DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Start-Ups

Erste Schritte zur Existenzgründung

Eine brillante Idee ist oftmals die Initialzündung, doch sie alleine genügt nicht. Wer sich nach dem Studium selbstständig machen will, muss viele rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte beachten und Stolpersteine im Web 2.0 vermeiden.

Foto: aboutpixel.de/Konstantin Gastmann

Foto: aboutpixel.de/Konstantin Gastmann

2010 war das Jahr der Existenzgründungen in Deutschland: Die Zahl der Neugründungen lag bei 561.000 und hat sich somit um 4,2% im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Eine Existenzgründung ist in Deutschland schneller als im europäischen Ausland möglich. Die behördlichen Vorgänge sind nach 5,5 Tagen abgeschlossen während der europäische Durchschnitt bei sieben Tagen liegt.

Mehr Männer unter den Existenzgründern

Laut der aktuellsten Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) von 2011 belaufen sich die administrativen Gründungskosten in Deutschland im Jahr 2010 auf 169 Euro, während der europäische Durchschnitt bei 399 Euro liegt. Die Summe beinhaltet: Notar 40 Euro, Amtsgericht 101 Euro und Gewerbeamt 27,56 Euro. Seit 2007 sind die Gründungskosten von 792 € auf 169 € gesunken. Im europäischen Vergleich rückt Deutschland vom 23. auf den 9. Rang vor. Laut einer Untersuchung des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) sind immer noch zwei von drei Existenzgründern Männer. Dies liege der Studie zu Folge daran, dass Frauen weniger risikobereit seien und eine „defensive Chanceneinschätzung" hätten. Diese beiden Faktoren hielten viele Frauen oftmals von einer Unternehmensgründung ab.

Ein Euro Startkapital und es kann losgehen

Seit 2008 besteht die Möglichkeit, eine Unternehmergesellschaft (UG), die auch unter dem Namen Mini-GmbH bekannt ist, zu gründen. Hierbei handelt es sich um eine Unterform der GmbH. Der Unterschied liegt in der Höhe des Startkapitals. Während für die Gründung einer GmbH 25.000 Euro Startkapital benötigt werden, braucht man für eine UG nur noch einen Euro. Wird die UG mit einem Startkapital von einem Euro gegründet, muss jedes Jahr eine Rückstellung in Höhe von 25 Prozent des Gewinns gebildet werden bis das Startkapital von 25.000 Euro erreicht ist. Danach kann die Gesellschaft als „normale" GmbH weitergeführt werden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Unternehmensgesellschaft binnen kurzer Zeit ins Handelsregister eingetragen ist.

Fettnäpfchen Web 2.0

Wenn die ersten Schritte in Richtung eigenes Unternehmen erfolgreich geschafft sind, gilt es Hindernisse zu überwinden und Fettnäpfchen zu vermeiden. Die Möglichkeiten des Social Web sind auf den ersten Blick verführerisch. Zu viel Offenheit kann allerdings die neu geschaffene Existenz bedrohen, wie ein Fall in Berlin zeigt. Erst kürzlich hatte dort eine Frau nach ihrem Uni-Abschluss zusammen mit einem Kommilitonen ein Unternehmen gegründet und ihre Geschäftsidee auf ihrer Facebook-Seite beschrieben. Ein Fremder hatte Kontakt zu ihr aufgenommen und sich als möglicher Kooperationspartner ausgegeben. Nachdem sie ihm Unternehmensdetails und Kundenstamm mitgeteilt hatte, eröffnete dieser ein Konkurrenzunternehmen. In einem „Die Zeit"-Interview berichtet Michael Hochrieder, Berater für Informationssicherheit bei HvS Consulting, von einer Zunahme der Industriespionage durch das Internet: „Von rund 50 Fällen, die wir pro Jahr bearbeiten, haben sechs mit Sozialen Netzwerken zu tun".

Gründerzentrum hilft bei den ersten Schritten

Wer mit dem Gedanken spielt, ein eigens Unternehmen zu gründen, findet im Gründerzentrum an der Hochschule der Medien kompetente Ansprechpartner. Unter http://www.hdm-gruenderzentrum.de/ gibt es Informationen zur finanziellen Förderung, zu Management und Unternehmensführung, Marketing und Vertrieb und betriebswirtschaftliches Know-how.

Nadine Steinhübel

,

Christina Walzner

EXIST-priME-Cup

Wer sich noch nicht ganz sicher ist und sein unternehmerisches Geschick vorab testen will, kann am EXIST-priME-Cup teilnehmen. In diesem Planspiel müssen die Teilnehmer in einem realistischen Umfeld sowie unter Zeitdruck unternehmerische Entscheidungen treffen. Des Weiteren werden spielerisch die Grundzüge des Rechnungswesens vermittelt. Mehr Infos unter: http://www.exist-primecup.de/

Quellen: Erste Schritte zur Existenzgründung

http://www.ug-gesellschaft.de
http://www.destatis.de
http://www.ixpro.de
http://www.zeit.de
http://www.exist-primecup.de/

VERÖFFENTLICHT AM

01. Juni 2011

ARCHIV

Netzwerk
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren