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Neu am Kiosk

"Interview" zwischen Werbung und Kunst

Seit kurzem steht sie in den deutschen Zeitschriftenregalen: die „Interview“ nach Andy Warhol. Seine Idee war es, ein Blatt ausschließlich mit Interviews zu veröffentlichen. Wie damals vor über 40 Jahren hat sich eines nicht geändert – der Anzeigenanteil ist mit 70 Prozent äußerst hoch.

Zwischen Werbung und Kunst

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Im Zeitschriftenkiosk fällt "Interveiw" direkt ins Auge: es ist im Format das größte Magazin im Sortiment und mit gut 260 Seiten ähnelt es mehr einem Katalog denn einer Zeitschrift. Der Preis von sechs Euro scheint auf den ersten Blick der Aufmachung und Größe wegen gerechtfertigt. Das Titelbild ziert ein Schwarz-Weiß-Foto von Song-Newcomerin Lana Del Rey. Um zur ersten redaktionellen Seite zu gelangen, muss der Leser allerdings erst 50 Seiten mit Hochglanzwerbung durchblättern. Ist dies geschafft, wird er belohnt mit außergewöhnlichen und hochwertigen Fotografien.

Gespräche zwischen Stars

Das Herzstück der Zeitschrift, die Interviews, geben einen persönlichen Einblick in Gespräche zwischen bekannten Personen. In der ersten Ausgabe halten zum Beispiel Clint Eastwood und Angelina Jolie ein Zwiegespräch über Jolies Regiedebut „In the Land of Blood and Honey". Als deutsches Pendant plaudern Bestseller-Autor Wladimir Kaminer und Moderatorin Palina Rojinski über Russenklischees. Weitere Stars und Altstars im Heft sind Adiano Celentano und Scarlett Johansson.

Das Blatt „Interview" erscheint in einer Auflage von 100 000 Stück im Interview PH Verlag, Berlin und kommt mit geplanten elf Ausgaben im Jahr.

Vorläufer für Lifestyle-Magazine

Ursprünglich wurde die Magazinreihe 1969 von Pop-Art-Künster Andy Warhol zusammen mit Journalist John Wilcock gegründet. Bereits zu Beginn der 60er Jahre besuchte Warhol ausgestattet mit einer Polaroidkamera und einem Aufnahmegerät verschiedenste Veranstaltungen und Partys. Dort mischte er sich unter die Gästeschar und nahm Gespräche und Smalltalk ungefiltert auf. Die daraus angefertigten Niederschriften inspirierten ihn dazu, eine Zeitschrift ausschließlich mit Interviews zu gründen.

Die erste Ausgabe erschien unter dem Titel „inter/view". In den ersten Jahren führte Warhol die Gespräche meist selbst und übernahm sie unredigiert ins Heft. In den 80er Jahren zog er sich aus der Redaktion zurück. „Interview" verwandelte sich in dieser Zeit immer mehr zum Modemagazin. Aus heutiger Sicht kann man das Magazin als bedeutenden Vorläufer der aktuellen Lifestyle-Zeitschriften betrachten.

Und weil nicht alles den altvorderen Ausgaben ähneln soll und sich die Zeiten geändert haben, hat "Interview" auch eine Website, auf der sich Mode, Kunst, Models, Modeschöpfer, Filmschaffende und Künstler aller Couleurs wie auf einem Jahrmarkt finden.

 

Christina Walzner

VERÖFFENTLICHT AM

08. Februar 2012

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