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Hochschule der Medien

Studienbotschafter der HdM

Wissen, wie man "gscheit studiert"

Wenn 100 bis 200 Schüler in einem Raum versammelt sind, ruhig bleiben und zudem noch interessiert nach vorne schauen, dann kann es sich nicht um eine normale Unterrichtsstunde handeln.

Zur Detailansicht Katharina Goll (zweite von links) und Jürgen Ziech (rechts)

Katharina Goll (zweite von links) und Jürgen Ziech (rechts)

Stimmt. Denn ein bis zwei Mal im Jahr verwandeln sich die Aulen der Schulen in Baden-Württemberg in Vorlesungssäle. Die Dozenten sind in diesem Fall Studierende aus verschiedenen Hochschulen des Landes. Im Rahmen der Kampagne „Gscheit studiert“ informieren sie als so genannte Studienbotschafter Schüler und Schülerinnen über ihren Werdegang und das Studium an ihrer Hochschule. 

Die eigens ausgewählten und geschulten Studienbotschafter aus Hochschulen und Universitäten des Landes sind seit Oktober 2007 in über 300 Gymnasien in Baden-Württemberg und deutschlandweit auf Messen unterwegs. Mittlerweile hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg 176 Studienbotschafter in elf Workshops ausgebildet und über 1000 Einsätze an Schulen zu verzeichnen. „Die Schüler und Schülerinnen sollen fundierte Informationen über den Weg zum Studium, das Leben als Student und im besten Fall auch über das Leben nach dem Studium erhalten. Die Studienbotschafter können die Studieninteressenten bei ihrer Wahl des passenden Studienfachs unterstützen,“ sagt Jürgen Ziech aus dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zum Projekt „Gscheit studiert“.

Ziel sei es, die bereits bestehenden Maßnahmen zur Studien- und Berufsinformation an Gymnasien, etwa BOGY und Studieninformationstage, weiter zu verbessern. Im Rahmen von Vorträgen im Plenum und anschließenden Kleingruppenphasen sind drei bis fünf der insgesamt 141 im Moment amtierenden Studienbotschafter pro Schule im Einsatz. Katharina Goll, 22, und Andreas Brüggen, 24, beide Studenten der HdM, sind zwei davon. „Unsere Aufgabe ist es, die Schüler zu einem Studium in Baden-Württemberg zu ermutigen,“ meint Andreas Brüggen aus dem Studiengang Medienwirtschaft.

Geschichten mit Gesicht

Rund 300 neugierige Augenpaare sind auf sie gerichtet: Jeder Schulbesuch beginnt mit einer Plenumsphase, in der sich die Studienbotschafter zunächst vorstellen und ihren persönlichen Werdegang umreißen. „Damit schaffen wir Vertrauen,“ so Katharina Goll, Studentin des Masterstudiengangs Elektronische Medien. „Die Schüler wissen, dass kein großer Altersunterschied zwischen ihnen und uns liegt. Unsere Geschichte ist für sie persönlicher und interessanter, als eine Story ohne Gesicht.“

Die Plenumsphase dient außerdem dazu, Themen wie Bewerbung, Zulassung und Wartezeit zu erläutern sowie zu erklären, wo der Unterschied zwischen den verschiedenen Hochschularten liegt. „Wir bekommen regelmäßig Schulungen, damit wir auf dem neuesten Stand sind, wie z.B. bei der Geschwisterregelung,“ so Brüggen, der sich seit September 2008 als Studienbotschafter engagiert. Finanzierungsmöglichkeiten spielen schon bei angehenden Studenten eine große Rolle. Die Studienbotschafter können über eigene Erfahrungen mit Hiwi- oder Nebenjobs und BAföG berichten und Tipps zur Studienfinanzierung an die Schüler weitergeben.

„Wer gscheit studiert, der darf auch gscheit feiern.“

Auf das Plenum folgt die Kleingruppenphase, die sich je nach Wunsch der Schule anders gestaltet. „Meistens teilen wir uns in verschiedene Räume auf. Die Schüler können sich aussuchen, über welches Studienfach oder welche Hochschulart sie mehr erfahren möchten,“ so Katharina Goll, die seit Beginn der Kampagne zum Team gehört. In dieser Phase haben die Schüler die Möglichkeit alle Fragen zu stellen, die sie rund um das Thema Studium interessiert. Die Kleingruppenphase schafft eine ganz persönliche Atmosphäre. Die Botschafter können ihre Stundenpläne und Studieninhalte konkreter vorstellen aber auch ungeniert über das Leben als Student plaudern. So erfahren die Schüler aus erster Hand was es bedeutet, selbständig Fächer wählen zu können, im Wohnheim zu wohnen und sich durch die Bürokratie der Universitäten und Hochschulen beißen zu müssen.

Die Studierenden können den Schülern alles Wichtige weitergeben. Und dazu zählt neben BAföG-Anträgen und Zulassungsverfahren eben auch das Studentenleben an sich. Denn die Top-Frage der Schüler, so Goll und Brüggen lächelnd, ob man als Student noch Zeit zum Feiern habe, können beide jedes Mal aufs Neue mit einem „Ja“ beantworten. „Wer gscheit studiert, der darf auch gscheit feiern“, sind sich beide einig.

Zahl der Studienabbrecher soll verringert werden

„Gerade weil die Studienbotschafter aus eigener Erfahrung berichten können, sind sie so wichtig für den Prozess der Studienfachfindung“, sagt Ziech. Und das weiß auch die Lehrerschaft. Das Ministerium erhält nach jedem Einsatz Rückmeldung der jeweiligen Schule. Die Kampagne werde gelobt und sei bereits bei vielen Schulen nicht mehr wegzudenken, so Ziech. „Wir schauen ganz genau, was die Schulen wollen und suchen danach unsere Botschafter aus,“ so Ziech. „Dadurch erreichen wir die höchste Zufriedenheit auf Seiten der Schule, der Schüler, aber auch der Studienbotschafter.“ Und zufrieden sind die Studienbotschafter. Die Frage, warum sich die beiden als Studienbotschafter der HdM für das Land Baden-Württemberg engagieren, beantworten sie einleuchtend: „Weil wir uns damals gewünscht hätten, dass es jemand für uns tut.“

Katharina Goll

VERÖFFENTLICHT AM

16. April 2009

KONTAKT

Katharina Goll
Studienbotschafterin
E-Mailkg023@hdm-stuttgart.de

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