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Soziale Netzwerke

Zeitfresser Facebook?

Der deutsche Internetnutzer verbringt auf keiner Seite mehr Zeit als auf Facebook. Aber die Informationsqualität der Beiträge sorgt für eine Diskussion über den Nutzen des sozialen Netzwerkriesen und bietet Google+ als Alternative.

Zur Detailansicht Bericht auf Facebook

Bericht auf Facebook

Zur Detailansicht Bericht auf Google+

Bericht auf Google+

Der deutsche Internetnutzer hat im September 2011 laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens comscore 16,2 Prozent seiner Online-Zeit bei Facebook verbracht. Zum Vergleich waren es im letzten Jahr lediglich 4,1 Prozent. Damit führt das soziale Netzwerk die Liste der Verweildauer an und lässt erstmals den Internetriesen Google mit seiner Suchmaschine, dem Maildienst Gmail, Youtube und dem sozialen Netzwerk Google+ hinter sich.

Doch wie wird die Zeit bei Facebook genutzt? Und wie steht es mit der Informations-Qualität der Beiträge? Mit über 800 Millionen Nutzern ist Facebook längst eine Plattform für die breite Masse, in der jeder alles postet. Beiträge wie „Mir ist kalt", „Ich hasse die S-Bahn" oder „Erstmal duschen" sorgen in diversen Internet-Foren für eine Diskussion über den Nutzen der sozialen Netzwerke. Die Pinnwand, auf der die Beiträge aller Freunde erscheinen, kann dadurch schnell unübersichtlich werden und die Informationsflut wird zu einer echten Herausforderung. Um diese Pinnwand übersichtlicher zu gestalten, bietet Facebook die Möglichkeit, die Beiträge und News der Freunde zu blockieren. Diese Funktion unterscheidet für den Nutzer allerdings nicht zwischen relevanten und unrelavanten News.

Google+ kommt langsam in Fahrt

Google+, das seit Ende August nicht mehr in der Probephase steckt und nun der Öffentlichkeit zugänglich ist, hat im Vergleich zu Facebook „nur" 40 Millionen Mitglieder. In dieser Probephase war der Zugang nur über eine Einladung von Google oder von autorisierten Nutzern möglich, um Probleme in der Anfangsphase aufzudecken und ein aussagekräftiges Feedback zu erhalten. Auf den ersten Blick teilen diese Nutzer überwiegend informative Beiträge wie zum Beispiel News aus der Medienwelt, technische Fortschritte oder aktuelle Geschehnisse aus der Welt. Private Beiträge, die das aktuelle Wohlbefinden dokumentieren, stehen hier nicht an oberster Stelle.

Spannende Entwicklung

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Mitgliederzahl bei Google+ entwickelt, was auch davon abhängig ist, wie Facebook mit der Diskussion um Datenschutz und Einstellungstransparenz umgeht. Viele neue Google+-Mitglieder sind vermutlich verärgerte Facebook-User, die aus eben diesen Gründen wechselwillig sind. Spannend ist auch die Frage, ob die aktuelle Google+-Minderheit in der Lage sein wird, genügend Facebook-Nutzer zum Seitenwechsel zu animieren und sich erneut mit einem sozialen Netzwerk zu befassen. Sollte sich Google+ zu einem echten Konkurrenten entwickeln, wird es interessant sein zu beobachten, ob sich die Kommentare, Beiträge und Posts dem Informationsgehalt vieler aktueller Facebook-Beiträge anpassen.


Quelle:
www.sueddeutsche.de/digital/studie-zur-internetnutzung-facebook-und-google-schlucken-die-meiste-zeit-1.1177294 - Bericht über Online-Verweildauer

Thomas Deyen

VERÖFFENTLICHT AM

16. November 2011

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