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Jubiläum

Congrats - Das BAföG wird 40

Seit 1971 unterstützt der Staat Studenten mit geringen finanziellen Mitteln mit dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz: BAföG. Der Kerngedanke des Gesetzes: Ein qualifiziertes Studium darf nicht an fehlendem Geld scheitern. In den letzten Jahren wurde viel erreicht, Luft nach oben bleibt.

Quelle: www.studentenwerke.de

Quelle: www.studentenwerke.de

Des Studenten liebstes Gesetz wird 40. Es gab zwar bereits zuvor Förderungsmöglichkeiten, wie beispielsweise das „Honnefer Modell", doch diese waren stets an hervorragende Studienleistungen geknüpft. Durch die Einführung des BAföG wurden erstmals ärmere Studenten gefördert, die ohne die Unterstützung von Vater Staat niemals eine akademische Laufbahn hätten einschlagen können. Vier Millionen Menschen konnten laut Schätzungen des Deutschen Studentenwerks (DSW) deshalb studieren.

Wie alles begann

Die Initialzündung für das BAföG lieferte die 68er Bewegung. Durch die studentischen Proteste wurde die Forderung nach einer Bildung für die sogenannten Arbeiterkinder laut. Damals setzen Kurt-Georg Kiesinger (CDU) und Willy Brandt (SPD) alle wichtigen Voraussetzungen um. Zunächst musste das Grundgesetz so verändert werden, dass der Bund die „Regelung der Ausbildungshilfen" übernehmen durfte. Am 1. September 1971 trat dann das Bundesausbildungsförderungsgesetz in Kraft. Bereits ein Jahr später wurden 44,6 Prozent der Studierenden durch BAföG-Zahlungen unterstützt. Zu Beginn mussten sie das BAföG nicht zurückzahlen.

Volldarlehen und Teildarlehen

Im Jahr 1982 wurde die BAföG-Zahlung in ein Volldarlehen umgewandelt. In den darauffolgenden Jahren sank die Förderquote stetig. 1998 wurden nur noch 12,6 Prozent aller Hochschüler gefördert und das BAföG stand kurz vor dem Aus. Die BAföG-Zahlungen wurden zwar wieder in ein Teildarlehen umgewandelt, doch erst die Festsetzung einer Obergrenze für das beanspruchte Darlehen in Höhe von 20.000 Mark (etwa 10.000 Euro) im April 2001 verbesserte die Situation wieder. Im Jahr 2010 erhielten knapp 600.000 Studierende Förderung nach dem BAföG, der Höchststand seit der Wiedervereinigung. Im Oktober des gleichen Jahres wurde auch die Altersgrenze für Masterstudierende auf 35 Jahre bei Beginn des Masterstudiums angehoben und die Altersgrenze bei Kinderbetreuung weitergehend flexibilisiert. Auch sind begabungs- und leistungsabhängige Stipendien nunmehr bis 300 Euro monatlich anrechnungsfrei, die Bedarfssätze und Freibeträge wurden erneut angehoben.

Aktuelle Situation 

Der gegenwärtige BAföG-Antrag besteht aus acht Formblättern. Die erste Hürde gilt es schon beim Ausfüllen von Formblatt Nummer 1 zu meistern. Hier müssen die Studenten Auskunft über ihr Vermögen, Wertpapiere oder Lebensversicherungen geben. Fast alle Anträge enthalten Fehler oder sind unvollständig. Dies ergab eine Studie des Nationalen Normenkontrollrats im Jahr 2010. Der hohe Aufwand könnte ein Grund dafür sein, dass viele BAföG-Berechtigte auf die Förderung verzichten. Nach Angaben von Dieter Dohmen, Chef des Forschungsinstituts für Bildung und Sozialökonomie (Fibs), liegt diese Zahl bei 50 oder sogar 60 Prozent. Zurzeit beziehen nur 23 Prozent aller Hochschüler BAföG, was unter anderem daran liegt, dass zahlreiche Familien aus der Mittelschicht die erlaubten Freibeträge überschreiten. Die Eltern verdienen zu viel, um eine Bafög-Förderung zu erhalten, aber zu wenig, um ihren Kindern einen Studienabschluss zu ermöglichen.

Die Zukunft

Künftig könnte das deutsche BAföG an das skandinavische Fördersystem angepasst werden. Dies würde eine Art geregeltes Grundgehalt für Studenten bedeuten. Klaus Landfried, ehemaliger Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, fragt: „Warum legen wir dafür nicht das BAföG, das Kindergeld, die steuerlichen Kinderfreibeträge und andere Sozialleistungen für Kinder und Jugendliche in einen Topf zusammen?" Dies wurde bereits in den 1990er Jahre diskutiert und wieder verworfen. Dennoch ist es für Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerkes, „das stärkste und wichtigste Instrument für Chancengleichheit und Aufstieg durch Bildung." Es wird seit diesem Jahr durch das Deutschland-Stipendium ergänzt, bei dem jeder Stipendiat 300 Euro je Monat bekommt. Der Betrag wird zur einen Hälfte von Bund und Ländern finanziert, die andere Hälfte werben die Hochschulen bei privaten Spendern ein.

Quellen:

Unispiegel 4 2011
www.spiegel-online.de
www.bundesregierung.de

Nadine Steinhübel

BAföG-Bestimmungen

Vorbedingung

Dieses Gesetz stellt eine Förderung in Aussicht, wenn dem Auszubildenden für seinen Lebensunterhalt und seine Ausbildung die erforderlichen Mittel nicht anderweitig zur Verfügung stehen (§ 1 BAföG). Nach § 48 Absatz 1 BAföG muss vom 5. Studiensemester an eine Bescheinigung der Hochschule vorgelegt werden, in der die Eignung des Studierenden für sein Studium bestätigt wird.

Dauer der Förderung

Die Förderung wird maximal für acht Semester inklusive praktischer Studiensemester gewährt. Der Bafög-Höchstsatz beträgt für Studenten, die nicht bei ihren Eltern wohnen, 670 € pro Monat, für Studenten, die zuhause wohnen, 495 € pro Monat. Je zur Hälfte als Zuschuss und als unverzinsliches Darlehen.

Anträge

Antragsformulare und Formblätter sind wie folgt erhältlich:

  • In den UStA-Büros beider HdM-Standorte
  • An der Beratungstheke des SWS im Foyer der Mensa Vaihingen
  • Postalisch oder persönlich beim SWS in Fellbach (Studentenwerk Stuttgart - Anstalt des öffentlichen Rechts - Amt für Ausbildungsförderung, Höhenstraße 10, 70736 Fellbach, Postfach 20 29, 70710 Fellbach)
  • Online beim Bundesministerium für Bildung und Forschung

VERÖFFENTLICHT AM

09. September 2011

KONTAKT

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Schumm

Mediapublishing

Telefon: 0711 8923-2126

E-Mail: schumm@hdm-stuttgart.de

Prof. Markus Hennies

Informationswissenschaften

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