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Hochschule der Medien

Serie Videospiele Teil 1

Von "Spacewar!" zum Motion-Based Gaming

Vor gut 50 Jahren begann die Ära der Videospiele. Themen unserer Sommerserie sind die Technik, die Spielegenres, die Game-Industrie und die Spielewelt an der HdM. Im ersten Teil werfen wir einen Blick auf die Anfänge.

Moderner Spielspaß: Mit Bewegungssteuerung wird das Wohnzimmer zum Spielplatz (Foto li.: Microsoft); das erste Computerspiel "Spacewar!" (Foto re.: Joi Ito)

Moderner Spielspaß: Mit Bewegungssteuerung wird das Wohnzimmer zum Spielplatz (Foto li.: Microsoft); das erste Computerspiel "Spacewar!" (Foto re.: Joi Ito)

Einen genauen Startpunkt für die Erfindung des Videospiels zu identifizieren, fällt schwer. Einen Höhepunkt erlebten die Anfänge der elektronischen Unterhaltung in den 50er-Jahren.

Tennis auf dem Radarschirm

Gun-Game: Vorläufer der Light-Gun-Spiele

Wenige Jahre nach Kriegsende boomte das Geschäft mit elektronischen Spielautomaten. In gut besuchten Lokalen standen Spiele wie Flipperautomaten und Gun-Game-Shooter bereit. Die anfangs rein mechanisch betriebenen Flipper wichen zunehmend der elektronischen Variante mit bunten Licht- und lauten Soundeffekten. Das erste vollelektronische Spiel auf einem Bildschirm entstand im Jahr 1958. Der Physiker William A. Higinbotham suchte nach einer Attraktion für den Tag der offenen Tür am nuklearen Forschungslabor Brookhaven National Labratory. Heraus kam das erste Videospiel auf einem Radarschirm: "Tennis für Two". Programmiert auf einem analogen Computer, der im zweiten Weltkrieg zur Flugbahnberechnung genutzt wurde, und verbunden mit einem Oszillographen und zwei Steuerungsgeräten, entstand das erste elektronische Tennisspiel. Das erste Computerspiel entwickelte drei Jahre später ein Student: Steve Russel programmierte auf dem damals 15 Tonnen schweren Kompaktmodell PDP-1 "Spacewar!". Dabei können zwei Spieler mit Raketen im Weltraum gegeneinander kämpfen. Diese ersten Spiele waren allerdings nur einem kleinen Publikum bekannt, da die Endgeräte nur in Universitäten oder großen Firmen vorhanden waren.

Von "Pong" zu "Pac-Man"

Screenshot des Spiels Pong

Die erste serienreife Spielekonsole "Magnavox Odyssey" für zuhause entwickelte Ralph Baer. Weil diese allerdings nur Linien und Rechtecke in weiß auf schwarzem Hintergrund anzeigen konnte, lagen der Konsole bunte Plastikfolien bei. Insgesamt wurde sie 360 000 mal verkauft. Kurz darauf entwickelte Atari das Spiel "Pong", das anfangs hauptsächlich auf Spielautomaten Verbreitung fand. Der erste Heimcomputer "Apple II" für den Preis von 1300 US-Dollar fand im Jahr 1977 reißenden Absatz. Ein Jahr später erschienen die ersten Spiele. So richtig kam der Spielemarkt für den PC allerdings immer noch nicht in Schwung. Erfolge feierten hauptsächlich Spiele wie "Space Invaders" und "Pac-Man". 1983 kam es zum großen Zusammenbruch der Branche. Die Spiele stapelten sich in den Lagern und fanden keine Abnehmer.

Push aus Japan

Screenshot Super Mario Bros

Ab 1984 starteten die japanischen Spielehersteller Nintendo und SEGA mit bis heute bekannten Spielen wie "Super Mario Bros." auch in America durch und belebten den Markt neu. Atari ST, Commodore Amiga und C64 folgten. Mit dem Aufstieg der Konsolen und Heimcomputer nahm das Interesse an den Spielhallen stetig ab. 1989 erschien das erste Modell des Game Boy. In diesem Jahr erschienen auch die ersten 16-Bit-Geräte, wie der Super Nintendo. Die Optik der Spielwelten wurde immer realistischer. Das Rollenspiel "Ultima VII" machte einen vorsichtigen Einstieg in die 3D-Optik. Auf dem PC liefen die ersten Flug-Simulatoren wie das Kampfhubschrauber-Spiel "Gunship". Sid Meier's "Civilization" begründete 1991 das Globalstrategie-Genre. Die Aufgabe des Spielers ist es dabei, eine Zivilisation über Jahrtausende zu führen. 1994 brachte Sony die 32-Bit-Konsole Playstation auf den Markt. Mitte 1996 waren bereits sieben Millionen Geräte weltweit verkauft. Endgültig angekommen im 3D-Bereich, geht "Super Mario 64" als einer der bekanntesten Titel in die Geschichte ein.

Internethype und Bewegungssteuerung

Foto: Microsoft

1999 hält das Internet Einzug in die Spielebranche. Bis zu 500 000 Menschen spielen weltweit gleichzeitig das Rollen-3D-Spiel "Everquest". Zur gleichen Zeit entsteht der Ego-Shooter "Counter Strike". "Die Sims" wurde das meistverkaufte PC-Spiel und lockte mehr weibliche Fans vor den PC. Immer mehr Rechenleistung machen heutzutage die Xbox 360 und die Playstation3 zum Verkaufsschlager. Spiele mit Bewegungssteuerung kommen erstmals mit der Konsole Nintendo Wii ins Wohnzimmer. Ganz ohne Steuergerät kommt dagegen die Xbox 360-Erweiterung Kinect aus. Mittels einer Kamera erkennt sie den Spieler und erfasst seine Bewegungen im Raum.

 

Ob Jump'n'Run, Rollenspiele oder Ego-Shooter: Die Gaming-Landschaft bietet Platz für die verschiedensten Spieletypen. Lesen Sie im nächsten Teil mehr über die Kategorisierung von Videospielen und ihre jeweils berühmtesten Vertreter.

Christina Walzner

Quellen: Serie Videospiele Teil 1

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Videospiele
Games Aktuell Sonderheft "Die Geschichte der Videospiele" Herbst/Winter 2009

VERÖFFENTLICHT AM

18. Juli 2011

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