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Hochschule der Medien

Serie Videospiele Teil 2

"Prince of Persia" gegen "Call of Duty"

Survival-Horror, Action-Adventure oder Handelssimulation: Videospiel ist nicht gleich Videospiel. Im zweiten Teil unserer Serie widmen wir uns den wichtigsten Genres und ihren berühmtesten Vertretern.

Mit einer rasant zunehmenden Komplexität von Videospielen wird die Kategorisierung dieser Spiele immer ausdifferenzierter, aber auch schwieriger. Dabei ist es nicht immer möglich, einzelne Spiele nur einer Kategorie zuzuordnen. Vielmehr werden diese heute auf Grund von Merkmalen beschrieben. Dennoch sollen die wichtigsten Sparten kurz und ohne Anspruch auf Vollständigkeit skizziert werden:

Von Jump'n'Run zur Simulation

Jump'n'Run-Spiel "Secret Maryo Chronicles"

Zu den ersten Spielen, die es auf dem Spielemarkt gab, gehören Klassiker wie "Super Mario". Dabei bewegt sich die Spielfigur laufend, hüpfend und springend durch eine Welt und muss dabei kämpfend Feinde besiegen. Umgangssprachlich heißen diese Spiele daher Jump'n'Run-Spiele. Neben "Super Mario" zählen hierzu auch "Commander Keen", "Gods", "Magic Pockets" und "Prince of Persia". Ein Riesenhit war über Jahre hinweg die "Lemmings"-Serie, bei welcher der Spieler eine Vielzahl an kleinen Lemming-Figuren durch labyrinthartige Levels navigieren und sie vor dem sicheren Tod bewahren musste. Die genaue Bedienung der Tastatur-Pfeile oder der Leertaste, um Bewegungen oder Sprünge auszuführen, stellte hohe Anforderungen an die Koordination der Beobachtung des Geschehens auf dem Bildschirm und der Fingerfertigkeit des Spielers. Schon bei diesen Games konnte und kann man kaum ablassen von den Hindernisläufen, die unbedingt bewältigt werden wollen.

In Actionspielen geht es vor allem um die Geschicklichkeit und die Reaktionsgeschwindigkeit der Spieler. Zu den bekanntesten Actionspielen zählen "Grand Theft Auto" (GTA), die "Tomb Raider"-Spiele (Action-Adventure) oder die Third-Person-Action-Games wie "Stealth Shooter" oder "Escape from Wolfenstein". Bei diesen Games gesellt sich psychologisch gesehen, zur Koordination der physischen Abläufe eine höhere Identifikation des Gamers mit der Hauptfigur des Spiels. Besonderer Beliebtheit erfreute sich bei diesem Spiele-Typus das Game "Leisure Suit Larry", eine Kombination aus Jump'n'Run, Action und Abenteuer: Larry ist ein männlicher Single, der sich durch den Großstadt-Dschungel wühlt, zwischen Verkehrschaos, Kriminalität, Nachtclubs und Job-Aufgaben, die zu erledigen sind. Natürlich waren Frauen, die Larry zu erobern hatte, schon in den ersten Versionen eingebaut - bis hin zu beliebten, je nach Grafikkarte ruckelnden Sexszenen, die später jedoch erst für Spieler ab 18 Jahren käuflich waren.

Rollenspiele sind vermutlich zu einem großen Teil verantwortlich für den Ruf, der hartgesottenen Spielern vorauseilt, den sogenannten Spiele-Nerds. Sie entführen diese in eine neue, konstruierte Welt, in der die Spieler eine Rolle einnehmen. Unterschiedlichste Welten, Szenarien, Schauplätze und phantastische Geschichten werden dargestellt. Mittelalterspiele, Zauber- und Kampfwelten, Handels- und Sportspiele etc. gehören zu diesem Genre, dessen Figuren oft interaktiv verknüpft sind, dabei Dialoge stattfinden und Aufgaben gelöst werden müssen. Bekannt sind unter anderem die "Oblivion"-Serie, "World of Warcraft", "Final Fantasy" , "Bundesliga-Manager" oder der Flughafenmanager "AirPro". Häufig werden neuere Spiele dieses Typs mit strategischen Aspekten verbunden.

Bei Strategiespielen geht es um die Bewältigung und Lösung von strategischen Hauptaufgaben, Zielen und Kampagnen, die durch Teilziele und -aufgaben erreicht werden müssen. Strategisches Denken und Planen von vorgegebenen Situationen oder Lagen und ein entsprechendes Vorgehen gehören zu diesem Spieletypus. Dabei kann der Computer die Rolle des Gegenspielers oder von vielen Gegnern übernehmen oder als Plattform dienen, auf der mehrere Spieler gegeneinander antreten. Der Spieleklassiker "Civilization" gehörte schon am Ende der 90er Jahre auf jeden PC. Noch heute ist das Spiel sehr lehrreich: Die Geschichte der Menschheit und ihre Entwicklungsetappen in die Moderne durch den Einsatz von zivilisatorischen Errungenschaften in Konkurrenz zu anderen Kulturen zu bewerkstelligen, ist neben Spiele-Nerds auch für Schüler und Studenten durchaus geeignet. Ebenso gehören "Die Siedler", "Age of Empires" ,"StarCraft" oder die "Sims"-Reihe zu den bekanntesten Strategiespielen. Aber auch das klassische Schach sowie Klassiker wie Handelssimulationen (zum Beispiel "Anno 1404", "Master of Orion" etc.) fallen in diese Spielekategorie.

Einen besonders hohen Sucht-Faktor haben die Simulationsspiele. Mittlerweile gibt es nichts, was nicht simuliert wird: Formel 1-Rennwagen, Panzer-Simulationen, Flugzeug-Steuerung, Schiffs-Simulationen etc. Sehr erfolgreich waren in diesem Genre die Microsoft-Flug-Simulatoren, die von der Cessna bis zum Jumbo-Jet am Bildschirm alles in die Luft brachten, was fliegen kann und könnte. Besonders spannend war auch die berühmte U-Boot-Reihe "Silent Hunter", die bereits in den 90er-Jahren als "Silent Service" begann und die U-Bootjagd hochrealistisch inszeniert. Die Qualität der Darstellung und die Spannung der Spiele wird nur noch von den "Ego-Shootern" übertroffen.

FreeDoom: Eine freie Variante des Spiels

Sehr kontrovers diskutiert sind sicherlich die Ego-Shooter. Sie tragen ihren Namen, weil der Spieler das Spiel in der Ich-Perspektive erlebt, also der Bildschirm die Blickrichtung der Augen bzw. des Kopfes des Spielers zeigt. Die Spieler bewegen sich dabei in einem dreidimensionalen Raum und müssen sich meist im Kampf oder in extremen Umwelt- oder Sportsituationen beweisen. Häufig kämpfen die Spieler online oder per Netzwerk auch in Gruppen. Zu den berühmtesten Ego-Shootern zählen die "Doom"-Reihe und, allen voran, "Counterstrike". Nur ab 18 Jahren sind Kampf- und Kriegsspiele wie "Medal of Honor", "Call of Duty" oder "Battlefield" zu kaufen, da sie neben absolutem Eintauchen des Gamers in Spannungszustände durchaus auch blutrünstige Operationen und Szenen umfassen, die nichts für Kinder sind.

Nicht nur was für Nerds

Stellt man sich die typischen Gamer vor, so hat man sofort ein Bild im Kopf: Nerds, die nächtelang vor ihren Rechnern sitzen und "World of Warcraft" spielen. Diese Sorte von Spielern gibt es sicherlich. Allerdings sieht der durchschnittliche Zocker im Jahr 2011 deutlich anders aus. Eine Studie des "Entertainment Software Rating Boards" (ESRB) ergab, dass das Durchschnittsalter von Videospielern in Amerika bei 34 Jahren liegt. Immerhin 26 Prozent aller dortigen Nutzer von Spielekonsolen sind, so die Studie, älter als 50 Jahre. Diesen Trend bestätigt auch eine jährliche Umfrage der Universität Hohenheim: Immer mehr ältere Menschen greifen zu Konsole, Tastatur und Mousepad.

Auch wenn der Anteil spielender Männer immer noch höher ist als der von Frauen, sind in der Zwischenzeit 40 Prozent aller Spieler weiblich. Allerdings: Frauen spielen anders. Während Männer nach wie vor klassische Konsolen- und Computerspiele bevorzugen, nutzen Frauen überwiegend die deutlich bewegungsintensivere Wii. Auch die Nutzungsdauer unterscheidet sich: Frauen spielen deutlich seltener. Wer Konsolen- und Videospiele nutzt, beschäftigt sich in Amerika durchschnittlich acht Stunden in der Woche damit, deutsche Spieler bringen es lediglich auf drei Stunden pro Woche. Auch in das Familienleben haben Videospiele Einzug gehalten. Fast die Hälfte der Eltern, die an der ESRB-Studie teilnahmen, gaben an, mindestens einmal pro Woche mit ihren Kindern Konsolenspiele zu spielen.

Allerdings: Zu viel spielen ist ungesund. Eine kanadisch-dänische Studie ergab jüngst, dass Fans von Videospielen in zehn Jahren bis zu 28 Kilogramm zunehmen. Untersucht wurden dabei jedoch nur klassische Konsolen. Bewegungsspiele wie bei der Wii blieben außen vor. Hoffnung für Nerds liefert eine andere Studie, die besagt, dass Gamer die virtuellen Geschicklichkeiten auf die reale Welt übertragen und gedanklich fitter sind als Nicht-Gamer.

