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Stipendien

Neues Stipendienprogramm umstritten

Das Kabinett hat ein neues, nationales Stipendienprogramm beschlossen. Zudem wird der BAföG-Satz erhöht, um mehr Schulabgänger zu einem Studium zu motivieren und auch finanzschwache Schichten zu fördern. Das Problem: Das Geld fehlt und Kritiker monieren seine mögliche Verteilung.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan plant die finanzielle Entlastung der deutschen Studenten: Ende April hat das Kabinett ein nationales Stipendiensystem verabschiedet, von dem etwa 160.000 Studenten profitieren sollen. Die Stipendien werden nach Leistung und unabhängig vom Einkommen an die besten 10% der Studierenden vergeben. Dem Gesetz zufolge sollen Studenten mit 300 Euro monatlich unterstützt werden, die sie zum BAföG hinzuverdienen können. Der BAföG -Satz selbst wird um 2% angehoben. Der Höchstsatz liegt somit bei 670 Euro statt 648 Euro. Der Bund rechnet mit Mehrkosten von 202 Millionen Euro im Jahr. Beide Regelungen sollen ab dem kommenden Wintersemester in Kraft treten.

Aufkommende Kritik

Finanziert werden die Stipendien je zur Hälfte durch den Staat und private Geldgeber. Dabei können die privaten Geldgeber selbst bestimmen, für welche Hochschulen und für welche Fachbereiche sie die Stipendien vergeben wollen. Doch schon nach Verabschiedung des Gesetzes werden erste kritische Stimmen laut. Bund und Länder hätten nicht genug finanzielle Rücklagen, um die angekündigte Unterstützung zu realisieren. Sowohl für die Stipendien als auch für das BAföG fehle das Geld. Und ob genügend Unternehmen bereit sind, die Stipendien zur Hälfte zu unterstützen, sei ebenfalls ungewiss. Besonders Hochschulen in strukturschwachen Regionen fänden unter Umständen nicht genügend unterstützende Unternehmen. Da es in den neuen Bundesländern weniger potenzielle Privat-Geldgeber gibt, seien diese Länder automatisch benachteiligt.

Die Vergabe der Stipendien anhand von Leistung lässt außerdem Vorwürfe aufkommen, bildungsferne Schichten zu benachteiligen. Das Stipendienprogramm sei demnach eher eine Elitenförderung als ein leistungsfähiges Breitenförderungsinstrument. Außerdem ließe die Vergabe nach Leistung individuelle Faktoren, wie lebenslaufbedingte Hürden, gesellschaftliches und soziales Engagement oder Verantwortungsbereitschaft außer Acht. Ferner wird prognostiziert, dass einige Fachbereiche eher bezuschusst werden als andere. Angehende Ingenieure hätten demnach höhere Chancen, ein Stipendium zu bekommen als Studenten anderer Studiengänge. Zudem befürchten Kritiker, dass Abiturienten in Folge dessen ihr Studium nicht mehr nach persönlichen Interessen, sondern nach finanziellen Gesichtspunkten auswählen.

Kurios: Vor allem Studenten bemängeln die ungerechte Verteilung des Geldes, das ihrer Meinung nach weniger die privilegierten Studenten unterstützen sollte als jene, die sich ein Studium ohne finanzielle Unterstützung nicht leisten könnten.

Kim Mielowsky

VERÖFFENTLICHT AM

17. Mai 2010

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Sebastian

am 25.05.2010 um 01:13 Uhr

Das höhere Bafög hat sich mit dem Bundesrat entscheid verabschiedet in die Mottenkiste.

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