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Hochschule der Medien

Initiative Software Engineering 2006

Konsortium der Hochschule der Medien gewinnt Projekt

Die HdM hat unter Federführung von Professor Dr. Johannes Maucher und Ansgar Gerlicher vom Studiengang Medieninformatik mit den Konsortialpartnern Universität Karlsruhe, Beecon GmbH, Karlsruhe, Fraunhofer IESE, Kaiserslautern, und Alcatel, Stuttgart einen Vorschlag zur Forschungsinitiative "Software Engineering 2006" des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingereicht.

Zur Detailansicht "AmbiComb" - Software-Entwicklung von Komponenten für Ambient Intelligence Systeme

"AmbiComb" - Software-Entwicklung von Komponenten für Ambient Intelligence Systeme

Nach ausführlicher Evaluation aller Projektvorhaben hat das BMBF den Vorschlag "AmbiComb" des HdM-Konsortiums als Sieger auserkoren.

Das Projekt ist am 1. Juni 2006 gestartet und läuft über drei Jahre. Es umfasst ein Gesamtvolumen von zwei Millionen Euro. Auf die HdM entfallen 356.000 Euro. Zur Auftaktveranstaltung hat das BMBF alle Siegerkonsortien vom 26. bis zum 28. Juni nach Leipzig eingeladen.

Bei "AmbiComb" geht es um die Software-Entwicklung von Komponenten für Ambient Intelligence Systeme. Darunter versteht man intelligente Systeme, in denen eine Vielzahl miteinander vernetzter Komponenten im Verbund Dienste bereitstellen. Das Ambient Intelligence System konfiguriert und kontrolliert sich weitgehend selbst. Es erweist dem Menschen Dienste ohne dessen Eingriff zu benötigen. Typische Komponenten von Ambient Intelligence Systemen sind zum einen Sensoren für die Erfassung von Umgebungszustand, zum anderen Aktoren, die abhängig vom aufgenommenen Umgebungszustand zu bestimmten Aktionen veranlasst werden.

Ambient Intelligence Systeme können vielfältig eingesetzt werden. Denkbar sind etwa die Nutzung in der Landwirtschaft zur Optimierung von Wachstum und Ernte, in der Industrie zur Unterstützung von Fertigungsprozessen, in Privathaushalten zur Automatisierung von Beleuchtungs-, Bewässerungs- und Heizungsanlagen oder bei der Unterstützung von kranken, behinderten und alten Menschen. "Beispielsweise könnten in der Wohnung eines pflegebedürftigen Patienten Sensoren die Aktivität der Person feststellen. Bleibt sie aus, wird ein akustisches Signal erzeugt. Wenn der Patient es nach vorgegebener Zeit nicht abschaltet, veranlasst das System, dass eine alarmierende SMS an den betreuenden Arzt geschickt wird", erläutert Johannes Maucher.

Bei Ambient Intelligence handelt es sich um ein vergleichsweise junges Informatik-Gebiet, bei dem derzeit die Grundlagenforschung im Mittelpunkt steht. Nur wenige Produkte griffen dessen Merkmale, nämlich die vernetzte Kooperation einer Vielzahl unterschiedlichster Einzelkomponenten, auf, berichtet Maucher. Zwar gebe es mittlerweile einige Produkte, die jeweils Teil einer solchen Ambient Intelligence-Umgebung sein könnten. Aber nur selten interagierten dabei Geräte unterschiedlicher Hersteller oder solche, die für die spezifische Kooperation entworfen wurden.

Die Herstellerabhängigkeit, die mangelhafte Erweiterbarkeit der Systeme und die fehlende Fähigkeit zur Selbstkonfiguration will das AmbiComp-Projekt weitgehend beheben. Insbesondere die Entwicklung von Software für eingebettete Systeme im Bereich der Ambient Intelligence soll erleichtert werden. Die Forscher wollen es vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen ermöglichen, solche Geräte mit der benötigten Software ohne großen Partner schnell zu entwickeln und zu vermarkten. "Dadurch können Innovationen schneller in marktreife Produkte umgesetzt und die Leistungsfähigkeit einzelner Entwickler gestärkt werden", erklärt Maucher. Auch Beiträge unabhängiger Entwickler sollen leicht in die Ambient Intelligence-Produkte von Dritten integriert werden können.

Als Ergebnis ist eine Software-Entwicklungs-Plattform geplant, mit der Geräte in einer Ambient Intelligence-Umgebung leicht und wieder verwendbar programmiert werden können. Dazu gehören die Werkzeuge der Software Entwicklung, das Substrat (also Ausführungsumgebung und Anwendungsschnittstellen), in dem diese Software später ablaufen soll, sowie die Methodik der Software-Entwicklung. "Vor allem Ausführungsumgebung, Schnittstellen und Methodik werden von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Umsetzung der Ambient Intelligence-Vision durch kleine und mittelständische Unternehmen sein", schätzt Johannes Maucher.

VERÖFFENTLICHT AM

02. Juni 2006

KONTAKT

Prof. Dr. Johannes Maucher
Studiengang Medieninformatik
Telefon0711 8923 2178
E-Mailmaucher@hdm-stuttgart.de
Thomas Suchy
Studiengang Medieninformatik
Telefon0711 8923 2158
E-Mailsuchy@hdm-stuttgart.de

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