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Hochschule der Medien

HdM-Sprecherdatenbank

Sprechkünstler für HdM-Projekte

"Mmh, lecker, Milka-Annabell, verführerisch zarte Schokoladenkreation", hauchte Regina Spindler am vergangenen Montag ins Mikro des Tonstudios der Hochschule der Medien (HdM). Sie präsentierte ihre Sprechkünste für die HdM-Sprecherdatenbank, die es nun seit zehn Jahren gibt.

Regina Spindler im HdM-Tonstudio

Regina Spindler im HdM-Tonstudio

Joscha Bernarth beim Einsprechen

Joscha Bernarth beim Einsprechen

Die HdM-Sprecherdatenbank wurde 2002 von Heiko Schulz aus dem Bereich Audiotechnik und -produktion entwickelt. Zunächst wurden noch CDs mit Aufnahmen an einzelne Professoren für deren Studenten gegeben. Seit 2007 gibt es die Datenbank, die seitdem online aufgerufen werden kann. Einmal im Jahr kommen Sprechkunst-Studenten der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zu Schulz ins Studio, um ihr Können zu zeigen. Studenten der HdM können deren Talent dann für eigene Produktionen nutzen, zum Beispiel für Sprachaufnahmen bei animierten Spielen.

Üben für den echten Job

Sprechkünstlerin Regina Spindler ist bereits zum zweiten Mal im Tonstudio. "Jeder ab dem zweiten Semester kann hierher gehen, wenn er will", sagt die 27-Jährige, die im sechsten Semester Sprechkunst studiert. Mehrere kleine Features spricht sie in ihrer Alt-Stimme ein, lächelt dabei, gestikuliert ein wenig. Neben dem Werbespot gibt es am Ende auch eine Wetteransage in ihrem neuen, rund zweiminütigen Zusammenschnitt zu hören. Sie möchte möglichst viele Facetten zeigen und auch, dass sie im Laufe des letzten Jahres wieder einiges dazu gelernt hat. "Meine Artikulation ist viel schärfer und genauer geworden, auch habe ich mehr Sicherheit und damit Ruhe gewonnen", sagt Spindler. Die Möglichkeit für die Sprecherdatenbank etwas einzusprechen nutzt sie gern, denn so kann sie mehr Praxiserfahrungen sammeln und schon einmal für einen echten Job üben. Von den HdM-Studenten wurden ihre Sprechkünste schon des Öfteren genutzt. "Mitgewirkt habe ich an einer Märchenproduktion, für Stadtklang, das auf der MediaNight gezeigt wurde, und Station Voice", sagt die junge Frau.

Männer sind gesucht

Bei ihrem Kommilitonen Joscha Bernarth, der ebenfalls im sechsten Semester an der Musikhochschule studiert, sieht es beim Einsprechen vor dem Mikro anders aus: Er gestikuliert viel stärker und spricht mit seiner Tenor-Stimme laut ein längeres Stück ein, eine kleine Geschichte mit unterschiedlichen Rollen. "Doch hinter dem Mikro braucht man viel weniger Artikulation", sagt Schulz von der HdM. Man merkt dem 24-Jährigen an, dass er sich selbst eher auf der Bühne sieht. "Hier muss ich noch lernen, mich im richtigen Maße zurückzunehmen", sagt Bernarth. Mit dem Mediensprechen beginnt er erst jetzt sich auseinanderzusetzen. "Ich möchte gerne noch viel ausprobieren und vielleicht bekomme ich über die Datenbank kreative Projekte", sagt Bernarth. Im Gegensatz zu Regina Spindler hat er einen großen Vorteil: Er ist ein Mann. Die meisten Sprechkünstler sind weiblich, weshalb es in der Datenbank nur sehr wenige männliche Stimmen gibt.

HdMler nutzen Sprechkünste

Die Kontaktaufnahme zwischen den Studenten der Musikhochschule und der HdM funktioniert dabei problemlos, wie Maike Reiner weiß. Die 28-jährige studiert Medienwirtschaft an der HdM und hat für die Audioproduktion eines Trailers zu "Faust, Kabale und Liebe" mit anderen Kommilitonen bereits die Datenbank genutzt. "Wir sind dabei nur nach den Hörproben gegangen und haben gewählt, wer uns gefiel", sagt Reiner. Doch bei manchen Hörproben war sie danach überrascht: "Manche klangen plötzlich viel besser. Bei anderen haben wir wiederum gemerkt, dass sie eher der Faust als die Hexe sein sollten." Sie hätte lieber noch mehr Facetten vorab gehört. Schulz von der HdM ermuntert deshalb im Tonstudio stets die Sprechkunststudenten so unterschiedlich wie möglich zu sprechen, damit die HdM-Studenten ein besseres Gefühl für deren Stimmen bekommen.

Die neuen Aufnahmen sind ab heute auf der HdM-Sprecherdatenbank zu hören. HdM-Studenten können sich mit Nutzernamen und Passwort anmelden.

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

09. Juli 2012

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