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Comics Teil V

Comics werden erwachsen

Schon lange sind Comics nicht mehr nur komisch und für Kinder gedacht. Die neuen Bildergeschichten überzeugen mit anspruchsvollen Themen zu Politik und Geschichte oder autobiografischen Inhalten auch ein erwachsenes Publikum.

Comics Teil V

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Die Themen der Graphic Novels sind ebenso vielfältig wie in der Literatur (Quellen: www.willeisner.com, www.comicgate.de, www.wdr3.de).

Die Themen der Graphic Novels sind ebenso vielfältig wie in der Literatur (Quellen: www.willeisner.com, www.comicgate.de, www.wdr3.de).

In Deutschland hatten Comics lange ein Imageproblem. Bunte Bilder mit Sprechblasen, kindlich und albern - damit wurden Comics meist verbunden und als Trivialliteratur abgestempelt. Doch trivial sind Comics heutzutage nicht mehr. Sie erzählen vom Holocaust, von Mördern, Krankheiten und dem Krieg.

Diese Art von Comics tauchen vermehrt unter der Bezeichnung „Graphic Nopvels", sogenannter Comic-Romane, auf. Aufgrund ihrer Komplexität und literarischen Tiefe richten sie sich gezielt an ein erwachsenes Publikum und behandeln dementsprechend ernsthafte Themen. Neu ist der Begriff der Graphic Novel nicht. Geprägt wurde er bereits 1978 vom amerikanischen Autor und Zeichner Will Eisner, der auf das Cover seines Comicalbums „A contract with god" die Bezeichnung „A Graphic Novel" setzte, mit der er sich bewusst von der Bezeichnung Comic abgrenzen wollte. Er wollte herausstellen, dass seine Comics als Literatur verstanden werden sollen und sich mit den zeitgenössischen Romanen auf Augenhöhe bewegen.

Fortan fanden immer mehr Comics einen Platz in den amerikanischen Buchläden. Der Begriff sorgte erstmals dafür, dass sich Comics in der Öffentlichkeit als eigene Kunstform etablierten und ernst genommen wurden. Art Spiegelman erzählte in „Maus" die Geschichte seines Vaters, eines Holocaust-Überlebenden, und gewann damit 1992 den Pulitzerpreis. Neil Gaimans „Sandman" war äußerst populär und schaffte es aufgrund der hohen Verkaufszahlen auf Platz 20 der Bestsellerliste der „New York Times". Und die Graphic Novel „Watchmen" von Alan Moore wurde vom „Time Magazine" in die Liste der hundert besten Romane aufgenommen.

Comics gelangen in den deutschen Buchhandel

Auch in Deutschland wurde die Entwicklung der Graphic Novels in den vergangenen Jahren vor allem von kleinen Verlagen vorangetrieben. Nun bekommt das Genre einen neuen Schub: denn immer mehr Belletristikverlage entdecken das Potenzial der Bildergeschichten. Einige Verlage wie Kiepenheuer & Witsch mit „Fun Home" von Alison Bechdel, Eichborn mit „Fahrenheit 451" von Ray Bradbury und Tim Hamilton, sowie Knesebeck mit „Und wir träumten von der Zukunft" von Brian Fies, haben ihr Programm bereits für Graphic Novels geöffnet. Suhrkamp kündigt es für 2011 an. Damit lösen sie Mangas als einzige Umsatzbringer im Bereich Comics im Buchhandel ab.

Inhaltlich hochwertige Comics gab es zwar auch schon früher, doch fanden sie vor dieser neuen Bezeichnung außerhalb der Comicszene kaum Beachtung. „Wir versuchen damit, stärker die Brücke zu den Buchlesern zu schlagen. Es ist natürlich auch ein Marketinginstrument und eine Entscheidungshilfe, sowohl für die Buchhändler, als auch für die Kunden", sagt Ralf Keiser, Programmleiter für Comics beim Carlsen Verlag. Gemeinsam mit fünf anderen Verlagen will der Carlsen Verlag mit einer Informationsbroschüre und Stickern die Anerkennung der Graphic Novels fördern.

Aber auch Verfilmungen von Comics wie Frank Millers „Sin City" oder Alan Moores „From Hell" geben dem Genre weiteren Antrieb. 2009 betrug der Umsatzanteil der Belletristik-Sparte „Comics, Cartoons, Humor & Satire" 8,7 Prozent am Gesamtumsatz und verzeichnete mit 27,7 Prozent die stärkste Zuwachsrate im Bereich der belletristischen Literatur gegenüber dem Vorjahr.


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05. September 2010

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