DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

TV-Serien, Teil 1 von 6

Kein Bulle ist wie der andere

Sie machen süchtig, unterhalten oder sind Spiegel unseres Lebens: Ob Familiendrama, Krimireihe oder Mystery-Stories – TV-Serien ziehen seit Jahrzehnten die Zuschauer vor den Bildschirm. Unsere Sommerserie beginnt mit den Krimireihen.

Kaum einer der Baby-Boomer-Generation, der sich nicht an den Hengst "Fury", die Westernserie "Bonanza", an das "Raumschiff Orion" oder später den Delphin "Flipper" erinnert. Seit den 1960er Jahren sind Fernsehserien wichtige Quotenbringer für die öffentlich-rechtlichen und in den späten 1980er Jahren auch für die privaten TV-Sender geworden.

Zahl und Formen von TV-Serien unüberschaubar

In der Frühzeit des Fernsehens dominierten US-Serien mit den Genres der Tier-, Polizei- und Westernfilme die Bildschirme, etwas später kamen Familienserien und -dramen, Detektiv- und Science-Fiction-Serien hinzu. Seit Ende der 80er Jahre bevölkern die Daily-Soaps, die Ärzteserien, dann die Psycho-, Frauen-, Historien- sowie Mystery-Reihen die TV-Kanäle. Hin und wieder sind europäische - darunter deutsche oder englische - Krimi-Produktionen international geschätzt und werden weltweit ausgestrahlt, auch wenn sie nie an die internationalen Erfolge der US-Serien heranreichten. Der Grund für die Stärke der US-Serien: größerer Aufwand in den Inszenierungen, mehr Geld in der Produktion und häufig auch die unerreichte Dramaturgie den Drehbüchern, in den Themen und den Storylines.

Die Zahl der Genres, Serienthemen und Protagonisten ist mittlerweile unüberschaubar. Zuordnungen zu bestimmten Typologien fallen schwer, denn Mischformen sind entstanden, die sowohl die Genres, die Spielorte und Themen oder die Zeiten der Schauplätze überbrücken und vermengen. Kaum ein Teil unserer Lebenswelt wird nicht von Serien thematisiert, vom reminiszenten Förster im Wald bis zum metrosexuellen Sexmaniac im Großstadt-Dschungel. Zudem: Der Verkauf von DVD-Packages, die den Zuschauer unabhängig von Sendezeiten machen, hat Serienproduzenten in den vergangenen 15 Jahren (wie dem US-Sender HBO) neben dem Senderechteverkauf enorme Umsatzzuwächse beschert, die der Filmbranche zu einem Relaunch verhalf. Dass die Einteilung und Auswahl der Themen unserer TV-Serien-Serie durch die HdM-Redaktion nicht den cineastischen Definitionen genügt, soll nicht davon abhalten, uns auf eine (auch nostalgische) Reise in die Serienwelt zu folgen.

Klassisches Seriengenre: Krimis

Seit der Serie "FBI" in den späten 1960er Jahren tummeln sich jede Menge Ermittler, Spurensucher und Kommissare in unserem Fernsehprogramm. Schon seit über 40 Jahre rätseln Zuschauer zu Hause mit und verfolgen gespannt die Ermittlungsarbeiten von Detektiven, Kommissaren, Inspektoren und Police-Chiefs. Schon früh zogen dabei Polizistinnen in die Szene ein, zum Beispiel in "Drei Engel für Charlie". Dabei würde der Polizeialltag und die Polizeiarbeit in den seltensten Fällen richtig wiedergegeben, wie die meisten Krimikritiker aus den echten Polizeikreisen meinen. Dennoch: kaum ein Seriengenre hat eine so treue Zuschauergemeinde wie die Polizeifilme und Krimis. Kein Star-Bulle ist dabei wie der andere und alle sind immer Typen gewesen, angefangen vom "Ironside" (Der Chef) über "Schimanski" (Tatort) bis hin zu "Horatio Caine" (CSI Miami) ...

Einzelgänger im Trenchcoat

© Universal

... oder wie "Columbo". Die wohl bekannteste amerikanische Krimiserie in den 1970ern war Columbo. In insgesamt 69 Folgen ermittelte der unrasierte, Zigarre rauchende Polizeibeamte mittleren Alters mit wirrem Haar im Morddezernat des Los Angeles Police Department. Der zerknitterte Mantel wurde sein Markenzeichen. Inspektor Columbo wurde über die insgesamt sieben Jahre der Serie hinweg von Peter Falk gespielt, von 1968 bis 1978. Danach folgten bis 2003 einzelne Fernsehfilme in lockerer Folge. Die Serie fand großen Anklang beim amerikanischen und europäischen Publikum, obwohl die Dramaturgie nicht dem typischen Krimi folgte: Der Täter war immer vom Anfang an bekannt.

Holt Harry den Wagen?

© Universal

Die deutsche Krimiserie "Derrick" startete 1974 und wurde in einer Gemeinschaftsproduktion von ZDF, ORF und dem Schweizer Fernsehen bis 1997 produziert. Insgesamt entstanden 281 Folgen. In der meistgesendeten deutschen Serie der Fernsehgeschichte ermitteln Stephan Derrick (Horst Tappert) und Inspektor Harry Klein (Fritz Wepper) in der Münchner Mordkommission. Vorwiegend handelt es sich dabei um Morde aus der Münchner Schickeria. Der wohl bekannteste Satz, "Harry, fahr schon mal den Wagen vor!", kam aber tatsächlich nur wenige Male in der Serie vor. Außerdem hat die Serie auch einen Rekord vorzuweisen: Derrick ist bis heute die am meisten ins Ausland verkaufte deutsche Serie.

Alt, aber beständig

© Universal

Besonders beliebt ist seit den 1980er Jahren die deutschsprachige Krimiserie "Der Alte", eine weitere Gemeinschaftsproduktion von ZDF, ORF und dem Schweizer Fernsehen, die bis heute produziert wird. Der grantige und eigenwillige Kommissar blufft öfters bei den Tatsachen, um den Mörder zu überführen. Nach den ersten 100 Folgen wechselte der Hauptdarsteller: Kriminalhauptkommissar Erwin Köster (Siegfried Lowitz) wurde von Kommissar Leo Kress (Rolf Schimpf) abgelöst. Damit änderte sich auch das Tempo und der Tonfall der Serie, denn der neue Hauptkommissar war ein unauffälliger und gelassener Typ. Ab 2008 übernahm Hauptkommissar Rolf Herzog (Walter Kreye) die Ermittlungen, dem 2012 Jan-Gregor Kremp folgen soll.

Magnum: Im Ferrari zum Tatort

© Universal

Shorts, Hawaiihemd und fetter Schnauzer sind die Markenzeichen des Privatdetektivs Thomas Sullivan Magnum aus der gleichnamigen amerikanischen Krimiserie "Magnum, p.i.". Von 1980 bis 1988 ermittelte der auf dem sonnenbestrahlten Hawaii lebende Privatdetektiv in acht Staffeln mit insgesamt 162 Episoden. Magnum lebt auf dem Anwesen des geheimnisvollen Schriftstellers Robin Masters. Als Sicherheitschef des Anwesens darf er dort kostenfrei wohnen und den roten Ferrari heiß fahren. Köstlich waren häufig die süffisanten Wortwechsel zwischen Magnum und dem Butler.


Weiterlesen auf Seite: 2


VERÖFFENTLICHT AM

19. Juli 2012

ARCHIV

Medienwelt
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren