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Hochschule der Medien

Achte HdM-Kunstgalerie

Computerwelten in Acryl und Öl

Boris Irmscher holt die Sinnlichkeit zurück

An der Hochschule der Medien (HdM) hat Kunst schon seit fünf Jahren einen festen Platz: In der HdM-Galerie. Am 16. Juni 2004 wurde die erste HdM-Galerie mit Blütenkompositionen von Klaus P. Müller eröffnet. Seitdem gibt Professorin Susanne Mayer, Studiengang Audiovisuelle Medien, Künstlern regelmäßig die Gelegenheit, ihre Werke an der HdM auszustellen.

Rückblick: HdM-Galerien

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Der Künstler Boris Irmscher mit Prof. Susanne Mayer vor seinem Lieblingswerk aus der Sammlung

Der Künstler Boris Irmscher mit Prof. Susanne Mayer vor seinem Lieblingswerk aus der Sammlung

Der Künstler im Gespräch bei "Meet the Artist"

Der Künstler im Gespräch bei "Meet the Artist"

Prof. Susanne Mayer, Initiatorin der HdM-Galerie

Prof. Susanne Mayer, Initiatorin der HdM-Galerie

Eine Sammlung von Boris Irmscher wurde für die aktuelle und bereits achte HdM-Galerie ausgewählt und schmückt seit 6. April 2009 das Foyer der HdM. Darin setzte der Maler künstliche Computerwelten in den freien Raum.

Bei „Meet the Artist" am 23. April 2009 erläuterte Irmscher, wie er zur Verbindung von Kunst und digitaler Welt kam. Lange hatte der gebürtige Ravensburger, der zunächst freie Malerei an der staatlichen Hochschule für bildende Künste in Frankfurt am Main studierte, eine sehr traditionelle Auffassung von Kunst.1999 wechselte er an die Kunsthochschule für Medien in Köln. „Hier standen auf einmal alle digitalen Möglichkeiten offen. Doch ich fragte mich immer wieder, welchen Sinn Malerei hat, wenn es Medien gibt? Der subtile persönliche Ausdruck, die Emotionalität und die Sinnlichkeit, die man beim Malen erlebt, fehlten. Und bei der digitalen Darstellung wird einfach so viel vorgegeben." Inspiriert von Computerspielen versuchte Irmscher, die Malerei mit der digitalen Welt zu verbinden. Auf die Frage, was er mit seinen Bildern beim Betrachter bewirken wolle, sagt Irmscher, dass er die Werke zunächst für sich gemacht habe. Dennoch wolle er beim Betrachter erreichen, dass virtuelle Welten kritischer gesehen werden. „Das Ziel von Computerspielen und ihrer Grafik ist, dass sie möglichst realistisch aussehen. Dabei vergisst man oft, dass es sich nur um Modelle von der Welt handelt, " so Irmscher. "Darüber möchte ich zum Nachdenken anregen." Die Bilder des Künstlers in Acryl und Öl sind noch bis Ende Mai 2009 zu sehen.

Professorin Susanne Mayer erläuterte in einem Interview ihre Beweggründe, die HdM-Galerie in regelmäßigen Abständen zu organisieren:

 

Warum finden Sie das Thema Kunst für eine Medienhochschule wichtig?

Mayer: „Kunst ist Kultur und Kultur gehört in jede Hochschule, vor allem aber in eine, die sich der Ausbildung der Medien widmet. Hier ist die Diversität und Komplexität von Sichtweisen, wie sie uns vor allem durch künstlerische Arbeitsansätze vermittelt werden, ganz besonders gefragt. Das ist der Hauptgrund für meine Initiative HdM-Galerie."

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Mayer: „Die Auswahl der Künstler richtet sich an den Kriterien aus, die sowohl ideel für den Ort Hochschule der Medien, als auch vollkommen pragmatisch speziell für die große Wand im Treppenhaus wichtig sind:

1. Es muss ein inhaltich-visueller Themenzusammenhang mit "Medien" klar ersichtlich oder herleitbar sein.

2. Es müssen 2-dimensionale Bilder sein: Print, Fotografie, Malerei, Collage... - egal!

3. Die Bilder müssen an unserer eigens für die HdM Galerie entwickelte Hängevorrichtung befestigt werden können.

4. "Große Formate" sind durch die Größe der Wand bedingt. Kleine Formate wirken hier nicht.

5. Eine gewisse Ästhetik und technisch-bildnerische Perfektion der Arbeiten ist Voraussetzung für die Aufnahme in den Ausstellungszyklus."

Welche Vorteile haben Ihrer Meinung nach die Studierenden von den Ausstellungen?

Mayer: „Sie bekommen mit den Ausstellungen quasi umsonst "food for thought" geliefert.Die Bilder können Gesprächsstoff geben, Inspiration entwickeln, Fragestellungen aufwerfen - kurz: Gedanken und Emotionen aktivieren. Das sind wichtige und gute Übungen für die stetige Auseinandersetzung mit visuellen Medien, egal, ob sie bewusst oder unbewusst ablaufen."

Warum sollte man sich die aktuelle Ausstellung von Boris Irmscher anschauen?

Mayer: „Die aktuelle Ausstellung befasst sich mit Fragmenten aus Computerspiel-Kulissen, die aus dem Kontext heraus genommen und in einen "himmlischen", undefinierten, leichten Raum gesetzt wurden. In den Informations-Karten zur Ausstellung und auch im Info-Plakat habe ich formuliert, dass man die Bilder mit dieser konzeptionellen Information sehen möge. So, hoffe ich, können sich die Betrachter einmal mehr klar machen, woraus Computerspiele "gestrickt" sind, und die Fragestellung "Wie real ist virtuell?" gibt hoffentlich nochmals Anstoß zur Bewusstmachung der eher irrealen Abläufe in Computerspielen. Bei „Meet the Artist" war der Künstler gerne bereit, von seinem Leben auf dem Grat an der Schnittstelle zwischen Kunst und Medien-Arbeit zu berichten. Momentan arbeitet er in einer Computerspiel-Firma."

 

Andrea Simone Reckziegel

VERÖFFENTLICHT AM

24. April 2009

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