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Hochschule der Medien

Veranstaltung "Megatrends"

"Wir müssen Trendsetter sein"

"Megatrends – Wir verändern die Welt", lautete das Thema der ersten Veranstaltung des Vereins der Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart, am vergangenen Donnerstag. Sieben Referenten warfen einen Blick in die Zukunft. Rednerin war auch Prof. Dr. Petra Grimm vom Studiengang Medienwirtschaft der HdM.

Musikalische Einleitung beim ersten Treffen des Vereins der Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart im Theaterhaus

Musikalische Einleitung beim ersten Treffen des Vereins der Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart im Theaterhaus

Die Referenten in der Diskussion

Die Referenten in der Diskussion

Der Verein "Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart" hat sich im Sommer 2011 gegründet. Über 20 Institutionen, darunter auch Universitäten und Hochschulen der Region gehören dazu. Er will die Innovationskraft, den Erfindergeist, die Kreativität, das Engagement und die zuverlässige Arbeitsleistung der hier ansässigen Menschen verknüpfen, damit die Region weiterhin zu einem der stärksten Wirtschafts- und Technologiestandorte in Europa zählt.

Einen ersten Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft organisierte der Verein mit der Auftaktveranstaltung am 22. November 2012 im Theaterhaus Stuttgart. Nach einer Begrüßung durch die Vereinsvorsitzenden, Prof. Dr. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart, und Thomas Bopp, Regionalpräsident der Region Stuttgart, sprach der ehemalige Ministerpräsident Günther Oettinger, Kommissar für Energie in der Europäischen Kommission. Bei seinem globalen Blick auf die Megatrends stand für ihn fest: "Wir müssen die Trendsetter sein im Wettbewerb mit China. Allein mit Schrauben, Hämmern, Sägen und Feilen klappt das nicht." Die Qualität der Ingenieure und der Produkte sowie des Forschergeists in der Region ließen aber keine Zweifel daran, dass eine Umstrukturierung der Baden-Württembergischen Wirtschaft möglich sei. Besonderes Augenmerk legte Oettinger auf den Energie- und Strommarkt, der das A und O eines zukunftsfähigen Europas sei. Er deutete die sich veränderten Mobilitätsgewohnheiten, den Trend zu Megastädten und zu erneuerbaren Energien an. Mit Weltoffenheit und Flexibilität könnten die Ziele erreicht werden.

"Schaukelstühle statt Schaukelpferde"

Bevor die Referenten zu Wort kamen, wurde ein Videobeitrag von Absolventen der Filmakademie Ludwigsburg gezeigt, die Passanten zu ihren Fragen der Zukunft interviewten. Anschließend startete Maria Nesselrath von der SINUS-Akademie mit dem ersten Vortrag über eine "Gesellschaft in Bewegung. Zum Wandel in Demografie und Soziokultur": 2020 ist demnach jeder zweite Bürger in Deutschland über 50 Jahren alt, deshalb ginge es dann eher um "Schaukelstühle statt Schaukelpferde" und eher um "Golfplätze als um das Auto Golf", sagte Nesselrath. Die Jugend werde zu einem knappen Gut, das gefördert und gut ausgebildet werden müsse.

Mit "technischen Innovationen und nachhaltiger Unternehmensführung" beschäftigte sich Dr. Klaus Dieterich, Vorsitzender für Forschung und Vorausentwicklung der Robert Bosch GmbH. Das Thema Energie sei dem Konzern sehr wichtig, er setze auf Photovoltaik-Anlagen, mit denen aus Sonnenlicht Energie gewonnen wird. Ebenfalls sei die Frage nach der Stromspeicherung wichtig. Nachhaltigen Erfolg hatte auch das E-Bike. In eine ähnliche Richtung ging der Vortrag "Elektromobilität 2030" von Prof. Dr. Andreas Rößler vom Studiengang Softwaretechnik und Medieninformatik der Hochschule Esslingen. Er warb für Elektroautos, die in der Anschaffung zwar teuer, aber dafür in ihren Betriebs- und Wartungskosten deutlich günstiger seien. Dennoch müsse die Infrastruktur verändert werden. Seine Vision sind intelligente öffentliche Ladestationen. "Es können nicht alle gleichzeitig ihre Autos einstöpseln, weil es sonst einen Kurzschluss gibt", sagt Rößler. Noch besser wäre ein berührungsloses Aufladen, das ganz automatisch funktioniert.

Prof. Dr. Ursula Eicker, die an der Hochschule für Technik in Stuttgart das Institut für angewandte Forschung leitet, machte in ihrem Vortrag mit dem Titel "Deutschland erneuerbar? Energieversorgung der Zukunft" deutlich: "Auch wenn Strom gerade das Zugpferd ist, dürfen die anderen Technologien nicht außer Acht gelassen werden." Als Beispiele nannte sie andere Solartechniken, Wärmepumpen oder Gebäudeeffizienzen.

Vision: Fassaden reinigen Luft

Über "Innovative Bau- und Raumkonzepte" sprach Prof. Tobias Walliser von der Akademie für Bildende Künste Stuttgart. Zu seinen Visionen gehörten haarähnliche Fassaden an Gebäuden, die gleichzeitig als Photovoltaik-Anlagen Energie einspeisten und andererseits auch Schatten spenden oder Fassaden, die einen Beitrag gegen die Luftverschmutzung leisten.

Prof. Dr. Petra Grimm vom Studiengang Medienwirtschaft der Hochschule der Medien sprach über "Ethische Herausforderungen für die digitale Gesellschaft". Im Zuge der steigenden Medialisierung müssen die Menschen mehr Verantwortungsgefühl, also einen Ethos, entwickeln, denn Konfliktfelder wie verletzendes Kommunikationsverhalten, wozu Cybermobbing zählt, könne man nicht per Gesetz verbieten, so Grimm.

Simulierte Zukunftswelten

Abschließend referierte Prof. Dr. Michael Resch, Leiter des Höchstleistungsrechenzentrums der Universität Stuttgart über "Simulierte Zukunftswelten". "Simulationen taugen nichts für die Öffentlichkeit, denn sie können Risiken und Wahrscheinlichkeiten nicht verarbeiten", sagte Resch. Mit seiner unterhaltsamen Art zeigte er dem Publikum mehrere Simulationen. Dabei sprach er auch über Gesundheit. "Ältere Menschen verblöden. Das Hirn baut ab." Krankheiten wie Alzheimer seien ein Beispiel dafür. In Zukunft könnten aber anstelle von Medikamenten, Therapien entwickelt werden.

Die Hochschulregion Stuttgart hat mit dieser Vortragsveranstaltung ihre Präsenz als innovative Organisation gezeigt. Beim anschließenden Empfang konnten das Publikum und die Referenten noch über ihre Lieblingsthemen fachsimpeln.

 

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

23. November 2012

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