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Frauen: Individuell stark, in der Gruppe schwach

Das wundert keinen: Frauen schneiden bei kognitiven Leistungen in IQ-Test besser ab als die Männer. Verwunderlich ist allerdings eine neue Studie, wonach Frauen in Gruppearbeiten dazu neigen, Schwäche zu zeigen, indem sie dem sozialen Druck der Gruppe nachgeben.

Zur Detailansicht (Bild:Altmann, Pixelio.de)

(Bild:Altmann, Pixelio.de)

Dass die Frauen in den Schulen bessere Noten schreiben und nachweislich bessere Werte in Intelligenz-Tests erzielen, ist wohl bekannt. Aber was nutzt dieser Vorteil, wenn er sich nicht in Erfolg umsetzen lässt? Das Arbeiten in der Gruppe ist in den heutigen Job-Profilen von großer Bedeutung. Dabei zählt zwar auch die individuelle kognitive Fähigkeit, aber das Einbringen und Zusammenarbeiten in der Gruppe ist heute wesentlicher Bestandteil.

Frauen sind in der Gruppe emotionaler

Jetzt haben Wissenschaftler der „Virginia Tech Carilion-School of Medicine" den Einfluss des Gruppendrucks auf die Leistung von 69 Studenten und Studentinnen untersucht. Dabei schnitten die Frauen trotz eines höheren Intelligenzquotienten (IQ) schlechter ab, als die männlichen Probanden. Hauptgrund für dieses Ergebnis ist laut den Test-Leitern der gesellschaftliche Druck, der während der Arbeit in der Gruppe auftreten kann. In den Tests wurden bei den weiblichen Teilnehmern erhöhte Aktivitäten in den emotionalen Gehirnregionen gemessen, was zeigt, dass sie sensibler auf Drucksituationen in der Gruppe reagieren.

Test mit sozialem Druck

Gruppendynamik, besonders in kleineren Gruppen, kann die Intelligenz beeinflussen. „Welche dramatischen und unerwarteten Auswirkungen selbst kleinste soziale Äußerungen in einem Gruppen-Umfeld auf die individuellen kognitiven Leistungen haben können, werden in dieser Studie deutlich", sagt Kenneth Kishinda, einer der leitenden Autoren der Studie. Die Studie begann mit der individuellen Messung des IQs von jedem Teilnehmer, die Aufgaben allein zu bewältigen hatten. Den Probanden wurde mitgeteilt, dass die Ergebnisse anonym blieben. In diesem Test wurden durchschnittlich 126 IQ-Punkte erreicht. Danach fand die Messung der Teilnehmer bei Aufgaben innerhalb einer Gruppe statt. Diesmal sollten die Ergebnisse jedes einzelnen öffentlich gemacht werden. Unter diesem Druck sank die kognitive Leistung um durchschnittlich 17 IQ-Punkte. Dabei waren 10 von 13 Frauen nach dem Test in der unterdurchschnittlichen Gruppe zu finden.

Gruppendynamik wird weiter erforscht

Zwischen den sozialen und kognitiven Abläufen können keine klaren Grenzen gezogen werden. Die Zusammenhänge spielen jedoch angesichts der heutigen Jobs eine große Rolle. „Das Verständnis darüber, wie unsere Gehirne auf das soziale Kräftespiel reagieren, ist ein wichtiger Aspekt der Zukunft", so Kenneth Kishinda. Aus diesem Grund wird sich die Wissenschaft auch in Zukunft weiter auf diesem Feld betätigen, um die Gruppendynamik besser und effektiver nutzen zu können.

 

Thomas Deyen

VERÖFFENTLICHT AM

27. Februar 2012

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