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Rechtssichere E-Mail

De-Mail gegen E-Postbrief

Eine neue Runde im Kampf um den rechtssicheren E-Mail-Verkehr haben Deutsche Post, Deutsche Telekom und United Internet eingeleitet: Teilnehmer der neuen Dienste können sich ab sofort für die Zukunft registrieren lassen.

Quellen: www.epost.de und www.fn.de-mail.de

Quellen: www.epost.de und www.fn.de-mail.de

Das Ziel der Anbieter ist es, eine bequeme Alternative zum Papier-Brief zu bieten. Vor einigen Tagen hat der Kampf um die künftige Kundschaft begonnen, denn nach der Telekom ermöglicht die Post ab sofort die Registrierung von Mail-Adressen für den E-Postbrief. Für das System der De-Mails von der Telekom konnten sich Interessenten schon einige Tage zuvor zulassen, wie auch für den Dienst von United Internet.

Nachteil herkömmlicher E-Mails

Briefe nicht mehr gedruckt, sondern elektronisch, also per E-Mail zu verschicken, hatte bislang einen entscheidenden Nachteil: ihre Inhalte waren vor Gericht nicht brauchbar - zu viel Manipulation bei den Adressaten und den Inhalten sind möglich. Im Gegensatz zu gedruckten Briefen oder dem Fax gelten E-Mails deshalb bislang nicht als rechtssicherer Weg, brisante oder vertrauliche Informationen wie z.B. Kündigungsschreiben, Mahnungen, Gehaltsabrechungen oder im Schriftverkehr mit Behörden Dokumente zu verschicken.

Bürgerportal-Gesetz Projekt

Mit dem zertifizierten E-Mail-Versand soll sich das ändern, denn bei Transporteuren von besonders registrierten und codierten Teilnehmeradressen (Sender und Empfänger) sowie dem Versand von Inhalten auf diesem Weg ist der Mangel an Rechtssicherheit behoben. So sieht es das geplante Bürgerportal-Gesetz vor, das der Bundestag am Jahresende verabschieden will und das im Jahr 2011 in Kraft treten soll. Zum Zweck der Entwicklung einer einheitlichen technischen Lösung, die komplett ohne Briefzusteller funktioniert, hatte das Bundesinnenministerium (BMI) seit 2009 gemeinsam mit möglichen Anbietern der neuen Dienste in engem Kontakt gestanden. Deutsche Telekom, Deutsche Post und United Internet (web.de, gmx.de) waren am Projekt beteiligt und wollten eine gemeinsame technische Plattform entwickeln.

Zwei Systeme: Eigener Weg der Deutschen Post

Doch die Deutsche Post entdeckte das Potential, das sie aufgrund ihres traditionellen Briefversandes in Händen hält: ihr Vertriebssystem. Sie kann damit nicht nur ein zusätzliches elektronisches Vertriebssystem, also den Internet-Briefverkehr nutzen, sondern auch den Weg über ihre Zusteller, indem sie E-Briefe nach halben Weg in den realen Hausbriefkasten der Empfänger bringen kann. Folglich ist ihr zusätzliches Schmankerl der Hybrid-Brief, der für nicht registrierte Empfänger oder solche ohne E-Mail-Postfach in ausgedruckter Form im Briefkasten landet. So kann die Post damit auch die Jobs von Tausenden von Zustellern sichern.

Und deshalb buhlen jetzt zwei Systeme um die Kundschaft: die Systeme E-Postbrief (Deutsche Post) und De-Mail (Deutsche Telekom, United Internet) - beide mit dem Angebot zur Registrierung gesicherter, registrierter E-Mail-Briefkästen mit speziellen Adressen. Nach Mitteilung der Deutschen Post ist mit ihrer Technologie jetzt auch die Wahrung des Briefgeheimnisses möglich.

Vorteile der Internet-Briefdienste

Die Vorteile des Online-Briefversandes liegen neben der oben genannten Rechtssicherheit auf der Hand: am PC kann ein Brief geschrieben, gespeichert, versendet und empfangen werden, der Kunde spart sich den Weg zum Briefkasten, Warteschlangen beim Postamt für das Frankieren von Einschreiben entfallen und es wird auch Papier gespart. Während die De-Mails vor allem für Großkunden interessant scheinen, beispielsweise, um Massenmails sicher an Kunden oder Mitarbeiter zu verschicken, kann der E-Postbrief als noch sicherer gelten: Nach der Registrierung des gesonderten E-Mail-Postfaches mit Personalausweisdaten und der Identifikation bei einer Postfiliale kann der Account genutzt werden. Zudem wird vor jedem Briefversand dem Versender nach dem Login im Account ein verschlüsselter Code auf sein Handy geschickt. Erst damit kann der sichere Brief abgeschickt und später bei Bedarf eindeutig zugeordnet werden. Die Post wirbt deshalb auch: "Wir bringen das Briefgeheimnis ins Internet".

Preise höher als angekündigt

Ursprünglich sollte der von den Anbieter-Unternehmen angekündigte Preis für den sicheren Brief weit unter dem des Papierbriefes von 55 Cent liegen. Mittlerweile müssen die Kunden wohl mit Preisen zwischen 50 - 55 Cent pro Versand rechnen. Alle Wettbewerber bemühen sich derzeit um Großkunden, damit der Startschuss ihrer Systeme 2011 ein Erfolg wird. Ob De-Mail und E-Postbrief oder Hybrid-Brief am Ende technisch kompatibel und legalisiert rechtssicher werden, ist wohl vom moderierenden Einfluss des BMI abhängig und der Entscheidung des Bundestages über das Bürgerportal-Gesetz.

 

Franco Rota

Quellen: De-Mail gegen E-Postbrief

  • www.faz.net/s
  • www.manager-magazin.de/unternehmen
  • www.sueddeutsche.de/digital
  • www.zeit.de/2010/29
  • www.welt.de/wirtschaft/webwelt

VERÖFFENTLICHT AM

24. Juli 2010

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Klaus

am 23.11.2010 um 23:36 Uhr

Ein Interview mit der IT-Beauftragten der Regierung zum Vergleich der Dienste bringt weitere Klarheit: http://www.gestaltmanufaktur.de/front_content.php?idcat=27&idart=140

Andre

am 20.07.2010 um 10:09 Uhr

Kann mich dem nur anschliessen.

Alexander Walther

am 19.07.2010 um 10:33 Uhr

"Briefgeheimnis" ist das Stichwort, das man im Hinterkopf behalten sollte, wenn es um die Auswahl des richtigen Systems geht. Da sollte man von De-Mail besser die Finger lassen - Das BMI, ist schließlich nicht bekannt für Datensparsamkeit laut Grundgesetz.

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