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Hochschule der Medien

Kommunikation

Twitternde Genforscher? Wie die Wissenschaft den Elfenbeinturm verlässt

Studierende der Medienwirtschaft haben im Rahmen der Vorlesung "Internationale Finanz- und Medienmärkte" drei Gastreferenten an die HdM eingeladen, die unter dem Motto "Wissenschaftsmarketing - Wie man Forschung und Studien erfolgreich an die Frau (und den Mann) bringt" aus der Praxis berichteten.

Claudia Garád

Claudia Garád

Vineeta Manglani

Vineeta Manglani

Christoph Bächtle

Christoph Bächtle

Häufig sieht sich die Wissenschaft mit dem Vorwurf konfrontiert fernab der Realität zu forschen. Gerne spricht man in diesem Zusammenhang vom Phänomen Elfenbeinturm, einem Ort „geistiger Abgeschiedenheit und Unberührtheit von der Welt" (siehe Wikipedia). Vor allem die verständliche Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse an eine breite Öffentlichkeit stellt das Wissenschaftsmarketing vor große Herausforderungen. In ihren Vorträgen zeigten die Referenten, welche neuen Möglichkeiten technologische Veränderungen wie etwa Social Media Forschern bieten, den Elfenbeinturm zu verlassen.

Edutainment

Claudia Garád, Leiterin der Abteilung Marketing und Kommunikation beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart, ging auf die wachsende Bedeutung von Edutainment in der Wissenschaftskommunikation ein. Heutzutage seien Formate nötig, die Forschung für die Öffentlichkeit erlebbar machten. Spiel, Spaß und Überraschung nähmen dabei eine zentrale Stellung ein. Deshalb entwickelt sich auch ein neuer Tätigkeitsschwerpunkt im Wissenschaftsmarketing: Neben den Forschungsinhalten spielt deren Vermittlung in der Öffentlichkeit eine immer wichtigere Rolle. Die Kommunikationsabteilungen der Forschungseinrichtungen verstehen sich als Kommunikationstrainer für die Wissenschaftler, die gezielt das sogenannte „Scientist's Understanding of the Public (SUP)" fördern.

Blogs, Länderkenntnis und Fingerspitzengefühl

Auch innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft hat es in den letzen Jahren einige Veränderungen gegeben: Dank Onlinekommunikation nimmt die Kommunikation und Vernetzung von Wissenschaftlern immer mehr zu. Gerade Wissenschaftsblogs, wie der IAO-Blog, bieten Forschern die Möglichkeit, Forschungsergebnisse wie Studien erfolgreich an die Frau und den Mann zu bringen. Sie bieten aber umgekehrt auch Unternehmen die Chance, relevante Wissenschaftstrends für sich zu entdecken und mit den Forschern Kontakt aufzunehmen. Denn in Wissenschaftsblogs können Forscher aktiv dafür sorgen, Themen mit ihrem Namen zu besetzen.

Vineeta Manglani, Senior Consultant bei der Sympra GmbH in Stuttgart, warf einen Blick über den deutschen Tellerrand hinaus und schärfte das Bewusstsein der Studierenden für die Relevanz von internationaler PR-Arbeit. Aufgrund kultureller Unterschiede und länderspezifischer Gegebenheiten könnten Kampagnen nicht einfach in andere Sprachen und Kulturkreise übersetzt werden. Stattdessen habe sich Sympra entschieden, ein internationales Netzwerk aufzubauen, bestehend aus Partneragenturen in aller Welt. Dies ermögliche der Agentur ausländische Kunden optimal zu betreuen. Im Umgang mit Medienvertretern und bei der Übersetzung von Pressetexten seien Fingerspitzengefühl und Länderkenntnis gefragt.

Christoph Bächtle vom Stuttgarter Dienstleister ZeilenWechsel sieht die Aufgabe von Wissenschafts-PR darin, der Öffentlichkeit neue Erkenntnisse aus der Forschung vorzustellen und Interesse zu wecken. Entscheidend für eine gelungene PR-Kampagne sei es, komplexe wissenschaftliche Themen verständlich und einfach zu kommunizieren. Gängigstes Instrument ist dafür die Medienmitteilung, die an Multiplikatoren weitergeleitet wird. Bächtle betonte aber auch die wachsende Bedeutung von Social Media. Neben dem etablierten Online-Informationsdienst Wissenschaft (idw) sieht er gerade in Twitter und Blogs die Möglichkeit, neue Erkenntnisse der Wissenschaft und Forschung zu verbreiten. Blogs böten eine Plattform, um auch mal private und eher unterhaltsame Forschungsergebnisse zu präsentieren. Mit Erfolg macht dies der Dortmunder Physikprofessor Metin Tolan. Sein Blog „Querkraft" befasste sich mit der Physik des Fußballs und lief so erfolgreich, dass Tolans Beiträge mittlerweile als Buch erschienen sind.

Britta Helling (Projektteam)

VERÖFFENTLICHT AM

19. Januar 2011

KONTAKT

Prof. Dr. Boris Kühnle

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2246

E-Mail: kuehnle@hdm-stuttgart.de

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