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Lucasfilm & Disney

Darth Vaders neuer Vater

Über vier Milliarden US-Dollar kostete der jüngste "Megadeal" in der Filmindustrie: Der Unterhaltungskonzern Disney hat Lucasfilm gekauft und plant für 2015 die siebte Episode des Science Fiction-Klassikers "Star Wars". Fans fürchten um die Zukunft von Darth Vader und Co.

George Lucas, Foto: wikimedia

George Lucas, Foto: wikimedia

Darth Maus, Foto: instagr.am/p/RcojFoI-ar/

Darth Maus, Foto: instagr.am/p/RcojFoI-ar/

Die Film-Reihen von "Indiana Jones" und "Star Wars" machten George Lucas als Regisseur berühmt. Vor etwa 35 Jahren hat er sein Unternehmen Lucasfilm aufgebaut. Nun zieht er sich aus dem Filmgeschäft zurück. "Es ist an der Zeit für mich, Star Wars an eine neue Generation von Filmemachern abzugeben", sagt Lucas. Seine Co-Vorsitzende Kathleen Kennedy wird die Chefin der neuen Marke "Disney-Lucasfilm". Er glaubt, mit der Fusion kann das "Star Wars"-Imperium "weiterleben und für viele weitere Generationen aufblühen".

Lucasfilm passt mit seinen Sagen und Mythen gut zu den Evergreens und Klassikern von Disney. Die meisten Charaktere beider Unternehmen existieren seit vielen Jahren und haben einen großen Bekanntheitsgrad. Zu ihnen gehören Micky Mouse, Donald Duck oder Luke Skywalker. Doch George Lucas sieht mehr in der Fusion: "Disneys Reichweite und Erfahrung gibt Lucasfilm die Möglichkeit, neue Wege in Film, Fernsehen, interaktiven Medien, Vergnügungsparks, Live Unterhaltung und Konsumentensegment zu bestreiten." Denn der Unterhaltungskonzern verfügt über Freizeitparks, Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Fernsehsender und hat ein digitales Geschäft aufgebaut.

Dritter Großdeal

Lucasfilm ist nicht die erste Firma die Disney von Lucas kauft: Das Animationsstudio Pixar wurde 2006 erworben. Ursprünglich wurde es von dem 68-Jährigen gegründet und später von Apple-Gründer Steve Jobs zu einem der führenden Animationsstudios ausgebaut. 2009 folgte der nächste große Ankauf mit den Marvel Studios. Lucasfilm ist die dritte Großaquisition. Mit dem neuen Deal erhält Disney auch das Unternehmen Industrial Lights and Magic, das für seine Spezialeffekte bekannt wurde, und das Videospiele-Studio Lucasarts.

Die Ankäufe von Disney versprechen Gutes: Der Action-Film "Marvel's The Avengers" spielte weltweit 1,5 Milliarden US-Dollar ein. 2015 kommt der zweite Teil in die Kinos. Auch Pixar verzeichnet Erfolge: Der Animationsfilm "Toy Story 3" brachte ebenfalls mehr als eine Milliarde US-Dollar ein. Und Disney-Lucasfilm plant für 2015 "Star Wars Episode 7". "Unser Langzeitplan ist, alle zwei bis drei Jahre einen neuen Spielfilm herauszubringen", sagt Disney-Chef Bob Iger.

Fans kritisieren mit Mash-ups

Die Fans sind unsicher, ob der Unterhaltungskonzern den Science Fiction-Klassiker "Star Wars" getreu der Lucas-Linie verfilmen kann. Der bisherige Regisseur wird bei dem neuen Film nur noch beratend zur Seite stehen. Die Fans fürchten um die Zukunft von Darth Vader und Co. Im Internet reagieren sie mit humoristischen Darstellungen auf die Verschmelzung: Bei so genannten Mash-ups verbinden sie Charaktere, Requisiten oder Szenen aus beiden Unternehmen miteinander: Zum Beispiel erhielt so der Todesstern aus "Star Wars" zwei Ohren oder Mickey Mouse und Darth Vader wurden zu Darth Maus.

Lucas selbst hat nach dem Verkauf bereits Pläne: "In den vergangenen 41 Jahren habe ich den Großteil meiner Zeit und meines Geldes in das Unternehmen besteckt." In Zukunft will er sich der Wohltätigkeit widmen und eine Milliarde US-Dollar für Bildungsinitiativen spenden. Das ist die Hälfte der Summe, die er bei dem „Megadeal“ ausgezahlt bekam.

Quellen:
http://www.welt.de

http://www.focus.de

http://www.filmjunkies.de
http://www.sueddeutsche.de
http://www.n-tv.de

Franziska Böhl

Die Entwicklung von Disney

Der 1923 begründete US-Medienkonzern "The Walt Disney Company" war lange bekannt für seine zahlreichen Kinderfilme und seine Figuren wie Micky Mouse, Donald Duck, Arielle oder Winnie, den Pu-Bär. Ende der 1970er Jahre geriet der Konzern in finanzielle Schwierigkeiten: Um ein breiteres Publikum und vor allem erwachsene Zuschauer anzusprechen, wurde 1984 das Produktionsunternehmen Touchstone Pictures begründet. Dort entstand unter anderem die Tragik-Komödie "Club der toten Dichter" mit Robin Williams. In den 1990er Jahren wurden bei Touchstone Pictures auch Actionfilme produziert.

In den letzten Jahren verkaufte Disney einige seiner Firmen und kaufte dafür andere Studios auf. 2006 kam das Trickfilmstudio Pixar zu Disney, mit dem das Unternehmen seit 1991 kooperierte und Filme wie "Findet Nemo" verwirklichte. Drei Jahre später erwarb der Konzern für etwa vier Milliarden US-Dollar Marvel Studios. Hier wurden unter anderem "Der unglaubliche Hulk"oder actionreiche Filme wie "Blade" oder "Spider-Man" gedreht. Mit dem neuen Kauf von Lucasfilm holt sich Disney nun auch das Science Fiction-Genre dazu.

VERÖFFENTLICHT AM

14. November 2012

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