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Hochschule der Medien

World Usability Day 2010

Wenn Du die Technik beherrschst - und nicht die Technik Dich

Am „Tag der Benutzungsfreundlichkeit" am 11. November 2010 in Stuttgart präsentierten Usability-Experten aktuelle Forschungsentwicklungen, technische Lösungen und kreative Ideen. Darunter auch der Studiengang Informationsdesign der HdM, der mit einem Stand zum Thema „User Experience“ vertreten war.

World Usability Day 2010 in Stuttgart

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Laien und Experten waren im Treffpunkt Rotebühlplatz in Stuttgart eingeladen, um mehr über aktuelle Themen im Forschungs- und Praxisfeld Mensch-Computer-Interaktion zu erfahren. Dieses Gebiet unterliegt einem stetigen Wandel mit vielen Innovationen. So bietet der „World Usability Day" mit jährlich wechselnden Themenschwerpunkten Anlass, die Trends der Branche aufzugreifen und zu durchleuchten. Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto „Kommunikation" und beschäftigte sich damit, wie sich unser Kommunikationsverhalten durch den technischen Fortschritt verändert. Dabei wurden die derzeit beliebten Kommunikationsmittel und Informationsangebote wie Smartphone, Video- und Audiokonferenz, Social Media, Web 2.0 und viele andere Themen unter die Lupe genommen.

Buntes Programm zum Mitmachen und Ausprobieren

Neben Workshops und einer Reihe von Vorträgen konnten die Besucher selbst aktiv an einem Ausstellungsparcours teilnehmen, und Einblicke in die tägliche Arbeit der Usability Experten erhalten. Die Besucher konnten beispielsweise an einer Blickbewegungsanalyse teilnehmen oder einen Multi-Touch-Computer ausprobieren, bei dem die Interaktionen mit dem Programm über Gesten auf dem Bildschirm stattfinden. Außerdem wurde die Dusche der Zukunft vorgestellt, die keinen Wasserregler mehr hat, sondern lediglich per Touchscreen bedient wird. Von einer simulierten Umgebung bei einem Fahrsimulator bis hin zur „Augmented Reality", bei der sich die reale Umgebung mit der virtuellen verbindet, gab es auf dem „World Usability Day 2010" viel zu entdecken. Das Angebot reichte von einfachen Alltagsprodukten bis hin zu Fachanwendungen für spezielle Nutzergruppen. Dazu exponierten rund 30 Institutionen und Unternehmen aus der Region, unter anderem das Fraunhofer Institut, die User Interface Design GmbH und die Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM).

Usability rund um den Globus

Neben Stuttgart fand der "World Usability Day 2010" in 20 weiteren deutschen Städten und weltweit an mehr als 40 Orten statt. Der globale Aktionstag, der vor sechs Jahren von internationalen Fachleuten des Berufsverbandes Usability Professionals Association (UPA) ins Leben gerufen wurde, will ein breites Publikum in der Gesellschaft ansprechen und das Bewusstsein für benutzungsfreundliche interaktive Systeme schärfen. Denn, ob in der Freizeit oder im Beruf, interaktive Systeme „verstecken" sich überall im alltäglichen Leben. Umso größer ist die Bedeutung der Benutzungsfreundlichkeit interaktiver Systeme. Dabei geht es zum Beispiel um das unterschiedliche Nutzungsverhalten interaktiver Geräte zwischen Älteren und Jüngeren oder der Interface Gestaltung für internationale Nutzergruppen.

Von Usability und User Experience

Nachdem sich Usability allmählich als Grundanforderung für interaktive Systeme etabliert, haben iPhone & Co. die Messlatte ein paar Meter höher gesetzt. Denn nicht nur Usability allein ist wichtig, zunehmend spielt auch die „User Experience" bei der Nutzung interaktiver Systeme eine wichtige Rolle. Dabei geht es um Spaß und Freude an der Nutzung, attraktives Design, etc. Punktum beinhaltet „User Experience" alles, was der Nutzer, über die reine Aufgabenerledigung hinaus, an Produktqualitäten wahrnimmt.

User Experience hautnah am Stand der HdM

An dem Stand der HdM konnten die Besucher Neues zum Thema „User Experience" hautnah erfahren. Die Studenten des Studiengangs Informationsdesign präsentierten die „Valenzmethode", die 2010 am Forschungsinstitut „Institute of Information Design Research" der HdM entwickelt wurde. Bei dieser Methode handelt es sich um eine Art „User Experience Test", bei der das Nutzungserleben formativ evaluiert werden kann. Das bedeutet, dass bereits während des Gestaltungsprozesses Informationen zur Gestaltungsoptimierung im Hinblick auf das Nutzungserleben ermittelt werden können.

Auf dem „World Usability Day" konnten sich die Besucher von dieser Methode persönlich überzeugen und in die Rolle des Testteilnehmers schlüpfen. Auf dem iPad wurden unterschiedliche Anwendungen (Apps) getestet. Dabei wurde der Testteilnehmer aufgefordert sogenannte Valenzmarker zu setzen, wenn er sich bei der Nutzung gut oder schlecht fühlt. Anschließend wurde eine Befragung durchgeführt, in der im ersten Schritt erfasst wurde, welche Gestaltungsaspekte die positiven oder negativen Emotionen auslösten. Im zweiten Schritt wurde mit Hilfe einer speziellen Befragungstechnik, der „Laddering"-Befragung, ermittelt, welche menschlichen Grundbedürfnisse den persönlichen Empfindungen zugrunde liegen.

Davon ausgehend, dass die Ausprägung dieser Emotionen von den Gestaltungsaspekten abhängt, die dazu beitragen, dass ein Grundbedürfnis erfüllt oder nicht erfüllt wird, können die für das Nutzungserlebnis relevanten bzw. irrelevanten Gestaltungsaspekte in Erfahrung gebracht werden. Mit diesen Informationen lassen sich „Gestaltungsfehler" hinsichtlich der „User Experience" sicherstellen und optimieren.

Vielfältigkeit der Usability

Ob Valenzmethode, Produkte für spezielle Nutzergruppen oder Smartphone Apps - auf dem „World Usability Day" zeigte sich eine große Bandbreite von Einsatzgebieten für Usability. Außerdem klingt nach: Beim Thema Usability geht es um weit mehr als „nur" Benutzungsfreundlichkeit.

Julia Dobermann

 

Info: Sie haben den „World Usability Day" verpasst? Das ist schade! Aber trösten Sie sich: der „World Usability Day" findet jedes Jahr am zweiten Donnerstag im November statt. Für das Jahr 2011 können Sie sich den 10. November für diese Veranstaltung vormerken und dabei sein! Der Eintritt ist frei.

VERÖFFENTLICHT AM

23. November 2010

KONTAKT

Prof. Dr. Michael Burmester

Informationsdesign

Telefon: 0711 8923-3101

E-Mail: burmester@hdm-stuttgart.de

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