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Hölle-Preis

Freischreiber ziehen zurück

Der Berufsverband für Journalisten „Freischreiber“ hat die Verleihung des Hölle-Preises zurückgezogen. Mit diesem Preis wird jährlich die schlechteste Redaktion ausgezeichnet. Kritik war laut geworden, nachdem Vorwürfe wie Themenklau nicht erhärtet werden konnten.

Screenshots: www.freischreiber.de

Screenshots: www.freischreiber.de

Grundgedanke des Hölle-Preises ist es, auf schlechte Arbeitsbedingungen freier Autoren aufmerksam zu machen und die Zusammenarbeit zu verbessern. Nominiert für den Hölle-Preis 2011 waren die Zeitschrift NEON, das Nachrichtenportal Spiegel Online sowie das Frauenmagazin Für Sie. Nach Bekanntgabe der Nominierten gab es massive Kritik am Nominierungsverfahren. Dieses gründete ausschließlich auf Berichte und Einschätzungen freier Journalisten. Die namentlich nicht genannte Jury warf der NEON Themenklau vor. Chefredakteur Michael Ebert zeigte sich im Meedia-Interview verärgert: „Themen zu klauen ist einer der härtesten Vorwürfe, die man einer Redaktion machen kann."

Vorstand: „Mängel beim Nominierungsverfahren"

Wie inzwischen auf der Website zu lesen ist, haben der Freischreiber-Vorstand und die Jury gemeinschaftlich die Absetzung des Preises beschlossen. Die Art und Weise der Nominierung weise Mängel auf. "Die Jury-Entscheidung für die drei Hölle-Kandidaten basiert auf Fallschilderungen und Tatsachenberichten freier Journalisten, denen wir Vertraulichkeit zugesichert haben. Wir sehen uns nicht in der Lage, diese Nominierungen hinreichend zu begründen und gegen zum Teil sehr aggressive Kritik zu verteidigen, ohne diese Vereinbarung zu brechen. Uns ist klar geworden, dass die zur Verfügung gestellten Begründungen als Entscheidungsgrundlage deshalb nicht ausreichen, um die mehr als 400 Freischreiber-Mitglieder zu einer Wahl der 'fiesesten' Redaktion Deutschlands zu bitten", so der Vorstand auf der Homepage.

Himmel-Preis für faires Verhalten

Neben dem Hölle-Preis vergeben die Freischreiber auch jährlich den Himmel-Preis. Dieser zeichnet Redaktionen aus, die sich freien Mitarbeitern gegenüber besonders fair verhalten. Trotz der Kritikwelle am Hölle-Preis wird der Himmel-Preis auch in diesem Jahr verliehen. Nominiert sind die Redakteure von Brand eins, Enorm und dem P.M.-Magazin.

Kampf für faire Arbeitsbedingungen

Immer mehr Redaktionen füllen ihre Seiten durch freie Mitarbeiter. Der Berufsverband Freischreiber hat sich den Kampf für faire Arbeitsbedingungen freier Journalisten auf die Fahnen geschrieben. In ihrer täglichen Verbandsarbeit setzen sich die Mitglieder dafür ein, Medienschaffende und Redaktionen auf Augenhöhe zu bringen. „Wir wollen dazu beitragen, dass Journalismus glaubwürdig bleibt und gleichzeitig kreativ, überraschend, informativ, ernsthaft und unterhaltsam", so der Verband. „Dafür brauchen wir faire Arbeitsbedingungen, vernünftige Bezahlung, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Redaktionen sowie Verleger und Intendanten, die ihrer Verantwortung für Unabhängigkeit und Pluralismus in der Medienlandschaft gerecht werden."

Christina Walzner

Quellen: Freischreiber ziehen Hölle-Preis zurück

www.meedia.de
www.freischreiber.de

VERÖFFENTLICHT AM

19. Oktober 2011

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