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Hochschule der Medien

Netzwerke

Karrierebeschleuniger Vitamin B

Vitamin B tut gut, für die Gesundheit und für den Beruf. Fast 40 Prozent der Arbeitnehmer finden über persönliche Kontakte einen neuen Job, sei es in einer Studentenverbindung, beim Fußballspiel oder im Verein. Auch Hochschulen bieten mit Alumni-Netzwerken einen großen Kontakte-Pool. Doch ist Netzwerkdenken politisch korrekt?

Zur Detailansicht Absolventen der HdM diskutieren auf einem Alumni-Tag, Fotos: Studiengang Werbung und Marktkommunikation.

Absolventen der HdM diskutieren auf einem Alumni-Tag, Fotos: Studiengang Werbung und Marktkommunikation.

Zur Detailansicht Einzelne Absolventen berichten von ihrem beruflichen Werdegang.

Einzelne Absolventen berichten von ihrem beruflichen Werdegang.

Netzwerke baut ein Mensch in seinem Leben schon früh auf, doch nicht immer weiß er deren Nutzen zu schätzen. Eine erste große Möglichkeit bietet sich Schulabsolventen auf Ehemaligentreffen. In erster Linie geht es darum, seine Klassenkameraden wiederzusehen und herauszufinden, wie es aktuell um Haus,  Familie und Job steht. Gerade letztes Thma dient jedoch der Berufsentwicklung. Ähnlich ist es nach dem Studium, wenn sich die Ehemaligen auf Alumni-Treffen zusammenfinden.

Von Alumni-Netzwerken profitieren ehemalige und aktuell eingeschriebene Studenten gleichermaßen: In facheigenen und fachfremden Bereichen können sie Kontakte aufbauen und, sofern vorhanden, die Datenbanken der Heimat-Hochschule mit Stellenangeboten oder Karriere-Mentoren nutzen. Auch für die Hochschule bringen die Netzwerke Vorteile: einerseits binden sie damit leichter Studenten und Ehemalige an sich und andererseits verbessern sie so ihr Image in der Öffentlichkeit.

Staatliche Hochschulen in der Pflicht

Was in der Theorie gut klingt, ist in der Realität aber nicht immer gängig. Viele Hochschulen und Universitäten stehen noch am Anfang ihrer Alumni-Arbeit. Eine Ausnahme stellen die privaten Hochschulen dar. "Die Hochschulen werben mit ihren Alumni-Netzwerken und preisen die Kontakte zu ehemaligen Studenten als Karrierebeschleuniger an", erklärt Markus Langer, Leiter der Stiftung Friedraising & Fundraising von der Universität Hildesheim. Vitamin B spielt hier eine besonders große Rolle. Vorbild dafür sind die US-Elite-Universitäten, bei denen die Studenten viel Geld für ihre Ausbildung zahlen. Als Gegenleistung erwartet sie eine gesicherte Karriere nach dem Studium. Doch die formelle Mitgliedschaft in einem Alumni-Netzwerk ist kein Garant für einen attraktiven Job in Wirtschaft oder Politik. Kontakte müssen die Mitglieder selbst knüpfen.

Alumni-Arbeit an der HdM

Auch an der staatlichen Hochschule der Medien (HdM) gibt es ein Alumni-Netzwerk. Mit dem HdMNET bietet es eine kostenlose, hochschulinterne Kommunikationsplattform. Aktuelle und ehemalige Studenten, Lehrende und Mitarbeiter können sich dort eintragen, in Gruppen organisieren oder sich in Foren unterhalten. Kontakte können die Mitglieder auf Alumni-Treffen knüpfen, die hochschulintern von den einzelnen Studiengängen organisiert werden. Treffen können in Form von Vorträgen, Messen, Konferenzen oder "Wiedersehens-Parties" ablaufen. Ein weiterer Vorteil: Die Alumni können aktiv die Lehre mitgestalten, zum Beispiel durch Feedback, als Mentoren oder Gastdozenten.

Besonders spannend sind die Alumni-Tage der Studiengänge: Ehemalige und Studenten sollen dort ihre Erfahrungen austauschen und über Karrieremöglichkeiten diskutieren. Zusätzlich berichtet die Abteilung Hochschulkommunikation auf dem HdM-Newsportal mit einer eigenen Alumni-Serie, was aus ehemaligen HdM-Studenten geworden ist.

Alternative: Vereine

Zeitaufwendiger, aber ebenfalls karrierefördernd können Mitgliedschaften in Studentenverbindungen, Gesellschaftsvereinen (zum Beispiel Rotary Clubs) oder politischen Parteien sowie Verbänden sein. Studentenverbindungen stehen allerdings in der gesellschaftlichen Kritik und auch die Parteimitgliedschaft muss nicht immer positiv sein. Da die Rotarier selbst wählen, wer Mitglied in den berufsständisch organisierten Clubs wird, bleiben nur die Vereine: Sport-, Kultur-, Wirtschafts- oder Regionalvereine, über die zwanglos Kontakte auf- oder ausgebaut werden können.

"Recruit a friend"

Nicht nutzlos ist es auch, jemanden in einem Betrieb zu kennen, der von vakanten Stellen weiß oder sogar in der Position ist, Neueinstellungen vorzunehmen. Das ist fürs Unternehmen gut, denn das Unternehmen oder eine Abteilung weiß, was zu ihm oder zu ihr passt und der Bewerber spart sich lange Bewerbungsrunden. "Recruit a friend" werden solche internen Programme oft genannt, sind in der Beratungs- oder auch IT-Branche üblich.

Politisch korrekt?

Doch ist Netzwerkdenken politisch korrekt? Schickt ein Interessent seine Bewerbung an jemanden, den er kennt und so sein Vitamin B nutzt, kann er davon ausgehen, dass auf seine Unterlagen genauer hingesehen wird. Fraglich ist auch, ob Vitamin B für Unternehmen gefährlich werden kann, wenn sie zum Beispiel die Frauen- oder Behindertenquote unterlaufen? Fest steht: In manchen sozialen Netzwerken lassen sich gut neue Kontakte aufbauen oder zusätzliche Informationen einholen. Doch die Befähigung und das Engagements eines Arbeitnehmers sollten stets wichtiger sein als Vitamin B.

Quelle:
www.faz.net
Zeit

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

14. Februar 2013

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