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Digitale Printprodukte

Zum Online-Kiosk statt zu dem um die Ecke

Passend zu den neuen E-Readern kommt nun auch eine neue Geshäftsidee: Der E-Kiosk. Dem ersten deutschen Online-Kiosk www.Onlinekiosk.de wollen nun auch große Verlage wie Gruner + Jahr folgen und digitale Printprodukte anbieten. Und auch in den USA wird an einem ähnlichen Konzept gefeilt.

© Friday - Fotolia.com

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Die neuen E-Reader (Quelle: www.Onlinekiosk.de)

Die neuen E-Reader (Quelle: www.Onlinekiosk.de)

Nach allen Diskussionen um die Krisenzeiten bei Verlagen wird jetzt offensichtlich auf das Potential des Internets und der E-Reader gesetzt. Der E-Kiosk bietet eine neue Plattform zum Kauf von Print-Publikationen, aber auch digitalen Ausgaben von Zeitschriften, Zeitungen und Büchern. Der erste Online-Kiosk ging bereits im März 2010 online und bietet den Kunden Abonnements von mehr als 300 Print-Titeln von Verlagen wie Axel Springer, Spiegel, Hubert Burda und kleineren Verlagsunternehmen an. Die Gründer der verlagsunabhängigen Seite www.Onlinekiosk.de wollen das Angebot jetzt ausbauen. Bald soll es möglich sein, Einzelausgaben und im Herbst auch E-Books zu beziehen. Da bislang nur 10 digitale Ableger von Print-Titeln zur Verfügung stehen, wird mit den Verlagen verhandelt, mehr der sogenannten eMags anzubieten. Die Macher der Seite bieten diesen sogar die Möglichkeit, die Print-Ausgaben für sie zu digitalisieren.

Flatrate für Magazine

Ein neuer Geschäftsbereich soll in den nächsten Wochen mit den Flat-Abos folgen. Mit der Zeitschriften-Flatrate können die Kunden, unter Beachtung kurzer Mindestlaufzeiten, zu einem Festpreis zwischen bestimmten Magazinen problemlos wechseln. „Wir sind das erste Unternehmen, das für Zeitschriftentitel ein Flat-Abo anbietet. Das ist ein Meilenstein für die Branche", sagt Thorsten Ebertowski, der das Konzept entwickelt hat.

Weitere Medienunternehmen wollen folgen

Die Verlagshäuser Bertelsmann und Gruner + Jahr wollen bereits nachziehen und ähnliche Online-Kioske entwickeln. Doch nicht nur hierzulande wird an neuen Möglichkeiten im Bereich der E-Publikationen gefeilt. Das große US-Medienunternehmen Hearst Corporation plant ebenfalls einen elektronischen Kiosk. Passend dazu wird das eigene Lesegerät Skiff-Reader entwickelt, auf dem die elektronischen Ausgaben gelesen werden können. In einem Gespräch mit der Zeitschrift W & V erklärt Hearst-Geschäftsführer John Loughlin das neue Konzept. Zusammen mit weiteren US-Verlagen soll ein Marktplatz für elektronische Zeitungs- und Magazin-Abos und Bücher geschaffen werden.

Das neue Publikum: E-Leser

Scheinbar bietet der E-Kiosk auch die Möglichkeit, die lang diskutierte Problematik mit dem Paid Content im Internet zu lösen. Was sich dabei gut trifft: das Aufkommen und die Produktion immer neuer Modelle von E -Readern. Loughlin meint dazu, dass durch die Kombination von eMags und kompatiblen Geräten wie z.B. dem iPad ein „...Leseerlebnis mit Lean-Back-Charakter entsteht", ähnlich wie mit der Zeitschrift auf dem Sofa, sodass es nicht abwegig sei, dass Menschen bereit wären, dafür zu bezahlen. Allerdings sei noch abzuwarten welche neuen E-Reader-Geräte Magazine z.B. in Sachen Farbigkeit und anderer technischer Eigenschaften qualitativ gut abbilden können. Nach der Frage ob „E-Leser" die Print-Leser ersetzen werden, antwortet Loughlin, dass sie mit einem E-Kiosk eher das Publikum erreichen, welches bislang wenig bzw. keine Print-Magazine lese und es zu dem derzeitigen Print-Publikum hinzukomme. Mit dieser Entwicklung scheinen die Jahre des Abwartens vorüber: Die Verlagshäuser sind jetzt im Digitalisierungszeitalter angekommen. Offensive statt Defensive ist damit die neue Losung.

 

Helene Adam

VERÖFFENTLICHT AM

28. Juni 2010

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