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Hochschule der Medien

20 Jahre Mobilfunk

Vom "Knochen" zum Smartphone

Das erste Handy drohte ein Flop zu werden: Es wog 2,2 Kilo, kostete 3200,00 D-Mark und eine Gesprächsminute 1,68. 20 Jahre später gibt es in Deutschland 114 Millionen Handy-Verträge. Ein Rückblick auf die Entstehung der Mobiltelefonie.

Foto: Christoph Droste / pixelio.de

Foto: Christoph Droste / pixelio.de

Bis das Mobilfunknetz 1992 an den Start ging, hatte es bereits eine lange Geschichte hinter sich. Nur fünf Jahre nach Erfindung des Telefons gab es auf der Zugstrecke zwischen Berlin und Hamburg erste Experimente zur Funkübertragung von Telefongesprächen. Durchgeführt hatte diese die Deutsche Reichsbahn und Reichspost. Wer damals in der 1. Klasse reiste, hatte erstmals die Gelegenheit, mobil zu telefonieren. Das erste deutschlandweite Mobilfunknetz wurde 1958 von der Bundespost eingeführt, der sogenannte "Öffentlich bewegliche Landfunk". Zur gleichen Zeit kamen die ersten marktfähigen mobilen Telefone als Autotelefone auf den Markt. Die Geräte wogen bis zu 25 Kilogramm (zum Vergleich: als Handgepäck auf Flugreisen sind heute 5 bis 8 Kilo erlaubt) und kosteten zwischen 20 000 und 30 000 D-Mark. Manche Telefone konnte man aus dem Wagen herausheben und in der Natur telefonieren, andere Geräte besaßen einen Piepser, der im Umkreis von 300 Metern ausschlug, und einen eingehenden Anruf ankündigte. Zum Telefonieren musste der Fahrer allerdings wieder ins Auto zurückkehren.

Netz bereit - Handys nicht

Der "Knochen" im Größenvergleich (Foto: Volker Artmann)

1991 sollte dann endlich der Mobilfunk starten. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt noch keine zugelassenen Handys auf dem Markt, so verschob sich der Start. Ein Jahr später, im Juli, war das D1-Netz der Bundespost-Tochter "DeTeMobil" startbereit. Einen Tag zuvor öffnete der Vodafone-Vorläufer "Mannesmann Mobilfunk" das private Konkurrenz-Netz D2. Eines der ersten GSM-fähigen Handy-Geräte war das Motorola International 3200, von Technik-Fans liebevoll "Knochen" genannt. Mit seinen 5000 bis 8000 D-Mark Kaufpreis (mit Vertrag) und seinen 33 Zentimetern Größe war es alles andere als das, was wir heute unter "handlich" verstehen. Ein Vertrag kostete monatlich rund 80 D-Mark, die Gesprächsminuten waren mit knapp 2 D-Mark in der Zeit zwischen 7 und 20 Uhr auch nicht gerade für Jedermann erschwinglich. In den ersten Monaten hielt sich deshalb der Ansturm zurück. In den folgenden Jahren kamen allerdings immer mehr Mobilfunkgeräte auf den Markt, der Wettbewerb drückte den Preis und Handys wurden bald für eine breitere Masse erschwinglich.

1,4 Verträge pro Einwohner

Ob als Rettungsinstrument für den Notfall, als Alltagsgegenstand oder als Statussymbol: Immer mehr Menschen stiegen in die mobile Kommunikation ein. Bereits Anfang 1994 besaßen 1,2 Millionen Bürger ein Mobiltelefon. Von diesem Zeitpunkt an, wuchs die Nutzergemeinde noch schneller, ein neuer Service hatte in den Mobilfunk Einzug gehalten, der Short Messaging Service - kurz SMS. 1999 gab es bereits 48 Millionen Nutzer, heute existieren deutschlandweit sogar 114 Millionen Handy-Verträge. Das entspricht 1,4 Verträgen pro Einwohner.

Christina Walzner

Mobile Medien

Auch an der HdM beschäftigen sich Studenten mit mobilen Endgeräten. Der Studiengang Mobile Medien geht auf zukunftsträchtigen Medien ein und bietet eine kompetente und fundierte Ausbildung für den überproportional wachsenden Mediensektor. Er befasst sich mit den speziellen Anforderungen, die mobile Netze, Endgeräte und deren Einsatzmöglichkeiten an die Anwendungen stellen: die technische Realisierbarkeit, die Konzeption und Entwicklung von Geschäftsmodellen, die Bereitstellung von Inhalten (Content) sowie deren Design und hohe Nutzerfreundlichkeit (Usability).

Alle Infos zum Studiengang und aktuellen Projekten gibt es unter:
http://www.mi.hdm-stuttgart.de/mmb

Quellen: Vom "Knochen" zum Smartphone

www.meedia.de
www.zeit.de
www.wikipedia.de

VERÖFFENTLICHT AM

05. Juli 2012

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