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Hochschule der Medien

Gekrönte Häupter

Hollywoodstar mit Dschungelkrone

Ehe mit Stallone, Affäre mit Schwarzenegger, Alkoholsucht – und jetzt Dschungelkönigin: Brigitte Nielsen sammelte im Dschungelcamp die meisten Sympathien. Millionen schalteten täglich ein. Was macht das RTL-Format so erfolgreich?

Screenshots: http://www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star/

Screenshots: http://www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star/

Fast jeder, der die Sendung ein wenig verfolgt hat, wird bestätigen: sie trägt den Titel völlig zu Recht. Nicht nur, weil Brigitte Nielsen - wie schon Campmagier Vincent Raven feststellte - der einzige wirkliche Star der diesjährigen Staffel war, sondern auch deshalb, weil sie sich als besonders „dschungeltauglich" erwies. Die ihr auferlegten Prüfungen nahm sie eben so gelassen hin wie die Launen ihrer Mitbewohner im Camp. Dabei lies sie sich die Laune nie verderben. Brigitte Nielsen macht nicht nur auf dem roten Teppich eine gute Figur sondern auch im australischen Outback zur Regenzeit.

Souverän zum Sieg

Diese eindeutige Meinung der Zuschauer belegt auch das Telefonvoting, dass von RTL veröffentlicht wurde. Die gebürtige Dänin führte bei jeder Abstimmung die Sympathieliste der Zuschauer an. Ihr Sieg kam also wenig überraschend für die Macher der Show.

Brigitte Nielsen steht damit in einer langen Tradition von Dschungelkönigen und -königinnen. Peer Kusmagk, Ingrid van Bergen, Ross Anthony, Désirée Nick und Costa Cordalis sind Ihre Vorgänger. Allen sechsen ist eines gemein: Sie fielen in früheren Camps durch Ihren Optimismus und Ihr Durchhaltevermögen auf und nicht durch Zickereien. Alles Eigenschaften, die der Zuschauer offenbar zu schätzen weiß.

Kleine Camptypologie

Neben dem (potentiellen) Dschungelkönig gibt es drei weitere Typen von Campbewohnern unter den D-, E- und F-Prominenten:

1. Der Langweiler: Er versucht, die Zeit im Dschungel einfach abzusitzen. Auffällig einzig seine Unauffälligkeit. Würde RTL ihn nicht ab und zu zur Schatzsuche schicken, er würde vermutlich jeden einzelnen Tag bis zu seinem Rauswurf vollständig verschlafen - und die Zeit im Camp wäre Rückblickend betrachtet nichts als ein schlechter Traum. Auf Grund seines geringen Unterhaltungswertes ist er zumeist der Erste, der das Camp verlassen muss. (Berühmte) Vertreter: Daniel Lopez, Frank Mathée, Julia Biedermann und Antonia Langsdorf

2. Der Zivilisationsverwöhnte: Was diesen Stars dazu bewegt, in den Dschungel zu gehen, man kann nur ahnen (Geld und ein Karrierekick), sieht doch der Zuschauer zu Hause schon in der ersten Folge: das wird nix, mit dem Promi und dem Dschungel. Üblicherweise hat er nur deshalb eine kurze Gnadenfrist im Camp, weil sein hysterisches Schreien und sein notorisches Gemecker interessanter ist als das Dösen des Langweilers. (Berühmte) Vertreter: Ramona Leiß, Radost Bokel, Martin Kesici und Gitta Saxx

3. Die Zicke, der (Emotions-) Exhibitionist und andere Unruhestifter: Er / Sie hält das Camp auf Trapp und läst Harmonie gar nicht erst aufkommen. Zwar wollen die Zuschauer gerne mehr von diesem Teilnehmer sehen, weshalb er meist erst kurz vor dem Finale ausscheidet oder es sogar unter die Top Drei schafft, die Dschungelkrone jedoch bleibt ihm verwehrt. (Berühmte) Vertreter: Micaela Schäfer, Sarah Knappik, Jay Khan & Indira Weis, Michaela Schaffrath und Caroline Beil.

Bissige Moderation als Erfolgskonzept

Auf den ersten Blick wirkt das Dschungelcamp wie ein typisches RTL-Trash-Format. Wirft man einen Blick in namhafte Medien, präsentiert sich dem Leser allerdings ein ganz anderes Bild: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnet die Sendung als „hervorragend produziert", der Spiegel spricht sogar von einer „sauguten Unterhaltungssendung". Diese positive Medienresonanz liegt wohl nicht zuletzt an der bissigen Moderation von Sonja Zietlow und Dirk Bach. Abend für Abend präsentierten die beiden dem Zuschauer verbale Leckerbissen, immer mit Bezug zum aktuellen Tagesgeschehen und einer gehörigen Portion Sarkasmus.

Hinter dem schrillen Moderatoren-Duo stehen zwei Gagschreiber, die bereits eine lange Liste mit Referenzen aufweisen können. Micky Beisenherz, Redakteur und Autor, fand bereits die richtigen Worte für Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, Oliver Welkes „heute-show" oder Dieter Nuhrs Moderation beim deutschen Comedypreis. Co-Autor und Ehemann von Sonja Zietlow, Jens-Oliver Haas, schrieb seine Gags unter anderem für die Formate „7 Tage, 7 Köpfe", RTL Samstag Nacht, den Echo oder den deutschen Fernsehpreis.

Quoten auf Tatort- Niveau

2011 erreichte das Dschungelcamp in der Finalausgabe eine Traumquote von 8,9 Millionen. So viele Zuschauer wie in der vergangenen Staffel konnte das diesjährige Dschungelcamp zwar nicht einfahren, die Quoten lagen aber trotzdem konstant hoch. Bis auf eine Ausgabe schafften alle Sendungen den Sprung über die 7-Millionen-Grenze. Den Staffelrekord stellte die Finalsendung auf. Insgesamt 7,43 Millionen Zuschauer schalteten das RTL-Format ein, das entspricht einem Anteil von 29,4 Prozent. Dieses Jahr war das Dschungelcamp so beliebt, dass sich Zuschauer der Hauptzielgruppe der um die 30-Jährigen in Berliner Kneipen trafen, um gemeinsam die Sendung zu sehen.

Corinna Kübler

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Christina Walzner

Quellen: Hollywoodstar trägt Dschungelkrone

http://filmfernsehen.brash.de
www.meedia.de
www.wikipedia.de
www.spiegel.de

VERÖFFENTLICHT AM

30. Januar 2012

ARCHIV

Medienwelt
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Ulrike

am 02.02.2012 um 13:39 Uhr

Haben die Verfasser das Dschungelcamp tatsächlich gesehen oder nicht vielmehr nur etwas aus zweiter Hand zusammengeschrieben. Sarah Knappig und Micaela Schäfer sind doch wirklich zwei ganz verschiedene Typen und Ramona Leiß war auch eher die Zicke, als die Zivilisationsverwöhnte. Und ob sowas wirklich auf die Seite der HdM gehört möchte ich wie Johannes Theodoridis in Frage stellen.

Johannes Theodoridis

am 31.01.2012 um 21:48 Uhr

Müssen wir wirklich noch Werbung für RTL machen?

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