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Crypto-Parties

Digitale Selbstverteidigung

Schreckensnachrichten kursieren: Immer häufiger greifen Hacker auf private Computer zu oder spionieren über die Webcam im PC oder Smartphone die Wohnung oder das Leben der Menschen aus. Wie die Privatsphäre im Internet richtig geschützt wird, erklären Cypherpunks auf Crypto-Parties.

Das Logo der CryptoPartys, Foto: CryptoParty.org

Das Logo der CryptoPartys, Foto: CryptoParty.org

Der Begriff Cypherpunks ist angelehnt an die Cyberpunks, Anhänger einer Subkultur, die sich in der digitalen Welt bestens auskennen. Die Cypherpunks sind jene, die sich mit Kryptographie, also der Verschlüsselung von Informationen beschäftigen. Ziel der Bewegung ist es, Daten und Kommunikationskanäle zu codieren. Datenschutz hat bei ihnen oberste Priorität. "Die Privatsphäre ist unerlässlich für eine offene Gesellschaft im elektronischen Zeitalter", sagte Eric Hughes, einer der ersten Cypherpunks 1993. Hughes schrieb zu jener Zeit ein Manifest, womit die Bewegung ihren Anfang nahm.

Viele Jahre war es ruhig um die Cypherpunks. Mitte letzten Jahres kehrten sie zurück mit sogenannten realen Crypto-Parties. Zu den öffentlichen und kostenfreien Veranstaltungen laden die Cypherpunks Interessierte, Digital-Unwissende und Experten ein. Laptop, Smartphone und Biere sollen sie mitbringen. Auf den Crypto-Parties geben die Cyptherpunks ihr Wissen weiter und erklären, wie Datenschutz funktioniert und welche Einstellungen am Computer oder an den EDV-Programmen genutzt werden müssen, damit Chat-Programme abhörsicher oder E-Mails fälschungssicher verschickt werden können.

Privatsphäre verteidigen

Die erste Crypto-Party in Deutschland fand am 29. August 2012 in Berlin statt. Wenige Wochen später, Anfang Oktober 2012, verfasste Gastgeber und Medienkünstler Julian Oliver gemeinsam mit anderen Mitstreitern das fast 400-seitige Crypto-Party-Handbuch, in dem Schritt für Schritt erklärt wird, wie Programme verschlüsselt werden. Darin heißt es auch: "Wenn wir Privatsphäre wollen, müssen wir sie auch verteidigen."

Oliver sieht sich als Medienberater. "Das Internet wurde den Menschen gegeben, als ob ihnen das Autofahren beigebracht würde, ohne zu erklären, dass es gefährlich ist, auf der falschen Straßenseite oder zu schnell zu fahren", sagte er in einem Interview auf Carta, dem Autorenblog für digitale Öffentlichkeit, Politik und Ökonomie. Oliver setzt sich für mehr Transparenz und mehr Persönlichkeitsrechte im Internet ein.

Crypto-Parties für jeden

Digitale Selbstverteidigung können Interessierte mittlerweile auch an anderen Orten lernen. Eine der nächsten Crypto-Parties wird zum Beispiel am 9. Februar 2013 in Frankfurt am Main gefeiert. Thematischer Schwerpunkt ist die E-Mail-Verschlüsselung für Einsteiger. In Stuttgart und der näheren Umgebung sind bislang keine Crypto-Parties geplant. Allerdings kann jeder eine solche Crypto-Party organisieren, die Gründer der Bewegung bitten aber darum, die Party auf der Webseite CryptoParty.org einzutragen.

Quellen:
www.carta.info
www.spiegel.de
www.faz.net

Franziska Böhl

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