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Hochschule der Medien

Internet-Spuren

Raus aus dem Web 2.0 - geht das?

Google sammelt und speichert unsere Texte, Bilder und Personalien. Die Datenspuren lassen sich viele Jahre zurückverfolgen. Internetdienste zur Löschung von Beiträgen und Community-Accounts für weniger Web-Transparenz der User boomen. Doch wie einfach ist die Löschung des Web 2.0-Egos wirklich?

Zur Detailansicht Quelle: www.suicidemachine.org

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Zur Detailansicht Quelle: www.ixquick.com

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Zur Detailansicht Quelle: www.ruflotse.de

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Zur Detailansicht Quelle: www.deinguterruf.de

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Zur Detailansicht Quelle: www.google.com/intl/en_ca/latitude/intro.html

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Wer sich gerne und viel im Internet mitteilt und diskutiert hinterlässt bekanntlich Spuren. Doch was, wenn der User dies im Nachhinein bereut? Jahre oder auch Jahrzehnte nach dem Anmelden bei Plattformen wie Xing, Facebook und StudiVZ kann Frust, Zweifel und auch Scham über den damaligen Internetexhibitionismus entstehen. Die Suche nach dem richtigen Button, der das Internet-Ich löscht, kann hier zu einer echten und oftmals rechtlichen Herausforderung werden. Bei Facebook beispielsweise lässt sich das Profil erst nach dem Ausfüllen eines umfangreichen Fragebogens deaktivieren - so scheint es. In den Listen der Freunde verschwindet das Profil zwar, doch bei erneuter Eingabe der Zugangsdaten wird es wieder aktiviert, als ob nichts gewesen wäre. Foren und Internetseiten bieten hier den helfenden Link auf eine spezielle, bei Facebook sehr schwer auffindbare Lösch-Seite (Link: https://ssl.facebook.com/help/contact.php?show_form=delete_account). 14 Tage lang dauert die Löschung, um dann ein letztes Mal mit der Eingabe der Zugangsdaten sein Konto abzuschalten. Wichtig: Ohne diese Löschung bleiben Spuren erhalten. Andere Social Networks verlangen eine Kündigung per E-Mail (Lokalisten.de, Ebay.de). Manchmal wird die Löschung nach einigen Tagen aktiv, bei Ebay beispielsweise erst nach 6 Monaten.

Knopf zum digitalen Selbstmord

Das Internetportal „suicidemachine.org" wirbt erfolgreich mit dem Slogan „Feel free like a real bird again" für einen Web 2.0-Selbstmord. Minuten soll es hier nur dauern, bis das Tool private Accounts vollständig „exekutiert" hat. Die Nachfrage scheint hoch: So war beim Selbstversuch der Verfasserin der Server ausgelastet und sie wurde gebeten, es später nochmals zu versuchen.

Doch nicht nur die Konten der Social Communities sind ein Dorn im Auge vieler löschbereiter User. Auch Blogs und Foren sammeln und speichern eingestellte Beiträge und das oftmals jahrelang. Das Problem hier ist der angeklickte Hacken zur Zustimmung der Geschäftsbedingungen bei der Anmeldung. Durch Bestätigung der Nutzungsbedingungen gibt der User sein Recht zur Löschung seiner eingestellten Forenbeiträge ab. Die Website „deinguterruf.de" stellt endgültige Datenlöschung für circa 30 Euro zur Verfügung. Der Anbieter „ruflotse.de" bietet laut Website ein Experten-Team zur Abhandlung und Abarbeitung von einzelnen Löschaufträgen. Die unterschiedlichen Pakete für z.B. eine gewisse Anzahl von zu löschenden Suchbegriffen gibt es gegen eine monatliche Gebühr.

Schuld beim User allein?

Google möchte künftig den Nutzer vor dem Computer besser kennenlernen und seinen Aufenthaltsort über GPS-Ortung auf Google-Maps anzeigen. Auch ein Bilderkennungssystem ist in Entwicklung, mit dem anhand des Handys fotografierte Personen und Sehenswürdigkeiten mit Bildern im Internet abgeglichen und passende Informationen herausgesucht werden. Eric Schmidt, Google-Vorstandschef, sagte dem Wirtschafts- und Finanznachrichtensender CNBC: „Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun." Gegen die Überwachung unseres Internet-Suchverhaltens bei Google sind die Ersteller der Suchmaschine „Ixquick.com". Ixquick speichert keine Nutzerdaten und schützt Dank SSL-Verschlüsselung den User vor Datenspionage. Doch ob im Beruf oder im Privatleben: Vor einem ersten persönlichen Kontakt zwischen Menschen werden immer häufiger Nachforschungen über das Internet angestellt. Deshalb wird das Interesse für eine ‚weiße Weste' im Internet immer größer. Oder stimmen die Worte von Mark Zuckerberg, dass die Zeiten der Privatsphäre nun endgültig vorbei seien? (Quelle: www.readwriteweb.com)

 

Sabrina Konrad

VERÖFFENTLICHT AM

12. Oktober 2010

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