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iPhone in der empirischen Forschung

Gedankenwandler sind unglücklicher

„Track your happiness“ heißt die iPhone-App, die Harvard-Forscher für eine Studie benutzten. Damit fanden sie heraus, dass Menschen unglücklicher sind, die häufig mit den Gedanken abschweifen - nicht repräsentativ, aber dennoch spannend.

Mit einer App lässt sich der Gemütszustand festhalten.

Mit einer App lässt sich der Gemütszustand festhalten.

Sie lesen gerade diesen Text und Sie verstehen auch, was hier steht. Das heißt, Sie sind voll bei der Sache. Das wiederum könnte bedeuten, dass Sie glücklicher sind als andere - nämlich als jene, die häufig mit ihren Gedanken abschweifen.

Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Harvard University, die im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht wurde. Dafür nutzten sie eine noch recht neue Methode: Sie befragten die Probanden per iPhone. Die Fragen „Wie fühlst du dich gerade?“, „Was machst du gerade?“ und „Denkst du gerade an etwas, das nichts mit dem zu tun hat, was du gerade tust?“ gaben schließlich Auskunft darüber, ob die Teilnehmer bei ihren Aktivitäten bei der Sache waren oder mit ihrem Gedanken umher wanderten. Dabei kam heraus, dass die Gruppe, die am häufigsten abgelenkt, auch am unglücklichsten war.

Mit der Smartphone-Anwendung konnte nicht nur eine Unmenge an Daten von 2.250 Erwachsenen gesammelt werden, sie löste auch ein Problem der Psychologieforschung: Gefühle lassen sich nämlich am besten unter realen, alltäglichen Bedingungen untersuchen. Das ist in der Regel nicht nur sehr aufwendig, sondern auch teuer. Für die Teilnahme an der Studie brauchten die Probanden hingegen lediglich eine E-Mail-Adresse und ein iPhone, womit ihr Zustand situationsbedingt abgefragt werden konnte.

Genau in dieser Einfachheit liegt allerdings auch der Haken. Da die Forscher nicht wussten, wer seine Daten übermittelt, mussten sie sich auf die Aufrichtigkeit der Teilnehmer verlassen. Ebenso stellen die iPhone-Nutzer keinen repräsentativen Querschnitt der Gesellschaft dar.

Dennoch werden Smartphones zunehmend in der Wissenschaft angewendet und bergen ein großes Potential. So werden sie heute nicht nur zunehmend in der Marktforschung verwendet, sondern auch, um über Bewegungsprofile die Verbreitung von Seuchen nachzuvollziehen und Auskünfte über Straftäter zu erhalten.

Ein ähnliches Projekt wie „Track your happiness“ ist im August diesen Jahres gestartet. Die iPhone-Anwendung „Mappiness“ soll messen, wie sich das Umfeld einer Person auf ihr Empfinden auswirkt.

Claudia Langer

VERÖFFENTLICHT AM

06. Dezember 2010

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