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Hochschule der Medien

Online-Vorstellungsgespräche

Im Sessel zum neuen Job

Vom digitalen Zeitalter profitieren Bewerber und Arbeitgeber: Anstelle von langen Anfahrtswegen zum Bewerbungsgespräch, nutzen immer mehr Unternehmen die Möglichkeit des Online-Vorstellungsgesprächs über Videokonferenzen. Doch die können auch zum Flop werden.

Zur Detailansicht Eine gute Vorbereitung ist bei Online-Bewerbungsgesprächen ein Muss, Foto: Benjamin Thorn / Pixelio

Eine gute Vorbereitung ist bei Online-Bewerbungsgesprächen ein Muss, Foto: Benjamin Thorn / Pixelio

Videotelefonie ersetzt zunehmend die traditionelle Face-to-Face- und Telefonkommunikation. Ein beliebter Dienst ist Skype. Mit der kostenlosen Software können Internetnutzer Instant-Nachrichten verschicken, Daten übertragen und Videokonferenzen abhalten. Während Bewerbungsgespräche via Webcam in den USA längst üblich sind, werden in Deutschland erst etwa fünf Prozent der Erst- oder Kennenlerngespräche über Skype und Co geführt.

Online-Gespräche sparen Geld und Zeit

Unternehmen und Bewerber können mit den Online-Bewerbungsgesprächen Geld und Zeit sparen, denn lange Anfahrtswege, hohe Reisekosten und Warterei vor Ort entfallen. "Haben beide Seiten nach dem virtuellen Treffen noch Interessen, laden wir den Bewerber selbstverständlich persönlich ein. Aber so wissen wir zumindest schon einmal, ob er oder sie prinzipiell zu uns passt", sagt Ireen Baumgart, Leiterin des Personal-Recruitings beim Otto-Konzern. Seit 2009 nutzt die Firma Videotelefonie für Bewerbungen und gehört in dem Bereich zu den Pionieren in Deutschland.

Um Online-Bewerbungsgespräche zu führen, benötigen Arbeitnehmer und Interessenten einen Computer, eine Webcam, ein Mikrofon und eine schnelle Internetleitung. All das gehört für die meisten Internetnutzer längst zum Standard. Doch auch wer den Umgang mit Medien gewohnt ist, sollte ein paar Dinge beachten, damit das Gespräch kein Flop wird.

Technik-Check nicht vergessen

Bevor das Gespräch beginnt, sollte der Bewerber seine Umgebung einrichten, die Kamera richtig positionieren und die Technik überprüfen. Dazu gehört es, den Raum aufzuräumen und die Kamera so zu positionieren, dass sie einen neutralen Hintergrund und nicht den Wohnzimmersessel zeigt. Das Gesicht sollte vollständig sichtbar und gut ausgeleuchtet sein. Blendet die Sonne, sollten die Vorhänge zugezogen und genügend künstliches Licht eingeschaltet werden. Wer Mitbewohner oder Haustiere hat, sollte darauf achten, dass diese nicht durchs Bild laufen.

Besonders der Technik-Check ist nicht zu unterschätzen: Die Stimme sollte verständlich klingen und das Bild klar sein. Wer einen Dienst wie Skype benutzt, sollte ebenso die Profilangaben kontrollieren: Das Profilbild sollte das Bewerbungs- und kein Partyfoto sein, ebenso können Spaßnamen negativ wirken. Ansonsten sollten sich Bewerber – ähnlich wie bei einem Face-to-Face-Bewerbungsgespräch – im klassischen Bewerbungs-Outfit präsentieren und sich gründlich auf das Gespräch vorbereiten.

Face-to-Face-Gespräche bleiben

"Während des Interviews sollten alle Unterlagen und auch ein Glas Wasser griffbereit sein", sagt Otto-Personalerin Baumgart. Interesse kann ein Bewerber vermitteln, indem er sich leicht nach vorn beugt. Ebenso wichtig ist es, in die Kamera zu schauen, weil so Blickkontakt entsteht, und die sonst üblichen Gesprächsregeln einzuhalten, zum Beispiel anderen nicht ins Wort zu fallen. Ein kleines Lächeln macht sympathisch. Hingegen sollte auf zu viel Gestik verzichtet werden.

Sollte es während des Gesprächs zu Pannen kommen, müssen Bewerber nicht gleich panisch werden. "In solchen Situationen erkennt man die Flexibilität des Kandidaten im Umgang mit dem Medium. Das sagt auch etwas über seine Innovationskraft aus", so Baumgart. Bewerbungscoach Jürgen Hesse sieht in den Online-Gesprächen hingegen ein Risiko: "Es gibt qualifizierte Kandidaten, die sich dadurch verunsichern lassen." Deshab: Online-Interviews werden die Face-to-Face-Gespräche nicht ersetzen. "Wir stellen niemanden ein, den wir nicht vorher auch persönlich kennen gelernt haben", sagt Baumgart.

Quellen:
www.zeit.de
www.sueddeutsche.de
www.bild.de
www.e-fellows.net

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

20. Dezember 2012

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