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Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Eine Zwischenbilanz

Lehren und Lernen im CMC

Seit fünf Semestern dreht sich im Convergent Media Center (CMC) der Hochschule der Medien alles um Medienkonvergenz. Aber was geanu bedeutet das eigentlich und wer arbeitet hier an welchen Projekten, mit welchen Ergebnissen? Die Antwort auf diese Fragen zeigt ein Blick in den Redaktionsalltag des CMC.

Das Convergent Media Center der HdM

Das Convergent Media Center der HdM

Mittwoch Vormittag, 10 Uhr

Im Convergent Media Center (CMC) beginnt die Redaktionskonferenz. Zwölf Studierende aus den Studiengängen Informationsdesign, Mediapublishing, Medienwirtschaft und Elektronische Medien sitzen am Konferenztisch und besprechen die Themen des Tages: das iPad, der Gratis Comic Tag, die Stuttgarter Kulturstätte Rosenau, 5 Jahre YouTube, die Fußball-WM, Browsergames. Der Chef vom Dienst (CvD), ein Masterstudent, fragt nach: Schreibst du einen Text oder machst du ein Video? Was hast du dazu schon recherchiert? Wer braucht das Audiostudio für ein Telefoninterview? Welche Beiträge sollen heute online gehen, welcher Artikel eignet sich auch für die Print-Ausgabe? Danach machen sich die Studierenden an die Arbeit, allein oder im Zweierteam. Sie schreiben Artikel, drehen Videos, schneiden Audios, erstellen Bildergalerien und Infografiken. Der CvD hilft bei der Recherche, erklärt die Technik im Audiostudio, gibt später ein erstes Feedback zu den Texten und entscheidet am Ende des Tages, ob ein Beitrag online gehen kann oder nicht. Das didaktische Konzept im CMC setzt auf hohe Eigenständigkeit der Studierenden. Danebn ist im Hintergrund und als Ansprechpartner immer auch ein Professor verfügbar, der als Coach die Studierenden beim Lernen begleitet.

Didaktik-Konzept erreicht Finale beim Medida-Prix

Hinter dem Didaktik-Konzept steckt die Methode von Cognitive Apprenticeship. Die Grundidee besteht darin, dass Lernende strategisches Expertenwissen am besten dann erwerben können, wenn sie sich - ähnlich wie in einer Handwerkslehre - parallel zur akademischen Ausbildung mit authentischen Problemen befassen und vom Meister bzw. Experten im Problemlösungsprozess unterstützt werden. Nach dieser Cognitive Apprenticeship-Methode lernen die Studierenden im CMC voneinander und miteinander und werden dabei von den Professoren gezielt gecoacht. Für dieses Didaktik-Konzept wurde das CMC-Team mit einem Finalplatz beim Medida-Prix 2009 belohnt: Von 82 Einreichungen zählte das CMC zu den 10 besten Projekten.

Zusätzlich nutzen die Studierenden im CMC Online-Tutorials. Diese erklären in Bild und Ton, wie Digitalkamera und Aufnahmemikrofon bedient werden, auf was man beim Fotografieren achten muss und wie Audio- und Videoschnittsoftware funktionieren. Produziert wurden die Tutorials von Studierenden des Studiengangs Mediapublishing. Auch dafür gab es einen Preis: den Campus Media Award 2010 der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK).

Crossmedia-Konzept mit European Newspaper Award ausgezeichnet

12 Uhr

Zwei Studenten diskutieren, in welchen Medien sie das Thema Fußball-WM am besten erzählen können. Sie entscheiden sich für Text, Video und Infografik. Eine Studentin ist unzufrieden mit ihrer Fotogalerie, die Bildsprache stimmt noch nicht. Sie sucht Rat beim CvD. Ein weiterer Student bereitet sich im Audio-Studio nebenan auf sein erstes Telefoninterview vor. Er wird gleich mit dem Geschäftsführer einer Browsergame-Firma sprechen. Es ist sein erstes Interview. Gemeinsam mit der Professorin geht er nochmal die Interviewfragen durch.

