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Hochschule der Medien

HdM-Studenten machen Geschichte

A.D. 235 - Fall des Limes

Blutrot versinkt die Sonne hinter den dunklen Tannenspitzen, als der Verräter zum Schlag ausholt um dem Leben der Römerin ein Ende zu setzen. „Cut“ hört man aus dem Hintergrund und es fällt nicht das Schwert, sondern die Klappe.

Am Set von A.D. 235

Am Set von A.D. 235

Wir befinden uns im Jahr 235 vor Christus, zumindest vor der Kamera, dahinter schreiben wir das Jahr 2010 und befinden uns in einem Großprojekt der Masterstudenten der Hochschule der Medien: Projekt „A.D. 235 - Fall des Limes" erzählt die Geschichte von der Ermordung des jungen Kaisers Severus Alexander und seiner herrschsüchtigen Mutter Julia Mamaea, die Maximinus Thrax auf den Thron bringen und damit einen Umbruch und den späteren Niedergang des Römischen Reiches nach sich ziehen wird. Nach mehr als zwei Jahren Vorbereitung konnte, Dank der Kooperation mit der Stadt Schwäbisch Gmünd, die die Finanzierung sichert und auch als Drehort dient, am 16. Januar die erste Klappe fallen und das Projekt Gestalt annehmen.

Ein Projekt, auf das die HdM stolz sein kann


Initiiert wurde das Projekt von Professor Stuart Marlow. Er schrieb das Drehbuch, brachte das Projekt ins Rollen und stellte das Team zusammen, dem er jetzt als ‚Spiritus Rector' zur Seite steht. Die Studenten hatten einen großen kreativen Spielraum bei der Inszenierung, den Aufnahmen und der Kameraführung. Auch beim Drehbuch konnten sie ihre eigenen Ideen einarbeiten und umsetzen, erzählt uns Tommy Niessner, der bei dem Projekt zusammen mit Lennard Peters und Bianca Frühauf Regie führt. Alle drei studieren im Masterstudiengang Elektronische Medien, mit Schwerpunkt Mediengestaltung. Auf dieses Projekt könne die Hochschule mit Recht stolz sein, so Tommy. Denn nicht nur die Manpower, sondern auch Hardware und die technische Umsetzung sowie die Postproduktion machen den Film zu einem echten HdM-Kind. Unterstützt wird das Team von anderen Bachelor- und Master-Studenten der HdM sowie externen Spezialisten.

Authentizität bei jedem Wetter

Beim Dreh wird viel Wert auf Authentizität gelegt. So wurde im Vorfeld nicht nur vergleichbares Filmmaterial studiert, sondern die gesamte Produktion auch von historischen Beratern aus unterschiedlichen Museen unterstützt, die auf die historische Korrektheit achteten. Originalgetreu waren auch die auf Englisch so genannten Reenactment Gruppen ausgestattet. Reenactors sind von historischen Epochen oder Ereignissen faszinierte Menschen, die in ihrer Freizeit den Fahrradhelm z. B. gegen den so genannten Niederbieber (Helm eines römischen Soldaten) eintauschen und in Originalkostümen vergangene römische Zeiten nachstellen. Nicht ganz authentisch, aber dafür für den Zuschauer leichter zu verstehen, ist die Sprache des Films: Er wird auf Deutsch gedreht, nicht etwa in Latein.
Auch wenn die eine oder andere Vision an der Realität scheitert, so Tommy Niessner, sorgen die Professionalität der Laien-Schauspieler sowie das tolles Team und die optimale Vorbereitung für einen fast reibungslosen Ablauf. Da macht es auch nichts, wenn einmal ein Darsteller mit Turnschuhen unter der Toga im Bild auftaucht. Dann gibt es eben noch einen Take. Alles in allem ist Tommy sehr zufrieden mit dem bisherigen Projekt, auch wenn es im langen germanischen Winter manchmal kalt ist und schwierig, die durchgefrorenen Schauspieler in Spannung zu halten: Gerade, wenn eine Szene mit freiem Oberkörper gedreht werden und muss und die Lichteinstellungen dann doch noch nicht passt.

„Stick to the plan"

Das Licht ist an kurzen Wintertagen ein Problem für das Team. Da ausschließlich an den Wochenenden gedreht wird, bleiben mitunter nur zwei Stunden, um die Kaisermutter zu meucheln, eine Kamerafahrt und einen Kranshoot optimal unterzubringen. Aber getreu dem Motto „Stick to the plan" bekommen Florian Hassler und Andreas Bauernberger hinter der Kamera dann doch alles in den Kasten. Die größte Herausforderung steht dem Team jedoch noch bevor, wenn in Italien mit über 70 Komparsen eine Schlachtszene gedreht wird. Aber Dank vieler Telefonate und des unermüdlichen Organisationsgeschicks der Produktionsleiter Dominik Hügle und Christin Laue, wird auch hier bestimmt wieder alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein oder am Set stehen.
Damit steht dem Erfolg des 60minütigen Films eigentlich nichts mehr im Wege: „Erst ist da die Idee und dann siehst du die Kostüme und die Kulissen und dann die Leute in den Kostümen und zwischen den Kulissen. Und die sprechen dann auch noch den Text, den du geschrieben hast. Das ist geil!", so Tommy Niessner.

Das finden wir auch und freuen uns auf die Premiere im Juli.

 

Susanne Stegmüller

VERÖFFENTLICHT AM

09. März 2010

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