 

Dass die Spieleindustrie mittlerweile zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor aufgestiegen ist, zeigt die nächste Folge unserer Serie. Lesen Sie im dritten Teil mehr über die Game-Industrie, In-Game-Advertising und wer vom Geschäft mit der elektronischen Unterhaltung außerdem profitiert.

Corinna Kübler

,

Franco Rota

Quellen: Videospiel-Serie Teil 2

http://www.esrb.org
http://www.uni-hohenheim.de

VERÖFFENTLICHT AM

26. Juli 2011

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ARCHIV

Medienwelt
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Stef

am 02.08.2011 um 01:10 Uhr

Nett gemeint, kläglich gescheitert. Man wundert sich warum offensichtlich nicht sachkundige Personen einen Themen-Artikel, ja sogar eine Artikel-Reihe, verfassen. Eine Medien-Hochschule sollte hier mehr Qualität bieten. Könnten doch unkundige diesen Artikel für bare Münze halten. Schade ...

Max

am 01.08.2011 um 16:21 Uhr

Dieser Artikel ist einfach nur schlecht recherchiert ! "Super Mario Bros." war nicht eines der ersten Jump'n'Run Spiele auf dem Markt, sondern "Pitfall!". "Lemmings" könnte nicht weiter von einem "Jump'n'run" entfernt sein als ein Ferrari von einer Schildkröte. Das von DMA Design entwickelte "Lemmings" ist ein Puzzle Spiel. Man könnte es auch als Strategiespiel bezeichnen, aber mit Sicherheit nicht als Jump'n'Run. Wenn es Redakteuren einer Hochschule voller Medien affiner Studenten nicht einmal gelingt ein Actionspiel von einem reinrassigen Point and Click Adventure wie "Leisure Suit Larry" zu unterscheiden, welches im übrigen bei weitem nicht so populär gewesen ist, wie z.B. Point and Click Adventures auf Scumm Basis aus dem Hause Lucasarts, dann wundert es mich erst recht nicht so populistisch eingefärbte Sätze zu lesen wie diesem hier: "[...]da sie neben absolutem Eintauchen des Gamers in Spannungszustände durchaus auch blutrünstige Operationen und Szenen umfassen[...]" Was hat so ein Satz überhaupt in einem Artikel verloren, der sich eigentlich nur damit beschäftigen wollte, die Hauptgenres des Mediums Videospiel aufzudröseln? Nicht nur das hier einmal wieder ohne eine wissenschaftliche Basis behauptet wird, dass Leute während sie Ego Shooter spielen sich völlig in ihnen verlieren und für sie die Realität um sie herum verschwindet, nein da muss dann auch gleich noch einmal im selben Satz betont werden, dass Ego-Shooter meist auch "Blutrünstig" sind. Wenn Ihr Euch doch unbedingt mit diesem "kontrovers diskutierten" Thema auseinandersetzen wollt, dann doch bitte in einem separaten Artikel, objektiv recherchiert mit Stimmen dafür und dagegen. Am besten finde ich allerdings das Ihr gleich am Anfang feststellt, dass es heutzutage kaum noch Spiele gibt dessen Genres glasklar zu definieren sind. Wenn es Euch dann im nach hinein nicht einmal gelingt, die Grundgenres korrekt zu definieren aus denen sich moderne Videospiele meist zusammensetzen, dann ist der ganze Artikel doch eigentlich für die Katz oder? Solch einen Artikeln kann ich zumindest wirklich niemandem empfehlen. Weder einem begeisterten Videospieler noch einem Außenstehenden dem ich das Thema Videospiele vielleicht näher bringen möchte. PS: Wenn Ihr so viel Angst habt von Nintendo verklagt zu werden, wenn Ihr einen Super Mario Screenshot abbilden würdet, dann würde ich erst recht nicht einen Screenshot des von Fans entwickelten "Secret Maryo Chronicles", welches rein rechtlich gesehen definitiv die Urheberrechte von Nintendo verletzt, nehmen. Vor allem dann nicht wenn man dann auch noch den lächerlich verfremdeten Titel des Fan Projekts von "Maryo" wieder in "Mario" um-münzt!

M.H.

am 01.08.2011 um 14:45 Uhr

Schöner Artikel. Über die Einordnung von Bundesliga-Manager als "Rollenspiel" lässt sich sicherlich streiten ;-)

Falk

am 29.07.2011 um 23:44 Uhr

"Grant Theft Auto" Wie war das mit den "Rechtschreibfehlern" und den "sogenannten alten hierarchischen Massenmedien"? ;) Sehr loben muss ich hingegen die differenzierte Betrachtung der (Nicht-)Spieler und der Auswirkungen des Spielens. Ich freu mich sehr auf den nächsten Teil!

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