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Studieren. Wissen. Machen.

Veranstaltungsbeschreibung

223634b Transferprojekt Empirische Medienforschung

Zuletzt geändert:19.07.2019 / von Carlsburg
EDV-Nr:223634b
Studiengänge: Medienwirtschaft (Bachelor, 7 Semester), Prüfungsleistung im Modul Empirische Medienforschung in Semester 4 6 7
Häufigkeit: nur SS
Dozent: Prof. Dr. Oliver Zöllner
Sprache: Deutsch
Art: P
Umfang: 2 SWS
ECTS-Punkte: 3
Workload: 2 SWS / 3 ECTS: 15 Termine zu je 2 SWS = 22,5 Zeitstunden; Vor- und Nachbereitung: 15 Termine zu je 1,5 Zeitstunden = 22,5 Zeitstunden; Konzeptionsarbeit, Feldarbeit, Auswertungen: 3 Termine zu je 5 Zeitstunden = 15 Zeitstunden; Verfassen der Studienarbeit: 5 Termine zu je 6 Stunden = 30 Zeitstunden. Gesamter Zeitaufwand (Workload) = 90 Zeitstunden
Inhaltliche Verbindung zu anderen Lehrveranstaltungen im Modul: Diese Lehrveranstaltung bietet als Transferprojekt eine praktische Umsetzung "im Feld" des zuvor bzw. parallel vermittelten theoretischen und methodologischen Wissens um die empirische Medienforschung.
Prüfungsform:
Bemerkung zur Veranstaltung: Deutsch, Teilnehmerbeschränkung
Beschreibung: Das Transferprojekt vertieft die bisher erworbenen Kenntnisse auf dem Gebiet der Markt- und Medienforschung und erprobt sie in einer praktischen Anwendung. Hierzu werden vor allem die Erkenntnisse aus dem parallel angebotenen (und mit zu belegenden) Seminar "Empirische Medienforschung: Methoden und Theorien" herangezogen. Daher sollen beide Veranstaltungen auf ein gemeinsames Thema der Markt- und Medienforschung fokussiert werden. Eine konkrete Fallbearbeitung im Zusammenwirken mit der Praxis ist anzustreben. Wir werden quantitative und qualitative Methoden anwenden.
Das heißt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden (je nach Teilnehmerzahl: ggf. in mehreren Gruppen) ein Forschungsprojekt konzipieren und selbständig umsetzen. Am Ende präsentieren sie ihre Ergebnisse und verschriftlichen diese als (Gruppen-)Hausarbeit.

WAS MACHEN WIR IM SOMMERSEMESTER 2019?

Wir werden uns um ein sehr spannendes Thema rund um Social Media kümmern, mit dem viele Studierende sicher schon einmal Kontakt hatten: mit Selbstdarstellung und Selbstoptimierung im Netz. 15 Jahre nach dem Start von Facebook (jetzt schon fast ein alter Hut, aber immer noch eine relevante Infrastruktur unseres Alltags) schauen wir darauf, wie Menschen sich im Netz, bei YouTube, Twitter, Instagram & Co. darstellen, was sie dort machen, um im weitesten Sinne gut auszusehen, und was sie unternehmen, um noch besser auszusehen. Das ist nicht nur optisch gemeint. Viele Menschen passen ihr Leben längst an eine erhoffte Wirkung im Netz an: ihr Aussehen, ihre Freunde (und "Freunde"), was sie studieren, ihre Hobbies, ihre Vorlieben, ihren Beruf usw. Es geht um das Zusammenspiel von Ökonomie, Selbstmarketing und Identität. Viele Menschen leben bereits zwei Leben parallel: eines offline, eines online. Und wollen immer besser werden. Das ist fast schon 'normal'. Aber: Was heißt das? Warum ist das so? Was macht das mit uns? Hat sich das Mensch-Sein an sich in der Digitalität verändert? Das werden wir erforschen. Lesen Sie bitte vorab den folgenden Artikel: John Harris (2019): Death of the private self: How fifteen years of Facebook changed the human condition. In: The Guardian online (31.1.). Und auch diesen: Johannes Kuhn (2019): 1000 Likes und trotzdem einsam. In: Süddeutsche Zeitung digital (18.3.). Wenn das nach Sherry Turkles lesenswertem Buch "Allein unter 100 Freunden" ("Alone Together", 2011) klingt, liegen Sie nicht ganz falsch. Die Hintergründe und Auswirkungen der Selbstoptimierung beschreibt Stefan Selke in seinem Buch "Lifelogging" (2014). Der Philosoph und Bodybuilder Jörg Scheller diskutiert den allgegenwärtigen Trend zur Optimierung von Körper und Geist im "Philosophischen Radio" auf WDR 5 (29.03.2019, MP3). Er hat auch einen Essay zum Thema in der Neuen Zürcher Zeitung geschrieben, über den man sich streiten kann: Jörg Scheller (2019): Sollen wir Menschen uns so akzeptieren, wie wir sind? Nein, wir können uns gar nicht genug optimieren! In: NZZ online (6.2.).

