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Hochschule der Medien

Umweltkatastrophe

HdM-Absolvent veröffentlicht Foto-Reportage über den Aralsee

Staubige Wüste weit und breit, rostende Schiffe auf trockenem, versalztem Grund – das sind Eindrücke, die der HdM-Absolvent Sven Cichowicz am Aralsee in Bildern festgehalten hat. Seine Foto-Reportage ist derzeit auf ZEIT Online zu bewundern.

Verlandete Schiffe im Aralsee

Verlandete Schiffe im Aralsee

Nicht gerade luxuriös: der Reisebus (Fotos: Sven Cichowicz)

Nicht gerade luxuriös: der Reisebus (Fotos: Sven Cichowicz)

Zur Detailansicht Die zehntägige Reiseroute

Die zehntägige Reiseroute

Fotograf Sven Cichowicz (Foto: Stephan Fuß)

Fotograf Sven Cichowicz (Foto: Stephan Fuß)

Während seiner Reise hat Sven Cichowicz dokumentiert, wie weit der einst riesige Aralsee heute ausgetrocknet ist. Den Zuflüssen des Sees wurde in großen Mengen Wasser entnommen, um Baumwollplantagen zu bewässern. Dadurch ist der Salzgehalt rapide angestiegen und der See mehr und mehr vertrocknet. Heute ist nur noch ein Neuntel seines Wasservolumens übrig. Ursprünglich war der Aralsee mit rund 68.000 km² fast so groß wie Irland.

Ein Ökosystem verschwindet

„Die Geschichte des verlandeten Aralsees interessiert mich schon lange, weil es eine vom Menschen verursachte Katastrophe ist, die man nicht so einfach umkehren kann", erzählt Sven Cichowicz. „Die Anrainerstaaten des Aralsees, Kasachstan und Usbekistan, müssten sich für eine Rettung einig sein. Kasachstan versucht, den Nordbereich mit einem eigenen Staudamm zu retten. Usbekistan wiederum hat mit der Suche nach Öl und Gas auf dem vertrockneten See begonnen. Die Geschichte des Sees ist also auch eine Geschichte von politischen Einflüssen, von Stabilität einer Region und der Kontrolle von Wasser." Ein Teil des Aralsees ist so schnell ausgetrocknet, dass sogar einige Boote inmitten des Sees stecken geblieben sind. „Diese letzten Boote wollte ich finden. An ihnen kann man fotografisch darstellen, was nicht da ist, nämlich Wasser. Und es wird klar, dass es hier um viel mehr geht: zum Beispiel um Fischer, die ihre Lebensgrundlage verloren haben. Oder um das Verschwinden eines kompletten Ökosystems und dessen Einfluss auf das Klima", so Cichowicz.

Hilfe durch Einheimische

Insgesamt war der Fotograf zehn Tage unterwegs. Begleitet wurde er von einem Freund. Start der Tour war im Süden Kasachstans, von dort aus ging es etwa 1500 Kilometer zum vertrockneten Aralsee und zurück. Geschlafen hat das Team im Zelt. Zu Beginn seiner Reise wusste Sven Cichowicz noch nicht, ob er die Boote überhaupt finden würde. „Ohne die Hilfe einer deutschen Journalistin, die in Kasachstan akkreditiert ist, und unseres genialen kasachischen Fahrers, hätte es nicht funktioniert", ist er sich sicher. Als er die Boote dann zum ersten Mal sah, war es ein Moment der Freude und Trauer zugleich. „Nach stundenlanger Fahrt sind wir auf die Fischerboote gestoßen. Mittlerweile wurden sie zur Verschrottung freigegeben, ihre Außenwände dienen als Baumaterial für Schafställe. Bald werden die letzten stummen Zeugen der Katastrophe verschwunden sein. Was bleibt ist das Salz und die vage Hoffnung auf eine Rückkehr des Wassers."

Ausstellung im Haus der Wirtschaft

Die Aufnahmen von Sven Cichowicz sind für die Ausstellung „Blues für den Blauen Planeten" des BFF (Bund Freischaffender Foto-Designer e.V.) entstanden. Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Juli 2011 im Stuttgarter Haus der Wirtschaft zu sehen. ZEIT Online hat eine Bildserie mit einem Interview des Fotografen veröffentlicht.

Sven Cichowicz hat an der Hochschule der Medien Werbung und Marktkommunikation studiert und 2009 mit dem Bachelor abgeschlossen. Nach Abschluss seines Studiums hat er sich selbstständig gemacht. Im gleichen Jahr erhielt er zweimal eine „Honorable Mention" beim "Prix de la Photographie Paris". 2010 wurde Cichowicz als Junior-Mitglied in den BFF aufgenommen. In diesem Jahr erschien er im Buch „Blickfang - Deutschlands beste Fotografen 2011". Sven Cichowicz hat ein Fotostudio in Stuttgart.

 

Corinna Kramm

VERÖFFENTLICHT AM

16. Juni 2011

KONTAKT

Sven Cichowicz
E-Mailinfo@svencichowicz.com

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peter

am 27.05.2015 um 12:28 Uhr

Sehr gut gehaltener Artikel, weiter so!!!

Mark

am 25.04.2012 um 12:42 Uhr

Super Bilder, ich finde auch wie Steffen, so sollte nicht mit dem Rohstoff Wasser umgegegangen werden. Wir verbrauchen einfach zu viel Wasser. MFG

steffen

am 09.07.2011 um 20:28 Uhr

Tolle, wenn auch erschütternde Bilder. Schade dass mit dem kostbaren Rohstoff Wasser so umgegangen wird.

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