Genau darin liegt eine große Stärke des CMC: Es ermöglicht den Studierenden, konvergente Medienproduktion unter realen Bedingungen zu trainieren. Hier lernen sie, crossmedial zu denken, zu planen und zu produzieren. Unter Zeitdruck entstehen so multimediale Geschichten und Themendossiers, die publiziert werden auf: www.redaktionzukunft.de und im Print-Magazin redaktionzukunft [magazin]. Für dieses crossmediale Konzept wurde redaktionzukunft 2010 mit dem European Newspaper Award ausgezeichnet in der Kategorie European Student Award.

Kooperationen mit Stuttgarter Zeitung, Daimler AG und Yverdon

Die Stärke Medienkonvergenz kann das CMC auch bei Kooperationsprojekten voll ausspielen. Ein Beispiel dafür war der „StudiPolitBlog" im Superwahljahr 2009, ein Kooperationsprojekt mit der Stuttgarter Zeitung. Mit dem Blog realisierten die Studierenden das erste studentische Weblog zum Thema Politik. Auch das Blog „Fankurve" zur Fußball-WM 2010 entstand in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Zeitung. „Wir haben mit der Fankurve eine wertvolle Ergänzung zum klassischen Online-Auftritt der Zeitung geschaffen", kommentierte eine Masterstudentin das Projekt.

Nicht nur in die Medienbranche bringt das CMC frischen Wind. Auch Wirtschaftsunternehmen wie die Daimler AG haben das Potenzial des CMC erkannt und sind an Kooperationen interessiert. Die Daimler AG nutzt in einem Beratungsprojekt das Know-how des CMC. Parallel zur Arbeitsweise im Newsroom finden im CMC auch Semesterprojekte statt. Aktuell erarbeiten Studierende des Studiengangs Mediapublishing eine Wörterbuchlösung anhand authentischer Daten eines großen Verlages. Die Frage lautet, wie Print, digitale Angebote und Online-Kommunikation zu einer integrierten Wörterbuchlösung verzahnt werden können. Bei solchen Projekten sieht sich das CMC als wissenschaftlichen Berater, Kooperationspartner und kreativer Ideengeber für medienkonvergente Produktionsprozesse.

Ideengeber war das CMC auch für andere Hochschulen: für die Zürcher Hochschule für Angewandten Wissenschaften und die Haute Ecole d'Ingénierie et de Gestion du Canton de Vaud in Yverdon. Beide Hochschulen haben ein Convergent Media Center nach dem Vorbild des CMC eingerichtet. Entstanden ist dabei ein Netzwerk für medienkonvergente Ausbildung, von dem Professoren wie auch Studierende gleichermaßen profitieren: So schreibt ein HdM-Masterstudent gerade seine Master-Thesis in Yverdon und eine Journalismus-Studentin aus Zürich absolviert ein Auslandssemester an der HdM.

15 Uhr

CvD und Redakteure treffen sich zu einer zweiten Redaktionskonferenz. Der CvD fragt den aktuellen Stand ab. Der Kommentar zum iPad ist noch nicht fertig, die Studentin feilt noch am Text. Das Interview mit dem Geschäftsführer der Browsergame-Firma ist im Kasten und muss nun geschnitten werden. Das Storyboard für das Fussball-WM-Video steht, gedreht wird am nächsten Redaktionstag. Ein Student muss zugeben, dass er noch nicht soweit ist wie er sein wollte. Er hat erkannt, „dass Recherche lange dauert und dass man sich die Zeit einteilen muss". Einige Studierende bringen ihre Textentwürfe. Der Professor unterstützt den CvD beim Redigieren. Am Ende des Redaktionstages gegen 18 Uhr werden die ersten Beiträge online gehen und weltweit abrufbar sein unter: www.redaktionzukunft.de.

 

Das CMC-Team:

Hanna Katz, Prof. Dr. Boris Kühnle, Prof. Dr. Lars Rinsdorf, Uwe Saile, Prof. Dr. Okke Schlüter, Prof. Christof Seeger, Prof. Dr. Wolfgang von Keitz, Prof. Dr. Wibke Weber

 

Wibke Weber

VERÖFFENTLICHT AM

27. Juli 2010

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