Die Teilnehmer*innen werden bei der Suche nach Forschungsthemen eigene Schwerpunkte setzen können. Konkret werden wir im Kurs entsprechende Leitfragen entwickeln und anschließend empirische Beobachtungen, Befragungen und Analysen im Umfeld von Flirt- und Dating-Portalen durchführen.
Ziel des Moduls ist, die Mechanismen der Selbstdarstellung und Selbstoptimierung im Netz in ihren jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und medialen Kontexten zu verstehen. Wir werden uns dabei auch mit Ansätzen der Digitalen Ethik auseinandersetzen [Charles Ess (2014): Digital media ethics. 2nd ed. Cambridge, Malden: Polity Press.]

Die Studierenden sind nach Abschluss des Transferprojekts in der Lage,
- relevante Literatur kompetent zu recherchieren und auszuwerten,
- eine konkrete Fragestellung der empirischen Medienforschung in methodisch angemessener Form zu bearbeiten,
- einen theoretischen Zusammenhang zu analysieren,
- gezielt Kontakte mit der Praxis zu knüpfen,
- Feldforschung vorzubereiten, zu organisieren und durchzuführen,
- Ergebnisse zu präsentieren und einen Ergebnisbericht zu verfassen.
English Title: Applied Empirical Media Research: Doing Fieldwork
Literatur: Dresing, Thorsten; Pehl, Thorsten (2018): Praxisbuch Interview, Transkription und Analyse. Anleitungen und Regelsysteme für qualitativ Forschende. 8. Aufl. Marburg: Eigenverlag. [Onlineversion: www.audiotranskription.de/praxisbuch (PDF)]
Lamberti, Jürgen (2001): Einstieg in die Methoden empirischer Forschung. Planung, Durchführung und Auswertung empirischer Untersuchungen. Tübingen: DGVT.
Wegener, Claudia; Mikos, Lothar (2017): Wie lege ich eine Studie an? In: dies. (Hrsg.): Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch. 2. Aufl. Konstanz, München: UVK, S. 220-228.

Interviews und Datenschutz:

Ein sehr hilfreiches Dossier zum Thema "Interviews datenschutzrechtkonform führen und verarbeiten" (mit Vorlagen für Datenschutzerklärungen etc.) finden Sie hier: www.audiotranskription.de/qualitative-Interviews-DSGVO-konform-aufnehmen-und-verarbeiten.



Weitere Literatur finden Sie in der HdM-Bibliothek.
Internet: Eine Übersicht über Statistik-Software (darunter auch diverse kostenlose!) finden Sie hier. Es gibt mehr als nur SPSS...
Die kostenfreie Software GrafStat ermöglicht das Anlegen von Fragebögen sowie das Verwalten und Auswerten von Daten. Auch sehr nützlich: das Angebot von ThesisTools.
Die Transkriptionssoftware "f4audio" bzw. "f4web" erleichtert das Dokumentieren verbaler Daten (Tiefeninterviews, Gruppendiskussionen etc.).
Eine Einführung, wie man mit Word (!) qualitative Textkorpora auswerten kann, gibt der Artikel "Die technikunterstützte Analyse von qualitativen Daten mit Word" von Bruno Nideröst.
Eine Software zur Auswertung von Texten mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ist QCAmap - und ist kostenfrei!
Schön ist auch MAXQDA [Demoversion hier], nicht zuletzt das Infotutorial/Webinar lohnt sich anzuschauen.
Mit Catma (kostenlos!) lassen sich Textbestände qualitativ kodieren und auswerten.
Für Mac gibt es auch die Software Annotations zur Auswertung von qualitativen Textdaten - mit einer kostenlosen Basisversion und einer relativ günstigen Vollversion.

Das Portal Quasus: Methoden qualitativer Sozial-, Unterrichts- und Schulforschung bietet hervorragende Einführungen und Literaturtipps - einfach mal auf die Reiter "Was muss ich wissen?", "Wie kann ich vorgehen?" und "Wer kann mir helfen?" klicken!
Online-Zeitschrift Forum Qualitative Sozialforschung (FQS).
Dennis Lists Website Audience Dialogue mit vielen hilfreichen Ressourcen und Downloads, darunter auch das Online-Publikumsforschung-Tutorial Know Your Audience [© Audience Dialogue]. Klasse!
Verstanden

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