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Hochschule der Medien

Psychopathie auf Twitter

Überall lauern Twitter-Psychos

Sie twittern über Essen, Geld und andere Bedürfnisse, nutzen Konjunktionen wie "weil" oder "so dass" und ergänzen ihre Nachrichten mit Füllwörtern wie "uh". Und sie hassen: egal, ob Stress oder Warten. Alles. Wenn sie dann auch noch langsam tippen, sind sie laut einer neuen Studie wohl Psychopathen.

© Torsten Lohse / pixelio.de

© Torsten Lohse / pixelio.de

Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler an der Florida Atlantic University gekommen. Dazu haben sie über drei Millionen öffentliche Äußerungen bei Twitter von fast 3000 Nutzern aus 80 Ländern ausgewertet. Unterstützt wurden die Forscher von dem Datenanalyseunternehmen Kaggle und der Organisation Online Privacy Foundation. Bei den bis zu 140 Zeichen langen Botschaften suchten sie nach bestimmten Wortkombinationen, die mit psychischen Neigungen korrelierten.

Doch welche Worte verraten die eigene Persönlichkeitsstörung, wie den Narzissmus oder die antisoziale Persönlichkeit? Oder Charaktereigenschaften wie Offenheit, Gewissenhaftigkeit oder Extrovertiertheit?

"Boar, wie krass, der Schokoriegel vom letzten Jahr!"

Laut der Studie ist etwa der Bericht vom "megageilen Fund" eines Schokoriegels vom letzten Weihnachtsfest auffällig. Schmackhaft mag der Riegel zwar noch sein, aber wer sich so über die kleinen Dinge im Leben freut und das der ganzen Welt auch noch mit aufgeregter Sprache mitteilen muss, kann nicht ganz "normal" sein. Das gilt gleichsam für die Schnelltipper, die im Eifer Rechtschreibfehler machen, obwohl das menschliche Gehirn so etwas wie "Endlcih Wcohenedne" verarbeiten kann.

"Äh, geht's noch?", könnte man jetzt fragen. Aber Vorsicht! Auch hier lauert ein Psycho-Anzeichen: Füllwörter wie "äh", "eh", "uh" oder "dings" stehen ebenfalls auf der Liste. Genauso Konjunktionen wie "weil", "da" oder "so dass". Suspekt sind zudem Twitterer, die ständig etwas über sich selbst posten, vor allem über ihre physischen Bedürfnisse wie Nahrung, Sexualität oder Geld. Die Kontrollgruppe hat sich hingegen stärker den sozialen Interessen und Gefühlen gewidmet.

"Ich hasse Warten!"

Neben den eigenen Bedürfnissen sind negative Worte wie "hassen" besonders starke Anzeichen für Störungen. Auch wenn es jeder hasst, beim Arzt stundenlang zu warten oder der Freund mal wieder genervt ist, weil sich die Freundin lieber mit ihren neuen 400 Euro teuren Schuhen beschäftigt. Zum Überfluss muss die Nachricht nur noch langsam getippt werden. Denn auch das "wie" kann ein Indiz sein.

Allerdings geben die Forscher bei ihrer Studie zu bedenken, dass das Social-Media-Verhalten nur einen Teil des Charakters einer Person zeigt. "Nur weil jemand hier eine hohe Punktzahl hat, heißt das noch nicht, dass es sich um einen Kriminellen handelt", sagt Chris Summer von der Online Privacy Foundation.

Quellen: www.zeitjung.de

             www.heise.de

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

20. September 2012

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Alexander Walther

am 20.09.2012 um 08:51 Uhr

Mindestens genauso auffällig sind Leute, die Kommentare zu öffentlichen Artikel veröffentlichen, bspw. auf einer Hochschul-Website. Die möchten sich sicher auch nur in Szene setzen. :D (oder ihr Suchmaschinen-Ranking verbessern, weil die HdM großzügigerweise noch No-Follow-Links vergibt :))

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