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Hochschule der Medien

AM-Studioproduktion

Kleiner Roland... Großes Kino!

Ein junger Mann, der auf Youtube vom Fund alter Filmaufnahmen von Roland Emmerich erzählt: Durch verwackelte Heimvideo-Optik ist der Zuschauer fast geneigt, die Geschichte zu glauben. Weit gefehlt. Hinter dem vermeintlichen Fund steckt eine VFX-Studioproduktion des Studiengangs Audiovisuelle Medien.

Screenshots: "Kleiner Roland... Großes Kino!"

Screenshots: "Kleiner Roland... Großes Kino!"

Die Kamera wackelt, das Bild ist unscharf. Das Video unter dem Namen „Altes Super 8 Material von Roland Emmerich aufgetaucht!!!!" wirkt auf den ersten Blick echt. Ein scheinbar aufgeregter junger Mann ist zu sehen. Er berichtet von einem Besuch des Böblinger Flohmarkts. Dort habe er unveröffentlichtes Super 8-Material aus den 60ern gefunden. Der Urheber soll dabei kein Geringerer sein als der berühmte Regisseur Roland Emmerich. Spätestens als die ersten vermeintlichen Super-8-Aufnahmen anlaufen, dämmert es dem Zuschauer. Selbst mit dem größten Talent wäre es dem damals 10-jährigen „Rolandle" wohl kaum gelungen, solch bombastische Spezialeffekte zu erzeugen. Die kurzen Ausschnitte zeigen deutliche Parallelen zu Blockbustern des großen Regisseurs. Bei dem Kurzfilm von und mit dem kleinen „Rolandle" handelt es sich um eine VFX-Studiopruduktion aus dem Sommersemester 2011 im Studiengang Audiovisuelle Medien.

Die HdM-Redaktion sprach mit Karsten Klages darüber, wie das interdisziplinär zusammengesetzte Team auf die Idee für dieses ungewöhnliche Drehbuch kam und mit welchen Hindernissen sie bei ihren Super-8-Aufnahmen zu kämpfen hatten.

Wie war das Projektteam zusammengesetzt?

Klages: Es war eine Zusammenarbeit der Studioproduktionen Computer Animation und Visual effects. Wir wollten von Anfang an Wert auf Effekte legen und eine Zusammenarbeit bot sich deshalb an.

Ihr seid eine relativ große Gruppe, wie habt ihr euch auf ein Drehbuch einigen können?

Klages: Wir haben zu Beginn des Semesters einen Blog eingerichtet, um gemeinsam zu einer Story zu finden. Es gab etwa fünf verschiedene Ideen, die dann diskutiert wurden. Eine ging zum Beispiel um einen „Assi" - mit Vokuhila und altem Trainingsanzug -, dem einfach alles egal ist, auch, dass Roboter die Weltherrschaft ergreifen wollen und dabei sein Haus fast niederreißen oder dass ein LKW durch sein Wohnzimmer fährt.

Und wie kam es dann, dass ihr einen Emmerich-Film gedreht habt?

Klages: Ein Favorit waren auch die „Spätzle Invaders". Bei den „Invaders" sollte es darum gehen, dass Aliens die Erde angreifen, Menschen panisch davon rennen und viel zerstört wird. Hierbei hätte man sich komplett auf Effekte konzentrieren können, die Story hätte eher im Hintergrund gestanden. So hatte es auch Frau Prof. Koeppl vorgeschlagen, da in den vergangenen Semestern viel Zeit für das Drehbuch und den Dreh verwendet wurden und die eigentliche Postproduktion so zu kurz kam. Grundsätzlich fanden wir das gut; aber irgendwie wollte dann doch jeder eine coole Story haben. Trotz der vielen Ideen fiel die Entscheidung für eine Geschichte schwer. Letztlich haben wir zusammen mit Mark Lutz, der das Projekt inhaltlich betreute, den Grundstein für die Emmerich-Geschichte gelegt.

Mit welchen Problemen wart ihr konfrontiert?

Klages: Wir mussten den Dreh mehrfach verschieben, da die Post uns anscheinend nicht wohlgesonnen war. Zuerst ging das Godzilla-Kostüm, das wir extra aus Amerika bestellt hatten, irgendwo zwischen Schiff und Zoll verloren. Wir mussten jeden Tag aufs Neue bangen, dass es endlich ankommt. Anschließend verzögerte sich die Entwicklung des Films aus der echten Super 8-Kamera so sehr, dass wir schon dachten, das Material sei verloren gegangen.

Wozu die Aufnahmen mit der Super 8-Kamera?

Klages: Wir haben "echte" Super 8-Aufnahmen gemacht, um später Referenzmaterial zu haben. Im Abspann wurden teilweise auch diese Aufnahmen verwendet. Zusätzlich haben wir einfach weiß und grau aufgenommen, um später das Korn und die Kratzer aus dem Video extrahieren, also den speziellen Look herstellen zu können. Zwar findet man im Netz auch gute Bezahlangebote aber diese sind sehr teuer oder waren nicht in HD-Auflösung vorhanden.

Wie seid Ihr auf den Titel des Films gekommen?

Klages: Der Arbeitstitel des Films war „reel67". Später wollten wir den Titel noch ändern und kamen auf Dinge wie „Roland'sche Rolle" oder einfach nur den YouTube-Link. Am Ende haben wir uns für „Kleiner Roland...Großes Kino" entschieden, da das ein Satz war, den unser Schauspieler gesagt hatte.

Herr Klages, vielen Dank für das Gespräch!

Das Projektteam:

Master: Nikolai Stiefvater, Karsten Klages, Stefan Ruf Visual effects: Stefan Feeß, Nico Schmid, Kathrin Landgraf, Patrick Heinen, Kathrin Kurfiß, Leander Saile, Tobias Gerdts, Noah Wankner Computer Animation: Mark Hacker, Tobias Isakeit, Hannes Krieger Ton: Merten Lindorf

Corinna Kübler

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Mirjam Müller

VERÖFFENTLICHT AM

02. September 2011

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