DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Trend aus Brooklyn

Musterung an der Schreibmaschine

Ein vermummtes Pärchen aus Brooklyn, Gill und Jill Bumby, verdienen eine Menge Geld. Dafür brauchen sie einen Tisch, zwei Schreibmaschinen, Kopfhörer mit Musik und viele Freiwillige, die sich von ihnen in wenigen Minuten bewerten lassen.

"The Bumbys" bei der Arbeit. Foto: Billy Leland Downing

"The Bumbys" bei der Arbeit. Foto: Billy Leland Downing

Foto: Idris Solomon

Foto: Idris Solomon

Gestartet haben „The Bumbys" in Einkaufsstraßen. Dort boten sie fremden Menschen für fünf Dollar an, sie zu bewerten. Nach rein optischen Kriterien. Ihre Maßstäbe seien nicht greifbar und änderten sich ständig, sagen Gill und Bill über ihre Arbeit. Mittlerweile können sie sehr gut davon leben. Sie sind in den USA zu Stars geworden. Sie sind Thema in der Vogue, der New York Times oder der Elle und werden von Fashion Nights, Nobelhotels, Museen und Flagshipstores gebucht.

Die Musterung

Der Erfolg der beiden ist möglich, weil sich erwachsene Menschen freiwillig bewerten lassen. „The Bumbys" entscheiden dabei nach Bauchgefühl. Mit Musik auf den Ohren bewerten sie, wie die Person vor ihnen steht, wohin sie blickt, welche Figur sie hat und welches Outfit sie trägt. Die Musik soll eine unvoreingenommene und faire Bewertung fördern. Mit ihrer Schreibmaschine entstehen Sätze wie „Du hast Comic-Augenbrauen, ein ästhetisches Schlafzimmer und riechst sehr gut." Oder: „Du hast einen Youtube-Kanal, auf dem Du anderen Menschen zeigst, wie sie perfekt zu Lady Gaga tanzen. Ich würde mir jedes Deiner Videos ansehen." Oder: „Du könntest ein Bruder der Ninja-Turtles sein." Anschließend geben sie noch eine Note von eins bis zehn.

Wer lässt sich freiwillig bewerten?

Wie überzeugt muss man von sich sein, um sich wie Schulkinder von Fremden mustern und dann bewertet zu lassen? Der Erfolg der Bumbys zeigt, dass es nicht Wenige sind, die Lust darauf haben. Die Bewerteten nehmen daran teil, weil sie sich dadurch unterhalten fühlen und gespannt darauf warten, welchen ersten Eindruck sie hinterlassen. „Jeden Tag wird man auf der Straße, in der U-Bahn oder im Büro hundertfach von Fremden bewertet. Nur spricht niemand darüber. Ich finde es interessant zu wissen, welchen ersten Eindruck ich hinterlasse und wie ich auf andere wirke", sagt eine der Freiwilligen kurz nach ihrer Bewertung durch die Bumbys.

Quellen:
www.thebumbys.com
www.newyorker.com

 

Katharina Großwendt

VERÖFFENTLICHT AM

14. März 2013

ARCHIV

Medienwelt
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren