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Hochschule der Medien

Mentoring-Programm

MuT macht Frauen Mut

Junge Führungskräfte kennen die Spielregeln der Geschäftswelt meist noch nicht. Besonders Frauen fällt es schwer an dieses informelle Wissen zu gelangen. Das neue Coaching-Programm "Mentoring D – Mit Frauen in Führung" soll für mehr Chancengleichheit sorgen.

Frauen fördern, Foto: Konstantin Gastmann / pixelio.de

Frauen fördern, Foto: Konstantin Gastmann / pixelio.de

Unter Mentoring ist eine Förderbeziehung zwischen zwei Personen zu verstehen, die sich auf unterschiedlichen Erfahrungs- und Hierarchieebenen befinden. Dabei berät der Mentor, also die Person mit beruflicher Erfahrung, eine meist jüngere Person, den Mentee, der am Anfang seiner Karriere steht. Der Mentor soll Wissen weitergeben, damit der Mentee seine beruflichen Kompetenzen ausbauen und seine Persönlichkeit weiter entwickeln kann.

Ähnlich ist es beim "Mentoring D"-Programm. Das Projekt der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft entstand zusammen mit Kompaktmedien, der Kommunikationsbereiter GmbH. Über 30 Unternehmen aus technologie- und forschungsintensiven Branchen in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen haben bereits am Programm teilgenommen und gezielt ihre weiblichen Nachwuchskräfte für eine Führungsposition gefördert.

Mentoring-Programm auch vor Ort

Mittlerweile gibt es das Mentoring-Programm in weiteren Unternehmen sowie an Hochschulen. Im Rahmen der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs (LaKoG) gibt es das Programm auch in Stuttgart und Heidelberg. Zu den Projektleiterinnen gehört Dagmar Höppel von der Universität Stuttgart. Das "Mentoring und Training"-Programm, kurz MuT, unterstützt berufsbegleitend Nachwuchswissenschaftlerinnen in Baden-Württemberg.

Das MuT-Programm richtet sich an Doktorandinnen, (Junior-)Professorinnen oder Privatdozentinnen. Interessenten müssen zunächst an einer Orientierungsveranstaltung teilnehmen. Dort geht es um Fragen wie: Wo liegen meine Stärken? Wo stehe ich und wo will ich hin? Was kann ich selbst machen und was will ich vom Mentor lernen? "So können wir auch die Erwartungen abklären. Es ist wie eine Zielvereinbarung", sagt Dagmar Höppel vom MuT-Programm der LaKoG der Universität Stuttgart.

Keine Probleme bei der Vermittlung

Die Interessenten können selbst Vorschläge einbringen, wer ihr Mentor oder ihre Mentorin sein soll. "Manchmal haben Mentees jemanden auf einer Veranstaltung gesehen, den sie ganz toll finden", so die Leiterin. "Oder sie möchten etwas von einem Nobelpreisträger lernen, auch da können wir helfen." Das MuT fragt für die Mentees anonym an, ob der mögliche Mentor Zeit und Interesse hat. Die Vermittlung ist meist kein Problem: "Viele sehen es als Ehre, Mentor zu sein", sagt Höppel. Bezahlt werden die Mentoren nicht, es gehört zu ihrem akademischen Selbstverständnis den weiblichen Nachwuchs zu unterstützen.

Die Förderung von Frauen ist besonders wichtig, weil Frauen nach wie vor weniger zugetraut und ihre Leistung meist schlechter bezahlt wird. "Es fehlt hier noch an einer Kultur, die Frauen ermutig", sagt Höppel. In anderen Ländern sei das nicht so, deshalb würde die EU viel Druck ausüben. "Gäste aus dem Ausland verstehen oft nicht, warum wir so wenige Frauen an der Universität haben", so die Doktorin. "Das liegt an unserer Struktur", und daran müsse sich etwas ändern.

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

27. November 2012

KONTAKT

MuT - Mentoring und Training
Dr. Dagmar Höppel, Universität Stuttgart
Telefon0711-685-82000
E-Mailhoeppel@lakog.uni-stuttgart.de

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