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Hochschule der Medien

Lernmethoden

Lernen mit Emotionen

Klausurenstress. Kurz vor knapp noch so viel wie möglich in den Kopf kriegen. Was hilft besser? Stures Pauken oder kreatives Lernen mit Concept Maps & Co.? Dass weder das eine noch das andere das Nonplusultra sein muss, verrät Prof. Thissen der Hochschule der Medien. Für ihn zählen Emotionen.

Emotionen beeinflussen unsere Lernerfolge.

Emotionen beeinflussen unsere Lernerfolge.

Viele Pädagogen schwören heute auf kreative Lernmethoden. Mithilfe von sogenannten „Concept Maps" sollen Lerninhalte anhand von Skizzen verbildlicht werden. Das soll zu einem langfristigen Lernerfolg führen. Jeffrey Karpicke und Janell Blunt von der Purdue Universität in Indiana behaupten das Gegenteil. Sie haben mit 80 Studenten verschiedene Lernmethoden getestet. Nach Ansicht der Psychologen ist es wirksamer, Informationen nach dem Lesen eines Textes unmittelbar abzurufen und Punkt für Punkt aufzuschreiben. Sie halten demnach das pure Pauken für den besten Weg.

Positive Gefühle beim Lernen wichtig

Es herrschen also geteilte Meinungen, wenn es um das Thema Lernen geht. Professor Thissen vom Studiengang Informationsdesign an der HdM schwört weder aufs Auswendiglernen noch auf Concept Maps. Für ihn spielen Emotionen beim Lernen eine tragende Rolle. Dies begründet er damit, dass Emotion und Kognition sehr nah beieinander liegen. Besonders positive Gefühle fördern den Lernerfolg. Negative Gefühle - wie Angst und Stress - helfen zwar, wenn man schnell viele Informationen in den Kopf bekommen möchte. Diese werden aber selten langfristig gespeichert. Studenten sprechen hier auch gerne von einer „Lernbulimie". Positive Gefühle, wie Freude an einem Thema, Wohlsein aufgrund einer schönen Lernumgebung, sind hilfreich, wenn man langfristig etwas behalten oder kreativ sein möchte. An der Wolframstraße, dem Sitz der Fakultät Information und Kommunikation der HdM, findet diese Erkenntnis schon Anwendung. Das Designcenter mit Sitzkissen, Flipcharts und Pinnwänden bietet eine gute Atmosphäre zum effektiven Lernen.

Motivation und Nutzen als Erfolgsfaktoren fürs Lernen

Der Grund, warum man etwas lernt, ist ebenso entscheidend. So kann Auswendiglernen gut funktionieren, wenn man jemanden beeindrucken möchte. Professor Thissen erinnert sich an seine Schulzeit, als er alle Punischen Kriege auswendig lernte, um seinen Mitschülern zu imponieren. Noch heute kann er die Informationen zur Serie dieser Kriege abrufen. Auch wenn man in dem Gelernten einen persönlichen Nutzen sieht, fällt das Lernen leichter. Das Lernen einer Sprache wie Englisch, die man im Land unmittelbar anwenden kann, könnte einem Schüler beispielsweise leichter fallen, als eine wie Latein, die ihm möglicherweise weniger sinnvoll erscheint.

Projektarbeiten sinnvoller als Frontalunterricht

Professor Thissen sieht insbesondere in Projektarbeiten großes Potential. Studenten können sich den Lernstoff selbstständig erarbeiten, während der Dozent ihnen für Fragen und Antworten zur Seite steht. Diese Form des Lernens ist wichtig, wenn es um die Entwicklung von Kompetenzen geht. Dies sei heute relevanter als reines Pauken von Fakten, so Thissen. In einer Zeit, in der die Zahl der Daten im Netz immer weiter steige, sei es wesentlich, den richtigen Umgang damit zu erlernen. Man benötige andere Kompetenzen als noch vor 30 Jahren, als es weder Handys noch Suchmaschinen gab. Für solche Zwecke könnten Blockseminare, die an der HdM schon häufig angeboten werden, effektiver sein als wöchentliche 90-Minuten-Seminare.

Claudia Langer

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Erki van Hoolen

am 10.02.2011 um 22:29 Uhr

Ich könnte abkotzen, dass Leute versuchen "den besten Weg des LErnens" herauszufinden. Kopf einschalten: Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich!

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