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Hochschule der Medien

Comics Teil IV

Die Welt der Mangas

Von Kritikern oftmals pauschal in die Sparten Kinderunterhaltung oder Erotik sortiert, bedienen die Comics aus Japan tatsächlich ein ungewöhnlich breites Spektrum von Genres und Zielgruppen, vom Vorschulkind zum Senioren.

Beliebte Mangareihen, Quelle: www.buchkatalog.de

Beliebte Mangareihen, Quelle: www.buchkatalog.de

Mangas deutscher Künstler, Quelle: www.buchkatalog.de

Mangas deutscher Künstler, Quelle: www.buchkatalog.de

Angefangen mit dem Holzschnittkünstler Katsushika Hokusai, der für seine Werke zum ersten Mal den Begriff „Manga" (übersetzt etwa: zwangloses Bild) verwendete, zieht sich die internationale Geschichte der so bezeichneten Comics von der Öffnung Japans im 19. Jahrhundert über satirische Strips in Zeitungen bis hin zu den farbenfrohen, mehrbändigen Werken, die den Buchhandel heute fest mitbestimmen.

Doch auch aus dem Alltagsleben Japans sind Comiczeichnungen nicht wegzudenken. So gibt es beispielsweise Kochbücher und Datenbankenschulungen in Manga-Form. In Eignungstests weiterführender Schulen kommen in der Sparte Allgemeinbildung häufig Fragen zu populären Mangaserien vor. Selbst auf Behörden zeigen bisweilen niedliche Zeichenfiguren, wie komplizierte Formulare auszufüllen sind.

Erste Manga-Formen in Deutschland

Nach Deutschland wurde der Manga zunächst recht zaghaft importiert. Eine Rolle spielte dabei sicherlich die Leserichtung: In Japan wird von rechts nach links gelesen. Importware musste daher gespiegelt werden, was oft Probleme aufwarf. Mittlerweile werden die Mangas hierzulande in der originalen Leserichtung belassen. Für Fans der Szene kein Thema, für „Laien" jedoch eine Hürde.

Tatsächlich konnte erst der Erfolg der Animes, japanische Zeichentrickserien, den Manga in Deutschland nachhaltig etablieren. Im Nachmittagsprogramm der Privatsender liefen schon Ende der Achtziger Animes: Heidi, Wickie, Biene Maja & Co. stammten allesamt aus japanischer Feder. Erst mit dem Erfolg von „Sailor Moon", einem Teenager mit Zauberkräften, nahm der typische Manga-Stil seinen bis heute festen Platz in der Sendezeit ein - und erschloss zugleich junge Mädchen als Zielgruppe der bis dahin eher auf sehr junges oder eben männliches Publikum gemünzten Nachmittagsserien.

Die Augen stellen den Charakter einer Figur dar

Typisch für den Zeichenstil der heutigen Manga und Anime sind Figuren mit überproportional großen Köpfen und Augen und im Vergleich dazu relativ kleinen Nasen, Mündern und Gliedmaßen. Dieses Kindchenschema, dem allgemein die Anlehnung an die Physiognomie der Europäer unterstellt wird, gilt im Japanischen als eher neutrale menschliche Darstellungsform. Die großen Kulleraugen und übertriebene Proportionen sind ein Stilmittel zur Betonung von bestimmten Handlungen oder auch zur Darstellung von Emotionen und Charakterzügen der Figuren.

 


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19. August 2010

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Medienwelt
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Marina Frank

am 27.08.2010 um 16:10 Uhr

Der Artikel gibt einen guten Ueberblick auf das Thema. Ich bin zur Zeit in Tokyo und absolviere hier mein Praxissemester. Durch Zufall bin ich in Odaiba bei dem weltweit groessten doujinshi Manga gathering vorbeigekommen. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel kreative Menschen gesehen. Unglaublich wie viel Muehe und Arbeit diese Leute in die Kostueme stecken. Ganz, ganz toll.

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