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Hochschule der Medien

Sony Walkman

Abschied von einem treuen Begleiter

Still und heimlich hat er sich aus dem Staub gemacht: Der Walkman ist ein Relikt längst vergangener Zeiten. Japan hat die Produktion bereits im April eingestellt. Hier ein Rückblick in Erinnerungen an Sommertage auf der Autobahn, Bandsalat und Mixtapes als Abschiedsgeschenk.

Foto: Marcin Wichary

Foto: Marcin Wichary

Stuttgart vor einem Jahr. Ich fuhr durch Mitfahrgelegenheit.de bei einem Mädchen im alten Polo ihres Bruders mit. Es war ein Donnerstag im Sommer, 17 Uhr und ein Feiertag noch dazu. Der Freitag war ein Brückentag und so dauerte schon die Fahrt vom Stuttgarter Hauptbahnhof bis auf den Pragsattel fast eine Stunde. Ziel war Regensburg in Bayern. Die Autofahrt insgesamt dauerte knapp 6,5 Stunden, statt den normalerweise drei. Die Fahrt wurde aber auf den vollgestopften Autobahnen nicht so lang: Das alte Kassettendeck und die Kassetten mit den Namen "1987", "Mai '94 Radio" und "Bon Jovi" aus dem Handschuhfach retteten die Odyssee. Bei den selten gesäten staufreien Strecken musste dann auf Maximum aufgedreht werden, da der Fahrtlärm im Polo bei 120 km/h ein Verstehen der Texte bei normaler Lautstärke unmöglich machte. Um 11:30 Uhr war das Ziel erreicht und man ging durch das gemeinsame Singen und Lachen als Freunde auseinander ohne von mir den vorher ausgehandelten Fahrpreis zu verlangen. Betti: Danke und hoffentlich sieht man sich mal wieder!

Sabrina Konrad

Ich war auf einem Schüleraustausch in Frankreich und habe während dieser Zeit in einer französischen Gastfamilie gewohnt. Zum Abschied schenkte mir meine Gastschwester eine Kassette mit Liedern der französischen „Nouvelle Star"-Finalisten, dem französischen Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar". Das war im Jahr 2003, also schon gegen Ende der Kassetten-Ära. Sie hatte die Kassette selbst von einer CD aufgenommen, das Cover war handschriftlich beschrieben und mit kleinen bunten Aufklebern verziert. Ich kannte zwar keinen der Kandidaten, aber über das Geschenk gefreut habe ich mich damals trotzdem.

Kim Mielowsky

Als ich klein war und wir in den Urlaub gefahren sind, haben mein Bruder und ich immer Benjamin Blümchen-Kassetten im Auto gehört. Während es uns nichts ausmachte, auf einer Autofahrt von 7 Stunden in Dauerschleife ein und die selbe Kassette zu hören, hielt mein Vater es irgendwann nicht mehr aus und schenkte jedem von uns einen Walkman - so hatte er seine Ruhe und wir unseren ersten tragbaren Kassettenspieler.

Mirjam Müller

Ich erinnere mich an das mühsame Zusammenstellen von Musikkassetten für meinen Walkman. Teilweise mit Radiomitschnitten auf denen die ersten zehn Sekunden des Liedes von zu engagierten Moderatoren zugequatscht wurden. Egal. Man wollte das Lied eben unbedingt unterwegs hören. Und ich erinnere mich, dass die Papiereinleger der Kassettenhüllen nie groß genug für Titel und Interpreten aller Songs waren. Und eines muss ich eingestehen: Früher hab ich die Stücke immer bis zum Ende gehört, da das Spulen entweder zu lange dauerte, oder man Kabelsalat riskierte. Heute neige ich zum exzessiven Einsatz der Skip-Taste des MP3-Players.

Florian Fahrbach

 

Christina Walzner

VERÖFFENTLICHT AM

05. November 2010

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