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Hochschule der Medien

Gedächtnistraining

Der Schlüssel zu Deinem Erfolg

Einer der bekanntesten Gedächtnistrainer Deutschlands, Roland Geisselhart, verrät Masterstudenten der HdM, wie der eigene Kopf zum grenzenlosen Speicherplatz für Informationen, Namen und Zahlen werden kann. Dafür braucht es vor allem eines: Phantasie.

Zur Detailansicht Roland Geisselhart in seinem Element: Er zeigt den Studenten, was ein Gedächtnis alles leisten kann. (Foto: Mira Kleine)

Roland Geisselhart in seinem Element: Er zeigt den Studenten, was ein Gedächtnis alles leisten kann. (Foto: Mira Kleine)

Zur Detailansicht Die Grundlage, die man braucht, um kreative Verknüpfungen herzustellen: Der erste Teil des 20er Schlüssels von Roland Geisselhart.

Die Grundlage, die man braucht, um kreative Verknüpfungen herzustellen: Der erste Teil des 20er Schlüssels von Roland Geisselhart.

Roland Geisselhart aus Friedrichshafen hat einen vollen Terminplan, er wird von vielen großen Unternehmen gebucht, um Gedächtnisschulungen durchzuführen. Bei seinem Besuch in der HdM zeigte er den Masterstudierenden im Workshop „Gedächtnis- und Motivationstraining – leichter durch die Prüfung", welche Techniken einen Lernerfolg garantieren. Zu Beginn seiner Lehreinheit verspricht er jedem Teilnehmer im voll besetzten Hörsaal in den folgenden vier Stunden sein persönliches Erfolgserlebnis. Ob das auch bei mir klappt?

Plötzlich kommen wieder Erinnerungen aus der Schulzeit hoch: Wenn ich am Abend vorher das auswendig gelernte Gedicht noch aufsagen konnte und am nächsten Morgen vor der Klasse die Verse durcheinanderbringe. Wenn ich für eine Lektion Lateinvokabeln gefühlt dreimal so lange brauche wie andere Klassenkameraden. Oder wenn der Stapel von Lernzetteln größer war als mein Kopf selbst und ich keine Ahnung hatte, wie ich mir den ganzen Stoff merken soll. Also: Ich bin wahrlich kein Meister in der Disziplin fotografisches Gedächtnis.

Nicht die Datenmenge ist entscheidend, sondern die Auswertung

Aber dieser Gedächtnistrainer hat es tatsächlich geschafft: Mit dem so genannten „20er Schlüssel von Roland Geisselhart" ist es beispielsweise möglich, nach kurzer Zeit die einzelnen Grundgesetze mit den dazugehörigen Artikeln oder 20 verschiedene Sätze mit den jeweiligen Nummern auswendig aufsagen zu können. Speicherplätze im Kopf zu schaffen, sei dabei kein Problem:„Die Datenmenge ist nicht entscheidend", erzählte Geisselhart. „Worauf es ankommt, ist die Auswertung!" Gemeint ist damit das so genannte Lösungsfindungsdenken – je phantasievoller die Geschichte, desto einprägsamer ist der Satz. Aber wie funktioniert das genau?

Eine mögliche Technik ist, dass jede Zahl für ein bestimmtes Bild steht, wie etwa die „1" für eine „Kerze" oder die „2" für einen Schwan. Wenn ein Satz – wie zum Beispiel „Der Hund geht spazieren" – mit der Zahl 1 zusammensteht, muss dessen Bedeutung mit der Kerze verknüpft werden. An dieser Stelle ist freies Losspinnen gefragt: Der Hund könnte aus Versehen über die Kerze laufen und sich dabei das ganze Fell am Bauch verbrennen. Diese kurze Geschichte muss man sich einmal vor Augen führen und bildhaft vorstellen. Ist der Satz zum Beispiel "Dumm ist nur, der Dummes tut" auf der Zahl 2, so könnte man sich zum Beispiel denken, wie anstelle von Forrest Gump ein Schwan auf der Bank mit einer Schachtel Pralinen sitzt und auf den Bus wartet. Mit allen anderen Sätzen und Zahlen funktioniert das genau so. Probieren Sie es aus!

Je verrückter die Gedankenbrücke, desto einprägsamer die Information

Am Ende passiert etwas, was ich nicht für möglich gehalten hätte: Bei der Abfrage konnte ich jeden Satz wiedergeben, sofort fiel mir bei der 1 der verbrannte Hund ein. Die Verknüpfungen waren teilweise absurd: Eine Schlange, die in einem Kuchen eingebacken ist oder ein Hering, der in der Konferenz Protokoll führt – Roland Geisselharts Strategie geht tatsächlich auf.

Wirklich überrascht war er nicht über die Gedächtnisleistung des Kurses. „Studenten lernen wesentlich schneller als zum Beispiel Mitarbeiter, die seit Jahren in einer Firma sitzen", freute sich Geisselhart. Dem gelernten Großhandelskaufmann wurde, als er 30 war, sein Büroalltag zu langweilig, er stürzte sich in die damaligen Erkenntnisse und Methoden zum Gedächtnistraining und entwickelte eigene Konzepte. Heute ist er als Experte für das mentale Training sehr gefragt, wird es doch immer wichtiger, seine Konzentration und Merkfähigkeit inmitten der Informationsflut zu schulen. Für einen langfristigen Erfolg hilft nur eines: „Üben, üben, üben!", lachte Geisselhart. Dem Partner am Frühstückstisch die Überschriften der Nachrichten auf den ersten zehn Zeitungsseiten aufsagen können, zum Beispiel, „und dabei am besten zunächst einmal nicht verraten, wie der Trick geht!"

 

Mira Kleine

VERÖFFENTLICHT AM

25. März 2013

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