mpfs [Download hier].

Ganz frisch ist die folgende, auch methodisch sehr interessante Studie:
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.) (2020): JIMplus 2020. Lernen und Freizeit in der Corona-Krise [Folien zum Download hier].

Zum Hintergrund:
Procentese, Fortuna; Gatti, Flora; Di Napoli, Immacolata (2019): Families and Social Media Use: The Role of Parents’ Perceptions about Social Media Impact on Family Systems in the Relationship between Family Collective Efficacy and Open Communication. In: International Journal of Environmental Research and Public Health, Vol. 16, no. 24 (5006), 2-11 [Download hier].
Verständig, Dan; Holze, Jens (2020): Understanding Digital Media. 10 Thesen zu ethnografischen Verfahren im Hinblick auf die Online-Forschung. In: MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung (Jahrbuch Medienpädagogik 15), S. 121-145 [Download hier].

Konkret werden wir im Kurs entsprechende Leitfragen entwickeln und anschließend empirische Beobachtungen, Befragungen und Analysen durchführen. Wir werden uns dabei auch mit Ansätzen der Digitalen Ethik auseinandersetzen. Wichtige Bücher hierzu:
Ess, Charles (2020): Digital media ethics. 3rd ed. Cambridge, Medford: Polity Press [E-Book hier verfügbar],
Grimm, Petra; Keber, Tobias O.; Zöllner, Oliver (Hrsg.) (2019): Digitale Ethik. Leben in vernetzten Welten. Ditzingen: Reclam [Einleitung als Leseprobe hier verfügbar].

Die Studierenden sind nach Abschluss des Transferprojekts in der Lage,
  • relevante Literatur kompetent zu recherchieren und auszuwerten,
  • eine konkrete Fragestellung der empirischen Medienforschung in methodisch angemessener Form zu bearbeiten,
  • einen theoretischen Zusammenhang zu analysieren,
  • gezielt Kontakte mit der Praxis zu knüpfen,
  • Feldforschung vorzubereiten, zu organisieren und durchzuführen,
  • Ergebnisse zu präsentieren und einen Ergebnisbericht zu verfassen.
  • English Title: Applied Empirical Media Research: Doing Fieldwork
    Literatur: Dresing, Thorsten; Pehl, Thorsten (2018): Praxisbuch Interview, Transkription und Analyse. Anleitungen und Regelsysteme für qualitativ Forschende. 8. Aufl. Marburg: Eigenverlag. [Onlineversion: www.audiotranskription.de/praxisbuch (PDF)]
    Lamberti, Jürgen (2001): Einstieg in die Methoden empirischer Forschung. Planung, Durchführung und Auswertung empirischer Untersuchungen. Tübingen: DGVT.
    Wegener, Claudia; Mikos, Lothar (2017): Wie lege ich eine Studie an? In: dies. (Hrsg.): Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch. 2. Aufl. Konstanz, München: UVK, S. 220-228. [Download des E-Books über die HdM-Bibliothek!]

    Forschungsinterviews führen und Datenschutz beachten:

    Ein sehr hilfreiches Dossier zum Thema "Interviews datenschutzrechtkonform führen und verarbeiten" (mit Vorlagen für Datenschutzerklärungen etc.) finden Sie hier: www.audiotranskription.de/qualitative-Interviews-DSGVO-konform-aufnehmen-und-verarbeiten.

    Qualitative Interviews am Telefon oder online durchführen – Informationen für Studierende von Kai Dröge: hier herunterladen. Die Masterarbeit von Anika Meß "Skype als geeignete Alternative in der qualitativen Sozialforschung? Datenerhebung mit Hilfe von Videotelefonie" kann man hier herunterladen. Aber auch bei Interviews mit Skype & Co. bitte die Datenschutzbestimmungen beachten: hier lesen!

    Mit der kostenfreien MeSoftware, die kooperativ von Bremer und Hamburger Instituten entwickelt wurde, können Medienrepertoires und über eine begleitende App auch regelrechte "Medientagebücher" erhoben werden - in Corona-Zeiten auch auf Distanz. Die Software unterstützt ebenfalls bei der Auswertung. Alles nachzulesen auf https://mesoftware.org. Müssten wir mal ausprobieren.

    Was es zu beachten gilt, wenn man Erhebungen an Schulen durchführen möchte ... kann man hier nachlesen (anklicken!).

    Wichtiges Austauschforum über Datenerhebung, Datenauswertung, Forschungsethik und Forschungshygiene in Zeiten einer Pandemie ist das Blog "Corona und die Krise der sozialwissenschftlichen Forschung".


    Weitere Literatur finden Sie in der HdM-Bibliothek.
    Internet: Eine Übersicht über Statistik-Software (darunter auch diverse kostenlose!) finden Sie hier. Es gibt mehr als nur SPSS...
    Die kostenfreie Software GrafStat ermöglicht das Anlegen von Fragebögen sowie das Verwalten und Auswerten von Daten. Auch sehr nützlich: das Angebot von ThesisTools.
    Die Transkriptionssoftware "f4audio" bzw. "f4web" erleichtert das Dokumentieren verbaler Daten (Tiefeninterviews, Gruppendiskussionen etc.).
    Eine Einführung, wie man mit Word (!) qualitative Textkorpora auswerten kann, gibt der Artikel "Die technikunterstützte Analyse von qualitativen Daten mit Word" von Bruno Nideröst.
    Eine Software zur Auswertung von Texten mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ist QCAmap - und ist kostenfrei!
    Schön ist auch MAXQDA [Demoversion hier], nicht zuletzt das Infotutorial/Webinar lohnt sich anzuschauen.
    Mit Catma (kostenlos!) lassen sich Textbestände qualitativ kodieren und auswerten.
    Für Mac gibt es auch die Software Annotations zur Auswertung von qualitativen Textdaten - mit einer kostenlosen Basisversion und einer relativ günstigen Vollversion.

    MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung - komplett Open Access und wichtig!
    Das Portal Quasus: Methoden qualitativer Sozial-, Unterrichts- und Schulforschung bietet hervorragende Einführungen und Literaturtipps - einfach mal auf die Reiter "Was muss ich wissen?", "Wie kann ich vorgehen?" und "Wer kann mir helfen?" klicken!
    Das Social Research Update der University of Surrey (UK) bietet hervorragende Überblicke über (fast) alle Verfahren und Methoden der Sozial- und Medienforschung.
    Das Portal Methodspace des SAGE-Verlags bietet ebenfalls zahlreiche Links zu (allerdings nur) qualitativen Methoden und Verfahren an.
    Für die Profis unter Ihnen: die Online-Zeitschrift Forum Qualitative Sozialforschung (FQS).
    Aufzeichnung eines Webinars zum Thema "Conducting Qualitative Fieldwork During Covid-19" (31.03.2020): hier anschauen. (Die Tonqualität ist leider nicht so dolle.)
    Aufzeichnung eines Webinars zum Thema "When the Field Is Online" (07.04.2020): hier anschauen.
    Dennis Lists Website Audience Dialogue mit vielen hilfreichen Ressourcen und Downloads, darunter auch das Online-Publikumsforschung-Tutorial Know Your Audience [© Audience Dialogue]. Klasse!
    Verstanden

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