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Hochschule der Medien

Aschewolke

Auch HdM war betroffen

Die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull betraf auch die Studenten der HdM. Drei von ihnen berichteten von ihrem Schicksal als „Gestrandete“ in Übersee, von helfenden Smartphones, Verspottung am Check-In und jeder Menge Stress. Und: Nicht nur Studenten waren betroffen.

Flugverzögerungen, Umbuchungen, Abflugverschiebung, Stress am Flughafen. Dies waren nur einige Aspekte für europäische Flugreisende, die der Aschewolke des Vulkans bis Anfang letzter Woche zum Opfer fielen. Die HdM-Redaktion hat einmal nachrecherchiert, ob auch Angehörige der HdM auch betroffen waren.

Odyssee in den USA

„In Philadelphia ließen sie mich dann einfach nicht mehr boarden", erzählt Jasmin Stoll, Studentin im dritten Semester Werbung und Marktkommunikation, die einen Kurzurlaub in Amerika verbrachte. Nach ihrem Aufenthalt in Boston wollte sie am 15. April ihren geplanten Rückflug nach Frankfurt über Washington und Philadelphia antreten. Der Flug nach Washington verlief noch ohne Probleme, doch in Philadelphia wurde ihr Flug nach Frankfurt aufgrund des gesperrten Luftverkehrs gestrichen. Sie wurde schließlich nach Boston zurückgeschickt und für einen Flug für den 19. April ab Boston, über Philadelphia nach Frankfurt gebucht. Bei Jasmins Ankunft am internationalen Flughafen von Boston (General Edward Lawrence Logan International Airport) am vorletzten Montag, hielten die Sperrungen der Flughäfen, darunter auch ihre (Paris und Frankfurt), weiter an. Da die Fluggesellschaft Mitglied der Star Alliance ist, erkundigte sich die Studentin nach einer möglichen Umbuchung. „Du kannst ja mal rübergehen und betteln, ob du mit darfst!", war darauf die Reaktion der Dame am Flug-Schalter....

Hilflos im Wirrwarr

„Man ist total hilflos und bekommt dann nicht mal Verständnis von Seiten der Fluggesellschaft!", sagt Jasmin. Die Airline legte den Abflug des neuen Fluges auf Sonntag den 25. April fest. Jasmin Stoll kontaktierte am nächsten Morgen gleich die Hotline der Airline und erkundigte sich nach früheren Flügen nach Paris oder Zürich. Ihre Hartnäckigkeit wurde schließlich belohnt: Die Fluggesellschaft bemühte sich und fand einen Platz in einer Maschine nach Paris für den 22. April. „Zum Glück hatte mir meine Freundin aus Boston ihr Smartphone geliehen! So konnte ich mich nach den Zugverbindungen von Paris nach Stuttgart noch während des Hotline-Gesprächs informieren."

Auch für Praktikant Kristof Schmit wurde die ursprünglich auf zehn Tage geplante Reise mit dem Chef seiner Werbeagentur auf die französische Karibikinsel Martinique ungewollt verlängert. Am Rückflugtag begann am Flughafen „Aéroport International Martinique Aimé Césair" das Wirrwarr: „Unser Flug war der erste, der gestrichen wurde." Nach mehreren teuren Taxifahrten zur Stadt Le Lamentin, in der sich der internationale Flughafen befindet, und wieder zurück zum Ausgangsaufenthalt, konnte der Heimflug über Paris nach Stuttgart am 21. April erfolgen - sechs Tage nach dem eigentlichen Rückflugdatum. Ohne die rettenden Geldsendungen aus der Heimat und dem Smartphone, das Gespräche in die Heimat und die Beschaffung von Informationen sehr erleichtert hatte, wäre die ungewollte Verlängerung wohl noch unangenehmer verlaufen, so Schmit.

Rechtlich Abhängig vom Goodwill?

Jasmin ist jetzt wieder zurück - nach einer 14-tägigen Odyssee mit überfordertem Airline-Personal, umständlichen U-Bahnfahrten, langen Telefonaten und tagelanger Ungewissheit. Die zusätzlichen Kosten für Umbuchungen, Nahrung und Zugfahrt, hätte Jasmin ohne familiäre Unterstützung nie alleine tragen können. „Und dieses Geld werde ich auch von der Airline sicher nicht zurückerstatten bekommen", so die Studentin.

Bei der Air France forderte dagegen Kristof Schmit sein Recht laut EU-Fluggastrecht ein. Da Martinique ein voll integrierter Teil des französischen Staates und damit auch Teil der Europäischen Union ist, ist hier dem Anschein nach die EU-Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 gültig. Durch sie steht Air France in der Sorgepflicht für „Hotelunterbringung auch für mehrere Nächte [...], für Verköstigung in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit (Art 5 iVm Art 9 Abs 1lit a) und die Möglichkeit, für Telefonate oder E-Mails, meist in Form von Gutscheinen für die Flughafeninfrastruktur, zu sorgen." (Quelle: http://eur-lex.europa.eu/de/index.htm)

Air France reagierte auf Kristofs Anfrage mit der Aussage, dass man nur für Vulkanausbrüche zahle, für die Air France eigens verantwortlich wäre. Kristof wird deshalb weiter um sein Recht als ‚Vulkan-Opfer' kämpfen und eine Rückerstattung von Air France für den ungeplanten finanziellen Aufwand verlangen.

Glück im Unglück hatte dagegen Ilona Ushenina, Werber-Studentin an der HdM. Sie sollte am Samstag, den 17. April ihre gebuchte Pauschalreise antreten. Ein Anruf vom veranstaltenden Reisebüro am Freitagvormittag, bestätigte der Studentin die Reise: Sie könne „beruhigt ihre Koffer packen". Am Samstagvormittag rief Ilona das Reiseunternehmen vorsichtshalber zurück: Der Flug sei gestrichen, hieß es. Aber die Veranstalter boten der Studentin einen Ausweichtermin für den Abflug an. Ilona sagte die Reise jedoch ab und bekam ihr Geld zurück. Sie hatte Glück.

Unbequeme Dienstreise

Doch nicht nur Studierende waren von der Aschewolke betroffen: Professor Bernd-Jürgen Matt aus dem Studiengang Print-Media-Management war am 16. April auf das diesjährige Unternehmerforum des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) in Berlin mit einem Kollegen eingeladen. Die Rückreise der Dienstreise verlief für Herrn Matt nicht so komfortabel wie der Hinflug. Er musste aufgrund des gesperrten Luftverkehrs mit der Bahn fahren, die Reise war alles andere als bequem: Im überfüllten Zug musste er die letzten zweieinhalb Stunden von Frankfurt nach Stuttgart stehend verbringen...

 

Sabrina Konrad

VERÖFFENTLICHT AM

30. April 2010

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Frauke von Carlsburg

am 06.05.2010 um 17:34 Uhr

Hallo, ich hatte Glück im Unglück und habe frühzeitig eine Mitfahrgelegenheit per Auto gefunden. Das Wochenende war wegen des Flugverbotes sehr stressig, da man an den Countern immer wieder vertröstet wurde. Ich erreichte meine psychischen und physischen Grenzen. F. von Carlsburg

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