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Hochschule der Medien

Kirche und soziale Netzwerke

Internetstar Jesus

Würde Jesus heute moderne Medien benutzen, um sein Wort zu verkünden? Professor Harald Eichsteller von der Hochschule der Medien (HdM) ist überzeugt: "Jesus wäre der Superstar in Facebook, Twitter und mit seinem Blog!" Auch der "Facebook-Kaplan" Norbert Becker aus der unterfränkischen Pfarrereigemeinschaft Hofheim sieht eine steigende Nachfrage nach kirchlicher Online-Präsenz.

Zur Detailansicht "Facebook-Kaplan" Norbert Becker, Foto: Bischöfliches Ordinat Würzburg

"Facebook-Kaplan" Norbert Becker, Foto: Bischöfliches Ordinat Würzburg

Soziale Netzwerke sind heute nicht mehr wegzudenken. Privatpersonen, Gemeinschaften und Unternehmen sind bei Facebook, Twitter und Co angemeldet, um sich in der interaktiven Online-Welt mitzuteilen. Auch Kirchengemeinden haben längst eigene Facebook-Seiten. Besonders für Kirchen sei es einfach, im Internet zu kommunizieren. "Die Kirche hat die beste Voraussetzung überhaupt: eine Botschaft und seit Jahrtausenden 'Follower'. Allerdings hat die Kirche auch einen traditionellen Kommunikationsstil – eher Verkündung und Verbreitung mit normativem Charakter, statt offene Plattform", sagt HdM-Professor Eichsteller im Interview mit dem christlichen Blog "Sinnstiftermag", bei dem sich Zeitanalytiker, Werber, Designer und Fotografen über das Sinnstiftungspotential von Medien austauschen.

Kirche zurückhaltend gegenüber digitalen Medien

Noch nutzt die Kirche die digitalen Medien jedoch kaum. Eichsteller, der selbst Mitglied einer Kirche ist, sieht zum Beispiel an seinem Bruder, der Pfarrer in Norwegen ist, wie zurückhaltend man den digitalen Medien gegenübersteht. "Ich habe den Eindruck, dass oft die Frage im Vordergrund steht, ob persönliche Kommunikation nicht eine höhere Qualität hat als die Kommunikation über digitale Kanäle. Für mich ist es aber nicht ein 'entweder-oder', sondern ein 'sowohl-als auch' – und natürlich im Endeffekt um die Effektivität der Kanäle, das heißt über welchen Weg überhaupt meine Botschaften diejenigen erreichen, die ich erreichen möchte."

Ein Blick auf die Facebook-Seiten von Stuttgarter Kirchen bestätigt zusätzlich, dass sich deren Aktivität noch sehr gering hält: So sind zum Beispiel die Facebook-Seiten der Evangelisch-methodistischen Hoffnungskirche Stuttgart mit 22 Likes und die der Evangelischen Kirche in Stuttgart-Gaisburg mit 18 Likes, die beide im Oktober 2012 erstellt wurden, noch recht neu. Doch auch die gemeindeübergreifende Seite der Evangelischen Kirche Stuttgart, die seit Mai 2010 besteht, hat erst 280 Likes. Rund 60 Personen wenigern gefällt die Seite der Jugendkirche Stuttgart und das obwohl sie seit 2007 existiert.

"Postet der liebe Gott in Facebook?"

Kaplan Norbert Becker aus Unterfranken weiß aber, wie wichtig die Nutzung von sozialen Medien für die Kirche ist. "Wir vertun eine Chance, wenn wir es nicht nutzen." In seiner zweiten Dienstprüfung, die Vikare am Ende ihres Vorbereitungsdienstes ablegen, fragte der 28-Jährige: "Postet der liebe Gott in Facebook?" Seit einigen Monaten nutzt er das soziale Netzwerk, um mit seiner Gemeinde auch außerhalb der Kirche in Kontakt zu sein.

Im Sommer 2011 merkte Kaplan Becker im Urlaub, wie praktisch Facebook sein kann. Damals schrieb ihm ein Schüler über das Netzwerk, dass seine Mutter plötzlich verstorben sei und es ihm nicht gut gehe. „Ich habe ihn dann persönlich aufgesucht“, sagt er. Doch ohne Facebook hätte er das nicht mitbekommen. Die Online-Seelsorge bietet aber weitere Chancen: "Auf Facebook sprechen die jungen Leute auch Sachen an, die sie in Anwesenheit ihrer Klassenkameraden oder Eltern so womöglich nicht thematisieren würden."

Quellen:
www.yahoo.de
www.sinnstiftermag.de
www.pow.bistum-wuerzburg.de

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

17. Januar 2013

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am 21.01.2013 um 13:24 Uhr

testkommentar

Stephan Mühlich

am 17.01.2013 um 16:20 Uhr

https://www.facebook.com/OekumenischesZentrum Das kleine Ökumenische Zentrum in der HdM Nachbarschaft hat als Haus der Kirchen auf dem Campus immerhin schon 146 Likes (es dürfen natürlich noch mehr werden), ab mindestens so viele "echte" tägliche Gäste im ÖZ Café. Das ist doch was. Aber wenn Ihr Tipps habt, wie wir es noch besser machen können, gerne ;) Außerdem bietet "evangelisch.de" auch eine ganz gute Übersicht unter https://www.facebook.com/Evangelisch?sk=app_232670256858656&app_data Herzliche Grüße an die HdM

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