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Bildbearbeitung

Gesetz gegen Bildretusche

Bearbeitete Werbebilder, retuschierte Modelkörper, die oft einfach zu perfekt wirken: Zwei Abgeordnete in Israel fordern nun ein Gesetz gegen die Bildbearbeitung, damit das Bild der Frau nicht verfälscht wird. Zugleich wollen sie mit der Gesetzesinitiative gegen den Model-Magerwahn vorgehen.

Bizarre Darstellung eines Models (Copyright: photoshopdisasters.blogspot.com)

Bizarre Darstellung eines Models (Copyright: photoshopdisasters.blogspot.com)

Bilder im Vergleich: links unbearbeitet, rechts bearbeitet. (Quelle: www.msn.de)

Bilder im Vergleich: links unbearbeitet, rechts bearbeitet. (Quelle: www.msn.de)

Vordergründiges Ziel der Abgeordneten Danni Danon und Rachel Adatto ist es, „die gesellschaftliche Norm der kranken, magersüchtigen Models zu verändern." Die Bilder vermitteln ein Ideal von abgehungerten Models und zur Perfektion bearbeiteten Prominenten. Die Realität sieht dagegen ganz anders aus. Dem Gesetzesentwurf nach sollen Models zukünftig ihren Arbeitgebern einen ärztlichen Nachweis über ihren Body-Mass-Index (Rechnung des Gewichts im Verhältnis zur Körpergröße) vorlegen und bestätigen, dass dieser im Normalbereich liegt. Zudem sollen Model-Bilder, die nachträglich bearbeitet wurden, mit einem deutlichen Hinweis darauf gekennzeichnet werden. Ein extremes Beispiel führten die Initiatoren dem Ministerausschuss schon vor: das Bild einer 20-Jährigen, die per Bildbearbeitung den Körper einer 14-Jährigen erhielt.

 Dem Idealbild trotzen

Israel ist damit das dritte Land, das über die Einführung eines solchen Gesetzes diskutiert. Abgeordnete in Frankreich und England wollen ebenfalls eine erkennbare Markierung bearbeiteter Bilder einführen. Ein Verstoß soll mit hohen Geldbußen gestraft werden. Wie in Israel ist der Hintergrund die Gefährdung von (vor allem jungen) Menschen, die durch den Anblick vermeintlich perfekter Körper und Gesichter an sich zweifeln und unzufrieden mit sich selbst sind. Dadurch werden die Gefahr der Magersucht und die Wunschvorstellung ewig jung und schlank zu sein, verstärkt.

Vor einigen Monaten sorgte Britney Spears für Furore: Sie veröffentlichte bewusst unbearbeitete Shooting-Bilder, die sie neben die veröffentlichten Werbebilder stellte - Fettpölsterchen und Cellulite wichen einer makellosen, glattgestrichenen Figur. Ein Zeichen setzte auch die Marke Dove, die in ihrer Werbekampagne normalgewichtige Frauen zeigte und durchaus erfolgreich war. Bislang sind das allerdings Einzelfälle, die dem perfektionierten Idealbild trotzen. Es bleibt abzuwarten, ob die Diskussion über retuschierte Bilder auch in Deutschland und weiteren Ländern Einzug findet.

 

 

Helene Adam

VERÖFFENTLICHT AM

16. Juli 2010

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