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Hochschule der Medien

Bibliothek 21

Ein Raum, der Medien erlebbar macht

Im Web 2.0-Zeitalter finden Informationsbeschaffung und Unterhaltung zunehmend digital statt. Das Internet wird als globale Bibliothek gehandhabt: von der wissenschaftlichen Recherche bis zum Herunterladen ganzer Bücher liegt alles bequem über Mouse und Keyboard in der eigenen Hand.

Copyright Stadtbücherei Stuttgart

Copyright Stadtbücherei Stuttgart

Und dennoch hat die letzte Stunde der „Medien zum Anfassen" noch lange nicht geschlagen. Betrachtet man die Geschichte der Printmedien, insbesondere die des Buches, scheint es nicht wahrscheinlich, dass diese selbst in der heutigen, schnelllebigen Zeit, kurzfristig verdrängt werden. Schriften und Bücher dienen der Wissenserhaltung, enthalten Chroniken und Biographien bedeutender Persönlichkeiten, halten Sprache lernbar fest, oder sind einfach unterhaltend. Von der Gutenberg-Bibel bis zum Groschenroman hatten alle gedruckten Werke ihren Sinn und Zweck und haben ihn weiterhin.

Bibliothek - Ort der Ruhe und des Austausches

Professor Martin Götz, der an der Hochschule der Medien das Fach „Bibliotheksbau" lehrt, schätzt, dass die Nutzung gedruckter Medien zwar langsam abnimmt, sich das Buch aber vor Allem im belletristischen Bereich  noch jahrzehntelang halten wird.

Im Gegensatz zu digitalen Medien ist der Bedarf an Raum bei Printmedien extrem hoch. Bibliotheken schaffen Orte, an denen man sich mit ihnen direkt befasst und Gleichgesinnte trifft. Vor allem für die Komponente des Bibliothekswesens, die ihren Nutzern Ansprechpartner für die Informationsbeschaffung zur Seite stellt, ruhige Orte und Treffpunkte schafft, wird der Bedarf nicht schwinden.

Neue Stadtbibliothek für Stuttgart

Im Herzen von Stuttgart wird am 5. Juni der Grundstein für die neue Stadtbibliothek gelegt. „Bibliothek 21", ein großes Vorhaben, das nach mehr als zehn Jahren nun in die Tat umgesetzt wird. Damit wird die lange Tradition der Zentralbibliothek im Wilhelmspalais von einem neuen Konzept und, wie zu erwarten steht, einem verjüngenden Image abgelöst. „In gewisser Weise kann man dabei von einem neuen „Glanzpunkt" der Stadt sprechen", so Martin Götz. Das Gebäude verbindet dabei architektonische Finessen mit den Ansprüchen, die eine stark frequentierte Bibliothek an ihren Alltag und die Archivierung stellt.

„Jeder Bau ist ein Kompromiss zwischen Ästhetik und Funktionalität", sagt Martin Götz. Ob die Bibliothek 21 diesen Kompromiss meistert, werde der Alltag zeigen. Der geplante Bau ist auffällig, hell und einladend: Von allen vier Seiten wird der im Wasser stehende Glaskubus begehbar sein. Der Architekt Eun Young Ji, dessen Design den Wettbewerb um die Gestaltung der neuen Zentralbibliothek gewonnen hat, wollte diese durch seinen Entwurf „als geistiges Zentrum betonen". Seiner Meinung nach muss eine Bibliothek in einer Stadt markant platziert werden. „Eine Bibliothek ist für mich ein Sinnbild für die Arche Noah.", sagt er in einem Interview. „Auch wenn morgen die Welt untergeht, wenn die Bibliothek überlebt, dann hat auch die Menschheit überlebt."

Melanie Teich

VERÖFFENTLICHT AM

04. Juni 2009

KONTAKT

Prof. Dr. Martin Götz

Informationswissenschaften

Telefon: 0711 8923-3241

E-Mail: goetz@hdm-stuttgart.de

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