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Hochschule der Medien

CONMEDIA 2011

„Deine Stimme. Deine Wahl. Dein Leben.“

Von Politikverdrossenheit konnte nicht die Rede sein – zumindest nicht unter den Gästen der von Studenten ausgerichteten Talkrunde CONMEDIA, die am Donnerstag, 20. Januar 2011, im Foyer der Hochschule der Medien (HdM) in eine neue Runde ging.

Zur Detailansicht Das Team der CONMEDIA 2011

Das Team der CONMEDIA 2011

Zur Detailansicht Prof. Frank Brettschneider mit der Moderatorin Aileen Elsner

Prof. Frank Brettschneider mit der Moderatorin Aileen Elsner

Zur Detailansicht Eva Gnädig im Gespräch mit Rainer Brechtken (links), Eberhard Diepgen und Sebastian Frankenberger (rechts)

Eva Gnädig im Gespräch mit Rainer Brechtken (links), Eberhard Diepgen und Sebastian Frankenberger (rechts)

Zur Detailansicht Die Talk-Gäste mit den Moderatorinnen (Mitte)

Die Talk-Gäste mit den Moderatorinnen (Mitte)

Zur Detailansicht Die SPD-Wahlkampfhelferin Tina Werner (links) und der FDP-Landtagskandidat Benjamin Strasser

Die SPD-Wahlkampfhelferin Tina Werner (links) und der FDP-Landtagskandidat Benjamin Strasser

Zur Detailansicht Das Publikum hat mit abgestimmt

Das Publikum hat mit abgestimmt

Zur Detailansicht Die Veranstaltung wurde im Internet übertragen

Die Veranstaltung wurde im Internet übertragen

Zur Detailansicht Die Moderatorinnen: Aileen Elsner und Eva Gnädig (von links)

Die Moderatorinnen: Aileen Elsner und Eva Gnädig (von links)

Anlass für das Thema „Deine Stimme. Deine Wahl. Dein Leben." waren die baden-württembergischen Landtagswahlen im März. Mit prominenten Gesprächspartnern wie dem früheren Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen (CDU), dem Initiator des erfolgreichen Volksbegehrens für Nichtraucherschutz Sebastian Frankenberger und dem ehemaligen SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Brechtken wurde darüber diskutiert, ob es tatsächlich so viele, gerade junge, Politikverdrossene gibt und wie Parteien ihre Kommunikation mit den Wählern verbessern können. Konzipiert und umgesetzt wurde die Veranstaltung von Studenten des Bachelor-Studiengangs Medienwirtschaft sowie des Master-Studiengangs Elektronische Medien der HdM. Die Studentin Aileen Elsner und die SWR-Journalistin Eva Gnädig, die ein Moderationsprogramm an der Hochschule absolvieren, moderierten den Abend.

Neue Medien als Chance für politische Kommunikation

Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim sieht den Grund für geringe Wahlbeteiligungen in den letzten Jahren darin, dass die Unterschiede zwischen den Parteien nur noch schwierig auszumachen sind. Derselben Meinung ist auch Eberhard Diepgen. Deshalb sei es umso wichtiger, dass Parteien neue Kommunikationswege nutzten, um den direkten Dialog mit den Bürgern einzugehen. „Je mehr Kanäle, umso besser", so Frank Brettschneider. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich die unter 25-Jährigen hauptsächlich über das Internet informierten, müsse die Politik nach Brettschneiders Ansicht auf die Kommunikation im Web 2.0 reagieren und dies als Chance sehen, gerade junge Wähler anzusprechen und mit ihnen in den direkten Dialog zu treten. Dennoch sei die bloße Nutzung des Web 2.0 kein Erfolgsgarant, ausschlaggebend seien immer noch die Botschaften selbst - „Welche Politik soll gemacht werden?".

Verständliche Kommunikation ist wichtig

Um Bürger zu erreichen, sei es für Parteien nicht nur wichtig, die neuen Kanäle zu nutzen, sondern vor allem auch die eigene Kommunikation zu verbessern, so Brettschneider. Man müsse verständlich und erklärend kommunizieren, „nicht von der Großvieheinheit sprechen, sondern von der Kuh". Für den ehemaligen baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Rainer Brechtken spielen vor allem nachvollziehbare Argumente eine bedeutende Rolle in der politischen Kommunikation: „Wir brauchen Politiker, die erzählen können, wie zum Beispiel Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg oder Altkanzler Helmut Schmidt."

Mehr bewegen durch eigenes Engagement

Was junge Menschen antreibt, in die Politik zu gehen, erklärt die 27-jährige SPD-Wahlkampfhelferin Tina Werner. Sie will überzeugen und ihre Meinung vertreten. „Je mehr Leute sich beteiligen, desto mehr kann man erreichen." Als Wahlkampfhelferin will sie lieber im Hintergrund bleiben. Rainer Brechtken zeigte sich beeindruckt von dem kontinuierlichen Engagement junger Menschen wie Tina Werner. Er riet ihr, sich eine politischen Karriere offen zu halten. Gerade Menschen, die sich durch Selbstkritik und Zurückhaltung auszeichneten, seien dringend nötig in der Politik.

Politik umfahren

Eberhard Diepgen glaubt nicht an vermehrtes politisches Desinteresse in der heutigen Gesellschaft. Er sieht auch keinen direkten Zusammenhang zwischen politischem Interesse und der tatsächlichen Wahlbeteiligung. Gerade wenn man politisch interessiert ist und sich auskennt, könne es eine bewusste Entscheidung sein, absichtlich auch einmal nicht wählen zu gehen. Wichtig sei, dass „die Themen, die den Bürger interessieren, von der Politik und den Medien aufgegriffen werden", findet Diepgen. Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider ist sich der Politikverdrossenheit in der Gesellschaft dagegen sicher. Es gebe Menschen, die sich schlichtweg nicht für Politik interessierten und Politik in den Medien wie ein „Slalomfahrer" umfahren würden. „Diese Bürger wird man nicht mehr für Politik begeistern können, sie werden vermutlich nie wählen gehen", schätzt er.

Wählen ist Bürgerpflicht

Was viele Nicht-Wähler vermutlich nicht wissen: Wählen ist Bürgerpflicht. Ähnlich erging es auch dem Publikum vor Ort, das bei der CONMEDIA mit Abstimmgeräten demokratisch aktiv werden und in die Diskussion einbringen konnte: Über 60 Prozent der Gäste glaubten, wählen zu können, aber nicht zu müssen.

Zum Abschluss gab Eberhard Diepgen den jungen Wählern mit auf den Weg, dass es bei der Landtagswahl keine 100-prozentige Übereinstimmung mit einer Partei geben werde. Man solle dennoch nicht resignieren, sondern eben „das kleinere Übel wählen".

Gute Resonanz beim Live-Stream

Die CONMEDIA 2011 wurde live auf www.hdm-stuttgart.de/conmedia übertragen. Über 250 Menschen verfolgten die Übertragung im Internet. Die überarbeitete Aufzeichnung der Veranstaltung kann ebenfalls auf der Webseite angesehen werden.

VERÖFFENTLICHT AM

24. Januar 2011

KONTAKT

Sarah Gembe
PR/Öffentlichkeitsarbeit der CONMEDIA
Telefon0163/6281283
E-Mailsg061@hdm-stuttgart.de

Prof. Stephan Ferdinand

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2256

E-Mail: ferdinand@hdm-stuttgart.de

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